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Foto-Impressionen aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

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Aktuelles

Amerikanische Faulbrut - AUFHEBUNG des Sperrbezirkes Oelsa

Karte Sperrbezirk Faulbrut Oelsa

          Pirna, den 15.05.2018

Amtstierärztliche Verfügung

zur Aufhebung eines Sperrbezirkes wegen Amerikanischer Faulbrut der Bienen

 

Nach amtlicher Feststellung von Amerikanischer Faulbrut in einem Bienenstand in Rabenau Ortsteil Oelsa wurde gemäß § 10 der Bienenseuchenverordnung(BGBL: I S.2738) am 06. Juni 2017 ein Sperrbezirk angeordnet. Dieser Sperrbezirk umfasste den gesamten Ortsteil Oelsa der Stadt Rabenau des Landkreises Sächsische Schweiz – Osterzgebirge.

 

Nach erfolgreichem Abschluss aller Bekämpfungsmaßnahmen gemäß Bienenseuchenverordnung werden alle für das oben genannte Territorium verfügten Schutzmaßregeln mit Wirkung vom 16.05.2018 aufgehoben. 

 

Rechtsbehelfsbelehrung

 

Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Widerspruch erhoben werden. Der Widerspruch ist bei dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge – Landratsamt -, Schloßhof 2/4, 01796 Pirna schriftlich oder zur Niederschrift einzulegen.

 

Ein etwaiger Widerspruch hat nach § 37 des Tiergesundheitsgesetzes vom 22. Mai 2013 (BGBl. I S. 1324) keine aufschiebende Wirkung.

 

DVM B. Plischke

Amtstierärztin

Die Amtstierärztin Benita Plischke informiert zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)

Die hochansteckende seuchenhaft verlaufende Viruserkrankung - ASP bedroht unsere heimische Schwarzwildbestände und die Schweinebestände in der Landwirtschaft. Für Menschen und andere Tiere ist sie ungefährlich. Die Übertragung des Virus erfolgt insbesondere über virushaltige Lebensmittel (Fleisch und Wurstwaren aus infizierten Gebieten), kontaminierte Gegenstände und direkt von Tier zu Tier.

Seit mehreren Jahren grassiert die Seuche schon in den Baltischen Staaten und in Polen. Seit letztem Sommer trat die ASP zum ersten Mal in Tschechien und in Rumänien auf. Die Infektion verläuft fast immer tödlich für die erkrankten Schweine. Um einen Eintrag der ASP frühzeitig zu erkennen, muss jedes totes Wildschwein(Fallwild) untersucht werden.

Wie können Sie helfen, dass diese Seuche nicht nach Deutschland eingeschleppt wird:

1. Küchenabfälle oder Essensreste dürfen grundsätzlich nicht an Schweine (Haus- und Wild-schweine) verfüttert werden!

2. Entsorgen Sie alle Lebensmittel wildtiersicher! (Stein auf die Biotonnen, keine Fleisch- und Wurstwaren auf dem offenen Kompost etc.)

3. Insbesondere von unkontrolliert aus dem Ausland eingeführten Fleisch- und Wursterzeugnissen (z. B. durch Touristen oder ausländische (Saison)-Arbeitskräfte) aus Ländern, in denen Schweinepest auftritt, geht ein erhöhtes Risiko aus. Entsprechende Produkte sollten grundsätzlich nicht mit nach Deutschland gebracht werden.

4. Melden Sie alle toten Wildschweinkadaver dem örtlichen Jagdpächter falls bekannt, dem Veterinäramt unter lueva@landratsamt-pirna.de unter Angabe des genauen Fundortes und Ihrer Kontaktdaten für Rückfragen oder der Polizei (110)!

5. Auch Hobbyhalter von Schweinen (auch Minipigs) sollten sich der Problematik bewusst werden und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, denn gerade in kleinen Schweinehaltungen sind Biosicherheitsmaßnahmen nicht selbstverständlich.

Afrikanische Schwienepest ist in Tschechien angekommen

Vet-afrikanische-Schweinepest

Gesamtsituation 06-2017

Afrikanische_Schweinepest_Detail_06-2017

Situation in Tschechien

Die Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen ist nun auch in Tschechien angekommen und stellt eine Bedrohung für unsere Schwarzwild- und Hausschweinebestände dar.

