Elterngeld

Leistungen nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG)

14 Monate Bezug bei gemeinsamer Betreuung

Die Eltern können Elterngeld grundsätzlich insgesamt bis zu zwölf Monate lang erhalten. Zwei weitere Monate Elterngeld können bezogen werden, wenn sich bei mindestens einem Elternteil im Bezugszeitraum für zwei Monate das Erwerbseinkommen gegenüber dem maßgeblichen Einkommen vor der Geburt des Kindes vermindert.

Die Monate, die insgesamt zur Verfügung stehen, können frei aufgeteilt werden. Zu beachten ist dabei, dass pro Elternteil mindestens zwei und maximal zwölf Monate Elterngeldbezug erlaubt sind.

Im Antrag muss festgelegt sein, wer in welchen Zeiträumen das Elterngeld beziehen möchte. Eine einmalige Änderung dieser Festlegung ist möglich.

Hinweis: Alleinerziehende Mütter und Väter können das Elterngeld gegebenenfalls 14 Monate lang in Anspruch nehmen.

 

24 oder 28 Monate Elterngeld bei halbierten Beträgen

Das Elterngeld kann auch in halben Monatsraten ausgezahlt werden. Dadurch verdoppelt sich die Bezugszeit.

 

"Geschwisterbonus"

Das Elterngeld erhöht sich um zehn Prozent, mindestens 75 Euro monatlich, solange im Haushalt ein weiteres Kind unter drei Jahren lebt ("Geschwisterbonus") - bei drei und mehr Kindern im Haushalt, wenn mindestens zwei Kinder jünger als sechs Jahre sind.

 

Voraussetzungen

  • Ihr Kind wurde nach dem 31. Dezember 2006 geboren
  • Sie haben Ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland
  • Ihr Kind lebt bei Ihnen und Sie betreuen es selbst
  • Sie arbeiten während des Bezugs von Elterngeld nicht mehr als 30 Stunden pro Woche

 

 

Elterngeld plus

Eltern, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren werden, können Elterngeld, das neue Elterngeld plus und einen Partnerschaftbonus miteinander kombinieren. Die neuen Angebote unterstützen Eltern dabei, sich gemeinsam um die Kinder zu kümmern und Teilzeit zu arbeiten. Der aktualisierte Elterngeldrechner mit Planer hilft Eltern, die ersten Monate mit Kind gemeinsam zu planen – zeitlich und finanziell.

www.familien-wegweiser.de/ElterngeldrechnerPlaner

  

Erforderliche Unterlagen

  • Geburtsbescheinigung mit dem Vermerk "für Elterngeld"
  • Einkommensnachweise
  • Bestätigung des Arbeitgebers, falls Sie in Teilzeit arbeiten
  • Erklärung über Ihre Arbeitszeit, falls Sie selbstständig sind
  • Bescheinigung der Krankenkasse über das Mutterschaftsgeld
  • Bescheinigung des Arbeitgebers über den Zuschuss zum Mutterschaftsgeld
  • Antrag Alleinerziehender auf Elterngeld für 14 Monate: zusätzlich Nachweis, dass Sie alleinerziehend sind sowie Nachweis einer Einkommensminderung

Hinweis: Sollte ein Elternteil sein Kind nicht betreuen können, beispielsweise wegen einer schweren Krankheit, kann das Elterngeld dem anderen Elternteil ebenfalls für 14 Monate bewilligt werden.

Elterngeld - weitere Informationen und Antrag für Geburten ab dem 01.09.2021

Der Bundesrat verabschiedete am 12. Februar 2021 die Reform des Elterngeldes. Damit werden die Möglichkeiten der Inanspruchnahme des Elterngeldes flexibler und partnerschaftlicher geregelt. Das ändert sich ab September beim Elterngeld für Geburten ab dem 01.09.2021:

Mehr Spielraum, bei der Teilzeitarbeit während des Elterngeldbezuges

Zu den Grundvoraussetzungen für den Bezug von Elterngeld zählt es, dass der Berechtigte während des Elterngeldbezuges keiner oder keiner vollen Erwerbstätigkeit nachgeht. Die durchschnittliche mögliche wöchentliche Höchstarbeitszeit während des Elterngeldbezuges erhöht sich auf maximal 32 Wochenstunden pro Lebensmonat.

