Rundgang und Gesprächsrunde mit Dr. Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt, an der Rennschlitten- und Bobbahn in Altenberg

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26.01.2026 15:00

Foto vom Rundgang

NEWS - Information Kreissportbund Sächsische Schweiz - Osterzgebirge e.V.

Zwischen dem Weltcupfinale der Bob- und Skeletonsportler am vorigen Wochenende und den ab kommenden Mittwoch ebenfalls in Altenberg stattfindenden Juniorenweltmeisterschaften im Rennrodeln hat Dr. Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt, am heutigen Freitag die Rennschlitten- und Bobbahn im Kohlgrund besucht. Sie folgte einer Einladung des Kreissportbundes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (KSB).

An dem Treffen nahmen neben der Staatsministerin aus dem Wahlkreis Nordsachsen außerdem Landrat Michael Geisler, Andreas Schumann, Leiter der Stabsstelle Sport im Sächsischen Staatsministerium des Innern (SMI), Tanja Fenske vom Bereich Sportstättenbau und Spitzensport im Bundeskanzleramt, Geschäftsführer Jens Morgenstern von der Bahnbetreiberin Wintersport Altenberg (Osterzgebirge) GmbH, KSB-Präsident Julian Schiebe sowie Markus Dreßler, der Präsident vom Rennrodel-, Bob- und Skeletonverband für Sachsen, Christian Pöhler, der Leiter des Olympiastützpunktes (OSP) Sachsen und die Beigeordnete Brit Jacob-Hahnewald, im Landratsamt zuständig für Bau und Umwelt, teil.

Bei einem Rundgang an der auch international von etlichen Athletinnen und Athleten geschätzten Sportstätte im Kohlgrund zeigte WiA-Geschäftsführer Jens Morgenstern der Staatsministerin und den weiteren Gästen mehrere Neubauten, zum Beispiel im Zielbereich des SachsenEnergie-Eiskanals. Teile der Anlage, die sanierungsbedürftig sind, wurden ebenfalls präsentiert und Vorhaben erläutert. So solle zum Beispiel möglichst bald der Startbereich der Bob- und Skeletonsportler samt Umkleiden und Lagerflächen eine komplette Frischekur verpasst bekommen.

„Schön, dass ich mir bei dieser Gelegenheit ein Bild vor Ort machen konnte, die Entwicklung ist positiv, und erst vor Kurzem fand hier wieder der Weltcup im Bob- und Skeleton statt, eine bedeutende Sportveranstaltung in Deutschland“, sagte Dr. Christiane Schenderlein bei einem Austausch in der Panoramabaude im Anschluss an den Rundgang.

Bei der Zusammenkunft wurden auch mehrere sportpolitische Themen angesprochen. So etwa die Förderung von Investitionen in die Sportinfrastruktur. Neben der „Sportmilliarde“ für die vielen ebenfalls notwendigen Baumaßnahmen im Breitensport gebe es ebenso eine breite Unterstützung für Schwerpunktvorhaben zur Förderung des Leistungssports.

Für Investitionen in Sportstätten des Spitzensports sollen in den nächsten Jahren insgesamt 150 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt werden. Landkreis und WiA hoffen ebenfalls, dass die Kunsteisbahn in Altenberg von Mitteln aus diesem Topf profitiert.

„Der Breitensport muss verstärkt gefördert werden, da herrscht große Einigkeit in der schwarz-roten Koalition im Bund“, so Dr. Schenderlein. „Der Bund unterstützt die vielen kleinteiligen Projekte mit. Allerdings behalten wir natürlich den Leistungssport im Blick.“

So waren dann das Sportfördergesetz, insbesondere Stützpunktsystem und die Förderung internationaler Wettbewerbe, wie Welt- und Europameisterschaften, durch den Bund ebenfalls Themen in der Runde.
„Wir wünschen uns langfristig stabile Zahlen bei den Zuwendungen und für die bessere Finanzierung unseres Personals, das ja hier erst als Team die die Voraussetzungen dafür schafft, dass Athleten und Trainer ordentliche Trainingsbedingungen vorfinden, zum Beispiel über die Trainingsstättenförderung“, sagte WiA-Chef Jens Morgenstern zu dem Thema. Vielleicht sei auch eine Sonderregelung für Wintersportstätten bei der Förderung möglich, die vor der Nutzung durch die Sportlerinnen und Sportler immer erst einmal mit höherem Aufwand vorbereitet werden müssen.

Die Vorbereitungsphase der angedachten Neustrukturierung der Stützpunkte habe indes begonnen, hieß es von Seiten der Staatsministerin. Der Prozess dauere aber noch mehrere Jahre. Vor 2030 – und der einhergehenden Einrichtung einer geplanten Spitzensportagentur zur Steuerung der Neuausrichtung, sei noch nicht mit einer umfassenden Reform der Strukturen zu rechnen. Bislang sei keiner der rund 190 Bundesstützpunkte im Para- und Spitzensport geschlossen worden. In der aktuellen „Zwischenphase“ der angestrebten Neustrukturierung gebe es „eine Bestandsorientierung“.

Gerade bei diesem Punkt hatte Landrat Michael Geisler darauf aufmerksam gemacht, dass der Landkreis Planungssicherheit brauche, wenn dieser das Sportinternat in Altenberg über das kommende Schuljahr hinaus betreiben bzw. dort investieren soll.

Die Stadt Altenberg kann den Weiterbetrieb finanziell nicht mehr stemmen. Der Landkreis wolle bei einer etwaigen Finanzierung dieser freiwilligen Aufgabe wissen, „wie es mit dem Stützpunkt Altenberg weitergeht“ – über 2027 hinaus. Dazu bräuchte es ganz klare Zusagen von Bundesebene zur Zukunft des Biathlonstützpunktes in der Bergstadt.

Das Altenberger Sportinternat ist nicht mehr in dem Maße ausgelastet wie in früheren Jahren, und mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler, die dort unter der Woche wohnen und am Standort zur Schule gehen, sind im Biathlon aktiv.

„So ein Stützpunkt hat auch Strahlkraft auf den Nachwuchs, um Kinder zum Sport zu bringen, das gilt auch nicht nur für den Biathlonsport“, so Christian Pöhler, der Leiter des Olympiastützpunktes (OSP) Sachsen. Das helfe auch dabei, Strukturen vor Ort zu erhalten und perspektivisch mehr Familien in die Region zu bekommen.
Es dürfe auch „keine weißen Flecken geben“ auf der Stützpunktlandkarte, selbst wenn man bestimmten Strukturen im Leistungssport in Deutschland aus finanziellen Gründen langfristig konzentrieren müsse, ergänzte Schumann vom SMI. Vielleicht helfe auch ein klares Bekenntnis des Kreistages zum Sportinternat als ein Signal, um den Stützpunkt zu sichern.

Dr. Christiane Schenderlerin, jedenfalls, hat den Wunsch „nach mehr Klarheit“ auf dem Schirm, dankte allen Beteiligten der Runde und nimmt die Inhalte aus der Gesprächsrunde mit nach Berlin ins Bundeskanzleramt, wo der Bereich Sport und Ehrenamt angesiedelt ist.

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