Im Juni 2017 wurden in der Nähe von Zlin (Tschechien) 2 tote Wildschweine positiv auf das Virus der Afrikanischen Schweinepest getestet. Bisher waren nur der Nordosten von Polen und die Baltischen Staaten in der EU betroffen (s. Karte unten Stand 28.06.2017).

Das Virus ist sehr widerstandsfähig und hält sich sehr lange in Fleisch und Fleischprodukten (Wochen bis Jahre). Auch in gepökelter und geräucherter Ware kann es monatelang überleben. Deshalb sollten solche Produkte nur so entsorgt werden, dass weder Wild- noch Hausschweine damit in Berührung kommen. Die Verfütterung von Speiseabfällen an Schweine ist strengstens untersagt.

Im eigenen Interesse müssen Schweinehalter und auch die bestandsbetreuenden Tierärzte entsprechend der Schweinehaltungshygieneverordnung nun noch besser auf Biosicherheitsmaßnahmen achten (z.B. betriebseigene Kleidung, Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen, Zutritt zu den Stallungen nur durch befugte Personen etc.).

Wer Jäger ist und auch Hausschweine hält, musst Jagd und Stallarbeit strengstens trennen.

Tot aufgefundene Wildschweine sollten der unteren Jagdbehörde zügig gemeldet werden, um Beprobung und Beseitigung zeitnah erledigen zu können.

Tierärztlicher Notdienst

 

Raum Pirna, Heidenau, Bad Schandau  

11.05. - 18.05.2018

18.05. - 25.05.2018

25.05. - 01.06.2018

01.06. - 08.06.2018

08.06. - 15.06.2018

15.06. - 22.06.2018

22.06. - 29.06.2018

29.06. - 06.07.2018

TA Dr. Kühnel, Pirna

TA Dr. Schönfeld, Berggießhübel

TA Dr. Mauer, Pirna-Copitz

TA Dr. Knop, Pirna-Sonnenstein

TA Dr. Kühnel, Pirna

TA Dr. Walther, Pirna

TA Dr. Schönfeld, Berggießhübel

TÄ Dr. Nachtigall, Heidenau

03501 528640, 03502551191

035023 51169, 152 22652653

03501 582662, 177 5603144

03501 790798, 172 8757598

03501 528640 oder 03502551191

03501 528640 oder 03501 523293

035023 51169, 152 22652653

03529 519422 oder 03529 511508

 

Raum Lohmen, Stolpen, Neustadt

 

11.05. - 18.05.2018

18.05. - 25.05.2018

25.05. - 01.06.2018

01.06. - 08.06.2018

08.06. - 15.06.2018

15.06. - 22.06.2018

22.06. - 29.06.2018

29.06. - 06.07.2018

Klinik Dr. Düring, Stolpen

TÄ Dr. Carina Schirm

Klinik Dr. Düring, Stolpen

TÄ Dr.Carina Schirm

Tierklinik Dr. Düring, Stolpen

Tierklinik Dr. Düring, Stolpen

TÄ Dr. Carina Schirm

Tierklinik Dr. Düring, Stolpen

035973 2830

03501 571400, 0162 1082025

035973 2830

03501 571400, 0162 1082025

035973 2830

035973 2830

03501 571400, 0162 1082025

035973 2830

 

Raum Freital

 

11.05. - 18.05.2018

18.05. - 25.05.2018

25.05. - 01.06.2018

01.06. - 08.06.2018

08.06. - 15.06.2018

15.06. - 22.06.2018

22.06. - 29.06.2018

29.06. - 06.07.2018

TA Lutz Gläser

DVM Elisabeth Schmöckel

TA Jens Richter

TA Thomas Kießling

TA Praxis Pesterwitz

DVM Elisabeth Schmöckel

TÄ Dr. Doreen Solarek

TA Lutz Gläser

0171 4089928

0351 4600824

0351 6491285

035206 21381

0351 6503029

0351 4600824

035204 48011

0171 4089928

 

Raum Dippoldiswalde

 