Die besondere Situation von Eltern von "Frühchen" wird nun berücksichtigt

Eltern besonders frühgeborener Kinder erfahren künftig dauerhaft mehr Rücksicht. Wird ein Kind mindestens sechs Wochen vor dem errechneten Termin geboren, erhalten die Eltern einen zusätzlichen Monat Basiselterngeld. Wird das Kind acht Wochen zu früh geboren, gibt es zwei zusätzliche Elterngeldmonate, bei zwölf Wochen drei Monate und bei 16 Wochen vier Monate. So erhalten Eltern die Zeit, Ruhe und Sicherheit, die sie in ihrer besonderen Situation brauchen.

Flexiblere Möglichkeiten der Inanspruchnahme der Partnerschaftsbonusmonate

Die bisher starren Regelungen in Bezug auf die Partnerschaftsbonusmonate wurden aufgeweicht und der zulässige Stundenkorridor, in denen Eltern parallel im Partnerschaftsbonus arbeiten, auf 24 bis 32 Stunden erweitert. Ebenso mehr Flexibilität bringt, dass Partnerschaftsbonusmonate nun auch variabel für mindestens 2 und maximal 4 aufeinanderfolgende Monate genommen werden können.

Nichtselbständige können auf Ausklammerung verzichten

Für angestellte Eltern ist das Elterngeld der letzten zwölf Kalendermonate vor der Geburt der Ausgangspunkt der Berechnung. Monate mit

  • Elterngeld für ein älteres Kind
  • gesetzliche Schutzfristen des Beschäftigungsverbotes vor Geburt / Mutterschaftsgeld
  • schwangerschaftsbedingte Erkrankung
  • Ausübung Wehr- und Zivildienst

werden bei der Bestimmung der zwölf Kalendermonate grundsätzlich nicht berücksichtigt (Pflichtausklammerung).

Mit der Gesetzesänderung gibt es nun die Möglichkeit, einen Antrag auf Verzicht dieser Pflichtausklammerung zu stellen, wenn sie durch die Pflichtausklammerung schlechter beim Bezug von Elterngeld gestellt würden.

Dies heißt, dass ein Verzicht auf die Ausklammerung von Vorteil sein könnte, wenn das Einkommen zu Beginn des Bemessungszeitraumes niedriger war (zum Beispiel Ausbildung und anschließender Arbeitsaufnahme) als zum Ende des Bemessungszeitraumes oder wenn beispielsweise ein Steuerklassenwechsel nicht rechtzeitig vorgenommen wurde.

Günstigerprüfung bei Mischeinkünften

Es wurde eine gesetzliche Möglichkeit zur Wahl des Bemessungszeitraumes für Eltern, die angestellt sind und im geringen Umfang (bis 35 Euro/Monat) nebenberuflich Gewinneinkünfte (Selbständige Arbeit) erzielen, geschaffen.

Auf Antrag kann so zum Beispiel bei geringem Einkommen aus selbständiger Tätigkeit und Einkommen aus nichtselbständiger Tätigkeit (Mischeinkünfte) eine Günstigerprüfung erfolgen. Ist es günstiger für die Grundlage der anschließenden Elterngeldberechnung als Nichtselbständige (Einkommensgrundlage: 12 Monate vor Geburt) oder als Selbstständige (Einkommensgrundlage: Kalenderjahr vor der Geburt) zu gelten.

An dieser Stelle bereits ein wichtiger Hinweis: Die Berücksichtigung des Einkommens aus selbständiger Arbeit findet bei Berechnung der Höhe des Elterngeldes keine Berücksichtigung, wenn sie sich für die Behandlung wie Nichtselbständige entscheiden.

Anpassung der Einkommensgrenzen

Die Einkommensgrenze, um einen Anspruch auf Elterngeld dem Grunde nach zu haben, wurde für Paare auf 300.000 Euro im letzten abgeschlossenen Kalenderjahr vor Geburt abgesenkt.

Elterngeld

01705 Freital, Dresdner Straße 107

01782 Pirna, Postfach 10 02 53/54

E-Mail
Hinweis

Telefon: 03501 515-2261; -2262; -2263; -2264; -2265; -2266; -2282

Fax: 03501 5158-2261; -2262; -2263; -2264; -2265; -2266; -2282