11.05. - 18.05.2018

18.05. - 25.05.2018

25.05. - 01.06.2018

01.06. - 08.06.2018

08.06. - 15.06.2018

15.06. - 22.06.2018

22.06. - 29.06.2018

29.06. - 06.07.2018

TAP G. Zimmermann, Dippoldiswalde

TAP Dr. Hurlbeck, Dippoldiswalde

TAP G. Zimmermann, Dippoldiswalde

TAP Dr. Hurlbeck, Dippoldiswalde

TAP G. Zimmermann, Dippoldiswalde

TAP Dr. Hurlbeck, Dippoldiswalde

TAP G. Zimmermann, Dippoldiswalde

TAP Dr. Hurlbeck, Dippoldiswalde

03504 611392, 0174 7202953

03504 612527, 0170 9612666

03504 611392, 0174 7202953

03504 612527, 0170 9612666

03504 611392, 0174 7202953

03504 612527, 0170 9612666

03504 611392, 0174 7202953

03504 612527, 0170 9612666

 

Raum Altenberg

 

09.05. - 18.05.2018

18.05. - 25.05.2018

25.05. - 01.06.2018

01.06. - 08.06.2018

08.06. - 15.06.2018

15.06. - 22.06.2018

22.06. - 29.06.2018

29.06. - 06.07.2018

TA Romero, Geising

TA Otys, Geising

TA Romero, Geising

TA Otys, Geising

TA Romero, Geising

TA Dr. Auerswald, Geising

TA Otys, Geising

TA Romero, Geising

0157 71157098

0157 71157098

0157 71157098

0157 71157098

0157 71157098

035056 35911 oder 01722775699

0157 71157098

0157 71157098

 

Raum Hartmannsdorf

 

11.05. - 18.05.2018

18.05. - 25.05.2018

25.05. - 01.06.2018

01.06. - 08.06.2018

08.06. - 15.06.2018

15.06. - 22.06.2018

22.06. - 29.06.2018

29.06. - 06.07.2018

TAP Hänel, Hartmannsdorf

TAP Hänel, Hartmannsdorf

TAP Hänel, Hartmannsdorf

TAP Hänel, Hartmannsdorf

TAP Hänel, Hartmannsdorf

TAP Hänel, Hartmannsdorf

TAP Hänel, Hartmannsdorf

TAP Hänel, Hartmannsdorf

03732 69186, 0172 2713516

03732 69186, 0172 2713516

03732 69186, 0172 2713516

03732 69186, 0172 2713516

03732 69186, 0172 2713516

03732 69186, 0172 2713516

03732 69186, 0172 2713516

03732 69186, 0172 2713516

 

Trichinenuntersuchung Wildschwein - Gebührenübernahme durch den Freistaat ab 01.01.2018

Auf Grund der Verwaltungsvorschrift des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) zur Reduzierung des Ausbreitungsrisikos der Afrikanischen Schweinepest durch Erstattung der Gebühren für die Trichinenuntersuchung bei Schwarzwild (VwV Trichinenerstattung Schwarzwild) vom 15.12.2017, werden die Gebühren für die Trichinenuntersuchungen von Wildschweinen ab 01.01.2018 bis 31.12.2019 vom Freistaat übernommen.

Für den oben angegebenen Zeitraum werden vom Landratsamt keine Gebührenbescheide bezüglich der Trichinenuntersuchung versendet.

Umgang mit Küchen- und Speiseabfällen

Aufgrund der aufgetretenen Fälle von Afrikanischer Schweinepest an den Ostgrenzen der EU (Ukraine, Weißrussland) und jetzt auch in Tschechien wird eindringlich auf folgendes hingewiesen:

 

Das Verfüttern von Küchen- und Speiseabfällen jeglicher Art (auch aus privaten Haushalten) an Tiere ist gesetzlich verboten!

Der Grund: Durch ein Verfüttern von Küchen- und Speiseabfällen können sehr leicht Tierseuchen – besonders Schweinepest – übertragen und verbreitet werden.

Gewerbliche Küchen- und Speiseabfälle (aus Kantinen, Gaststätten, Imbisseinrichtungen, Küchen…) sind mit Nachweis durch dafür zugelassene Unternehmen zu entsorgen (Rechnung ist als Nachweis ausreichend)! Auf dem freien Markt gibt es eine größere Anzahl von zugelassenen Unternehmen.

Nähere Informationen erhalten Sie über den Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal:  Tel.: 0351- 4040450

Bei der Lagerung von Küchen- und Speiseabfällen bis zur Abholung ist zu beachten:

  • Behältnisse sicher abdecken,
  • keine direkte Sonneneinstrahlung,
  • regelmäßiges Entsorgen.

Für die Entsorgung in privaten Haushalten empfehlen wir die Bio- oder Restabfalltonne.

Eine Entsorgung auf dem Komposthaufen wird als problematisch gesehen, da Wildschweine diese Speisereste aufnehmen können.

Selbst bei einem Verdacht auf Schweinepest werden auch gesunde Schweinebestände im Umkreis von 3 km des Verdachtsbestandes getötet!

Verstöße gegen das Verfütterungsverbot werden mit Bußgeld geahndet.

Plischke

Amtstierärztin

vorbeugenden Impfung gegen die Blauzungenkrankheit

Allgemeinverfügung zur Genehmigung der vorbeugenden Impfung gegen die Blauzungenkrankheit

An alle Halter von Rindern, Schafen u. Ziegen im

Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Vollzug des Tiergesundheitsgesetzes (TierGesG) und der EG Blauzungenbekämpfung-Durchführungsverordnung1

Allgemeinverfügung zur Bekämpfung der Blauzungenkrankheit der Landesdirektion Sachsen vom 24.08.2016 - Genehmigung zur vorbeugenden Impfung gegen die Blauzungenkrankheit

 

Die Landesdirektion Sachsen erlässt folgende

Allgemeinverfügung:

1.          Allen Haltern von Rindern, Schafen oder Ziegen im Freistaat Sachsen wird die Genehmigung erteil, Tiere dieser Arten mit einem inaktivierten Impfstoff gegen die Erreger der Blauzungenkrankheit vom Serotyp 4 und Serotyp 8 impfen zu lassen.

2.          Die Genehmigung unter Ziffer 1 wird unter folgenden Auflagen erteilt:

a. Der Tierhalter hat einen Tierarzt seiner Wahl mit der Durchführung der Impfung zu
beauftragen.

b. Die Impfung darf nur mit zugelassenen inaktivierten Impfstoffen und nach den Angaben
des Impfstoffherstellers durchgeführt werden.

c. Der Tierhalter hat dem für den jeweiligen Bestand örtlich zuständigen Lebensmittelüber-
wachungs- und Veterinäramt (Amt für Verbraucherschutz unseres Landkreises) des
Landkreises bzw. der kreisfreien Stadt jede Impfung innerhalb von sieben Tagen nach
der Durchführung unter Angabe

- der Registriernummer seines Betriebes,
- des Datums der Impfung und
- des verwendeten Impfstoffes

mitzuteilen.

d. Rinderhalter haben den die Impfung durchführenden Tierarzt zu beauftragen, die
Impfung innerhalb von 7 Tagen nach der Durchführung unter Angabe

- des Datums der Impfung und
- des verwendeten Impfstoffes
_____________________
1Verordnung zur Durchführung gemeinschaftsrechtlicher und unionsrechtlicher Vorschriften über Maßnahmen zur Bekämpfung, Überwachung und Beobachtung der Blauzungenkrankheit (EG-Blauzungenbekämpfung-Durchführungs-VO) in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. Juni 2015 (BGB.l. I S. 1098), zuletzt geändert durch Artikel 5 der Verordnung  vom 3. Mai 2016  (BGBl. I S. 1057)
einzeltierbezogen im Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere
(www.hi-tier.de) einzutragen.


3.          Für diese Allgemeinverfügung werden keine Kosten erhoben.

4.          Diese Allgemeinverfügung tritt am Tage nach ihrer Bekanntgabe in Kraft.

5.          Der vollständige Inhalt der Allgemeinverfügung kann zu den Geschäftszeiten

- im Referat 24D der Dienststelle der Landesdirektion Sachsen in Dresden,
Stauffenbergallee 2, 01099 Dresden

- im Referat 24D der Dienststelle der Landesdirektion Sachsen in Leipzig,
Braustraße 2, 04107 Leipzig oder

- in den Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämtern der Landkreise (in unserem 
Landkreis Amt für Verbraucherschutz) und kreisfreien Städte des Freistaates Sachsen

eingesehen werden.

Gründe:

I.

Die Blauzungenkrankheit ist eine durch Vektoren (Gnitzen) übertragene, virusbedingte Allgemeinerkrankung der Wiederkäuer, die insbesondere beim Schaf zu schweren klinischen Symptomen führt (Fieber, Ödeme an Lippen, Augenlidern und Ohren, blaurote Färbung (Zyanose) imMaulbereich und vor allem an der Zunge, Schleimhauterosionen und –geschwüre …). Sie kann bei tragenden Tieren Aborte verursachen bzw. zur Geburt missgebildeter oder lebensschwacher Nachkommen führen. Verschiedene Serotypen des Erregers sind in vielen Gebieten der Welt verbreitet.2

Da die Krankheit derzeit in Deutschland nicht auftritt, ist die Impfung dagegen grundsätzlich verboten. Jedoch kann die zuständige Behörde Berücksichtigung einer Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Institutes die Genehmigung zur Impfung mit inaktivierten erteilen.

Die aktuelle Risikobewertung des Friedrich-Loefflers-Institutes3 bezieht neben der Entwicklung bei der Ausbreitung von Serotyp 4 die Ausbrüche durch Serotyp 8 in Frankreich ein:

„Das in Südosteuropa kursierende Virus der Blauzungenkrankheit (BT) vom Serotyp 4 (BTV 4) breitet sich mit im Vergleich zum Vorjahr verminderter Geschwindigkeit weiter in Richtung Norden aus. Seit September 2014 berichtet auch Ungarn über BT-Ausbrüche mit dem gleichen Virusstamm, der auch in Griechenland und Rumänien kursiert. Im November 2015 wurde erstmals seit sieben Jahren BT in Östereich festgestellt. Das Virus gehört ebenfalls dem Serotyp 4 an. Auch aus Slowenien wurde ein BT-Ausbruch in unmittelbarer Grenznähe zu Österreich gemeldet. Die

159 km-Restriktionszonen reichen derzeit (30.11.2015) 80 km an die deutsche Grenze heran (vor einem Jahr betrug der Abstand noch 400 km). Darüber hinaus wurden insbesondere in Italien Infektionen mit BTV-4 festgestellt, jedoch handelt es sich nicht um den gleichen Virustyp wie auf dem Balkan.

_______________

2 Zur Vorbereitung in Europa s. http://ec.eruopa.eu/food/animals/docs/ad  controlmeasures  bt  restricted-map.jpg

3  S. www.fli.bund.de → Tierseuchengeschehen → Blauzungenkrankheit

Im September 2015 trat in der Mitte Frankreichs erstmals seit 2010 wieder BTV-8 auf und verbreitete sich über ein großes Gebiet. Bislang wurden 90 Ausbrüche gemeldet. Die Restriktionszonen reichen bis auf ca. 100 km an Deutschland heran (30.11.2015).

Ein Eintragsrisiko für BTV-4 und BTV-8 nach Deutschland besteht

-       durch die Ausbreitung lebender, infizierter Vektoren mit dem Wind,

-       durch die Einschleppung infizierter Vektoren durch den Handel und Verkehr und

-       durch den Handel mit empfänglichen Tieren, Sperma, Embryos und Eizellen.

Auf Grund der schnellen Ausbreitung des Virus in Südosteuropa wird das Eintragsrisiko für die Ausbreitung durch lebende Vektoren in der kommenden Gnitzen-Saison als wahrscheinlich bis hoch eingeschätzt. Das Eintragsrisiko über den Handel wird aufgrund der innergemeinschaftlichen Verbringung von Tieren aus betroffenen Gebieten in der Hochrisikoperiode als gering bis mäßig eingeschätzt.

Bei der Expositionsabschätzung wird das Risiko für den Eintrag durch belebte Vektoren als hoch eingeschätzt, für alle anderen Einschleppungsmöglichkeiten als gering.

Die Konsequenzabschätzung ergibt ein hohes Risiko, da sowohl BTV-4 als auch BTV-8 auf eine ungeschützte Population treffen und zu schweren wirtschaftlichen Schäden und beträchtlichen Tierleid führen können.

Bei den Handlungsoptionen besteht neben den gesetzlich vorgegebenen Maßnahmen die Möglichkeit der Impfung. Ein Impfprogramm kann zu erheblichen Kosten führen und die Ausbreitung der Blauzungenkrankheit nur dann verhindern, wenn eine hohe Impfabdeckung erreicht wird.“

Die Anordnung einer flächendeckenden Impfpflicht ist vor diesem Hintergrund nicht vorgesehen. Jedoch sollen die Halter der empfänglichen Nutztierarten in Sachsen in die Lage versetzt werden, ihre Tiere auf freiwilliger Basis gegen die Infektion zu schützen.

II.

Die Zuständigkeit der Landesdirektion Sachsen folgt aus § 1 Abs. 2 i. V. m. Abs. 5 S. 1 des Sächsischen Ausführungsgesetzes zum Tiergesundheitsgesetz (SächsAGTierGesG) vom 9. Juli 2015 (SächsGVBl. Nr. 10, S. 386).

Diese Allgemeinverfügung dient dazu, im Freistaat Sachsen ein einheitliches Verfahren zu schaffen, damit Halter von Rindern, Schafen u. Ziegen mittels Impfung ihre Tiere gegen die Infektion mit dem Erreger der Blauzungenkrankheit schützen können.

Aufgrund des Ausmaßes und der Folgen dieser Allgemeinverfügung für alle Halter von Rindern, Schafen und Ziegen im Freistaat Sachsen übernimmt die Landesdirektion Sachsen im Sinne einer sachgerechten einheitlichen Wahrnehmung die Aufgaben der Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter der Landkreise und Kreisfreien Städte (TierGesG) und der EG-Blauzungen-bekämpfung-Durchführungsverordnung.

1. Die Genehmigung unter Ziffer 1 basiert auf § 4 Absatz 1 der EG-Blauzungenbekämpfung-

    Durchführungsverordnung.

2. Die Auflage unter Ziffer 2 Buchstabe a) begründet sich damit, dass nach § 43 i. V. mit § 44

    Absatz 7 Tierimpfstoffverordnung4 Impfstoffe gegen anzeigepflichtige Tierseuchen grundsätz-

    lich nur von Tierärzten angewendet werden dürfen.

3. Die Auflage unter Ziffer 2 Buchstabe b) basiert hinsichtlich der Anwendung inaktivierter Impf-

   stoffe auf § 4 Absatz 1 der EG-Blauzungenbekämpfung-Durchführungsverordnung. Das Zulas-

   sungsgebot für Tierimpfstoffe ist in § 11 Absatz 1 des Tiergesundheitsgesetzes begründet.

4. Die Auflagen unter Ziffer 2 Buchstaben c) und d) basieren auf § 4 Absatz der EG-Blau-

    zungenbekämpfung-Durchführungsverordnung.

     Die für den Vollzug des Tiergesundheitsrechts in Sachsen zuständigen Lebensmittelüberwa-

    chungs- und Veterinärämter der Landkreise bzw. kreisfreien Städte (LÜVA) benötigen zur

    Wahrnehmung ihrer amtlichen Aufgaben in der Tierseuchenbekämpfung Kenntnis darüber,

    welcher Bestand (bei Rindern auch welches konkrete Einzeltier) wann mit welchem Impfstoff

    gegen die Blauzungenkrankheit geimpft wurde. Dies ist bei der Beurteilung der Gefährdung

    potenzieller Kontaktbestände im Seuchenfall ebenso von Belang wie bei der Interpretation von

    im Rahmen anderer Untersuchungen (z. B. Handelsuntersuchungen) erhobenen Befunden mit

    Nachweis von Antikörpern gegen den Erreger der Blauzungenkrankheit.

    Grundsätzlich erfolgt Dokumentation der Impfung im Herkunftssicherungs- und Informations-

    system für Tiere (HIT, www.hi-tier.de). Der Tierhalter selbst hat keine Berechtigung, Impfungen

    im HIT zu erfassen. Dieses darf nur der von ihm entsprechend bevollmächtigte Tierarzt bzw.

    das LÜVA (in unserem Landkreis – Amt für Verbraucherschutz).

    Die HIT-Eintragung der Bestandsimpfung bei Schafen und Ziegen erfolgt entsprechend der

    Meldung des Tierhalters durch das LÜVA (in unserem Landkreis - Amt für Verbraucherschutz).

    Bei Rindern ist die Impfung einzeltierbezogen in HIT zu erfassen. Rinderhalter, die ihre Tiere

    impfen lassen möchten, haben den mit der Impfung beauftragten Tierarzt zusätzlich mit der

    Dokumentation der Impfungen in HIT zu beauftragen. Die LÜVA müssen die Vornahme dieser

    Eintragung prüfen können. Da im Gegensatz zu einer Einzelfallgenehmigung bei einer Allge-

    meinverfügung den LÜVA nicht bereits im Genehmigungsverfahren bekannt wird, welche Tier

    halter gegen die Blauzungenkrankheit impfen, ist dies durch den Tierhalter mitzuteilen.

5. Die Kostenentscheidung in Ziffer 3 ergibt sich aus § 3 Abs. 1 Nr. 3 des Verwaltungskostenge-

    setzes des Freistaates Sachsen (SächsVwKG).

6. Die Bekanntgabe der Allgemeinverfügung nach Ziffer 4 erfolgt auf der Grundlage des § 1 des

    Gesetzes zur Regelung des Verwaltungsverfahrens und des Verwaltungszustellungsrechts für

    den Freistaat Sachsen (SächsVwVfZG) i. V. m. § 41 Abs. 4 des Verwaltungsverfahrensge-

    setzes (VwVfG). Danach gilt eine Allgemeinverfügung zwei Wochen nach der ortsüblichen Be-

    kanntmachung als bekannt gegeben. In der Allgemeinverfügung kann ein hiervon abweichen-

    der Tag, jedoch frühestens der auf die Bekanntmachung folgende Tag, bestimmt werden, § 41

    Abs. 4 Satz 4 VwVfG. Von dieser Ermächtigung wurde unter Ziffer 5 der Allgemeinverfügung

    Gebrauch gemacht, da die angeordneten tierseuchenrechtlichen Maßnahmen keinen Aufschub

    dulden. Die Bekanntmachung erfolgt nach § 41 Abs. 4 S. 1 und 2 VwVfG durch die ortsübliche

    Bekanntmachung des verfügenden Teils. Die vollständige Begründung kann in jedem Land-

    ratsamt des Freistaates Sachsen zu den üblichen Geschäftszeiten eingesehen werden.

_______________

4 Tierimpfstoff-Verordnung vom 24. Oktober 2006 (BGBl. I, S. 2355), zuletzt geändert durch Artikel 384 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I, S. 1774

 

    Die Allgemeinverfügung wird auf der Grundlage des § 41 Abs. 3 S. 2 VwVfG öffentlich bekannt

   gegeben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Adressatenkreis so groß ist, dass er, bezogen

   auf Zeit und Zweck der Regelung, vernünftigerweise nicht mehr in Form einer Einzelbekannt-

   gabe angesprochen werden kann. Von einer Anhörung wurde daher auf der Grundlage des

   § 28 Abs. 2 Nr. 4 VwVfG abgesehen.

 

Rechtsbehelfsbelehrung

Gegen diese Allgemeinverfügung kann innerhalb eines Monats nach ihrer Bekanntgabe schriftlich oder zur Niederschrift Widerspruch eingelegt werden bei der Landesdirektion Sachsen, Altchemnitzer Straße 41, 09120 Chemnitz oder den Dienststellen der Landesdirektion Sachsen in Dresden, Stauffenbergallee 2, 01099 Dresden oder in Leipzig, Braustraße 2, 04107 Leipzig. Die Schriftform kann durch die elektronische Form ersetzt werden. In diesem Fall ist das elektronische Dokument mit einer qualifizierten elektronische Dokument mit einer qualifizierten elektronischen Signatur im Sinne des Signaturgesetzes zu versehen. Der Zugang für elektronische Dokumente ist auf die Dateiformate .doc, .docx und .pdf beschränkt. Die Übermittlung des elektronischen Dokuments hat an die Adresse post@lds.sachsen.de zu erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Dr. Jens Achterberg

Referatsleiter 24D „Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung“

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