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Aktuelles

Grenzübergreifendes Naturschutzprojekt: Revitialisierung von Mooren und Habitatmanagement für das Birkhuhn im Osterzgebirge

14.06.2018

Karte Projektgebiet

Karte Projektgebiet

TetraoVit

Europäische Union. Europäischer Fonds für regionale Entwicklung.

Vom 1.1.2018 bis zum 31.12.2020 läuft im oberen Osterzgebirge bei Zinnwald und Cinovec im Rahmen des EFRE-Förderprogramms „Ahoj sousede – hallo Nachbar“ der Europäischen Union das grenzübergreifende Naturschutzprojekt „TetraoVit“, das sich mit der Revitalisierung von Hochmooren und dem Erhalt der Birkhuhnhabitate beschäftigt. Projektpartner sind die TU Dresden, Institut für Botanik, als „lead partner“, sowie der Staatsbetrieb Sachsenforst, der tschechische Staatsforst (Lesy České republiky), der Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge, der Bezirk Usti nad Labem (Ústecký kraj) und die Naturschutzorganisation „Spolek Ametyst“.

Das Birkhuhn (Tetrao tetrix) war in Mitteleuropa einst weit verbreitet und ist heute außerhalb der Hochgebirge nur noch vereinzelt zu finden. Die Vogelart ist als stark gefährdet anzusehen und streng geschützt. Die Vorkommen im Erzgebirge stellen eine der bedeutsamsten Populationen Mitteleuropas nördlich der Alpen dar. Der Erhalt dieser Vorkommen ist eine Verpflichtung und im waldgeprägten Erzgebirge auch eine Herausforderung.  Die natürlichen Habitatflächen des Birkhuhns im Erzgebirge sind die Randbereiche der Moore sowie lichte Waldbestände mit Heide und Beersträuchern im Bereich der felsigen und blockreichen Kuppen.

Die Moorlandschaften des Erzgebirges beherbergen geschützte und prioritäre Lebensraumtypen im europäischen Schutzgebietssystem „Natura 2000“ und sind gleichzeitig wichtiger Bestandteil des Habitats der heimischen Birkhühner. Aufgrund historischer Nutzungen, Torfabbau und Veränderungen des Landschaftswasserhaushalts sind die Moore des Erzgebirges gestört. Der Erhalt und die Revitalisierung der verbliebenen Moorkörper sind vordringliche Aufgaben, um die heimische Biodiversität zu bewahren und das Klima zu schützen.

Für den Birkhuhnschutz wird im Rahmen des Projektes ein Verfahren entwickelt, das die (semi-) automatisierte Erfassung der Parametern ermöglicht, die für die Beurteilung und Prognose der Eignung von Waldflächen als Birkhuhnhabitate maßgeblich sind (Baumart, Baumhöhe, Deckungsgrad der Bäume, Klassifikation der Bodenvegetation). Dies soll unter Nutzung von verfügbaren Fernerkundungsdaten (Luftbildern, hochauflösenden Satellitendaten, Digitalen Geländemodellen) erfolgen. Anschließend erfolgen eine naturschutzfachliche Interpretation der Ergebnisse sowie die Herleitung konkreter Empfehlungen für das Habitatmanagement, das im gesamten Erzgebirge angewendet werden kann.

Für den Moorschutz wird anhand von intensiven hydrologischen Untersuchungen und terrestrischen Biotopkartierungen im ca. 120 ha großen Moorkomplex zwischen Georgenfelder Hochmoor und dem tschechischen Moor „U Jezera“ eine Prognose zur Moorregenerationspotential erstellt und daraus Maßnahmeempfehlungen abgeleitet. Für den Grenzgraben am Georgenfelder Hochmoor sind im Rahmen des Projektes mehrere Staumaßnahmen vorgesehen. Dafür läuft im Jahr 2018 die hydrologische Planung.

Wachtelkönig - Öffentlicher Meldeaufruf

14.03.2018

Wachtelkönig

Wachtelkönig

Wachtelkönig - Öffentlicher Meldeaufruf

Das Referat Naturschutz ruft zur Meldung von Wachtelkönigen auf. Die Vögel rufen Mai-Juli aus den Wiesen nachts ausdauernd „krrr-krrr“. Wir bitten Sie, die Meldungen unter Angabe von Art, Anzahl, Datum und Ort umgehend zu übermitteln!

Eine Tonaufnahme des unverwechselbaren Rufs des Wachtelkönigs ist hier zu hören: Wachtelkoenig-Ruf.wav

Meldungen zu Braunkehlchen, Wiesenpieper und Bekassine werden ebenfalls entgegengenommen.

Kontakt:
Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Umweltamt
Marit Deumlich
Weißeritzstr. 7
01744 Dippoldiswalde
03501-515 3478
Marit.deumlich@landratsamt-pirna.de

Neue Aufrufe nach Richtlinie Natürliches Erbe

12.03.2018

Sanierung des Laichgewässers „Böhms Teich“ in Burkhardswalde

Sanierung des Laichgewässers „Böhms Teich“ in Burkhardswalde

Neue Aufrufe für B.1 (Naturschutzfachplanungen) und B.2 (Studien zur Dokumentation von Artvorkommen) eingestellt. Siehe auch

https://www.smul.sachsen.de/foerderung/3528.htm

Am 05.03.2018 wurden  Aufrufe zur Einreichung von Förderanträgen für die Fördergegenstände B.1 (Naturschutzfachplanungen) und B.2 (Studien zur Dokumentation von Artvorkommen) veröffentlicht. Der Aufruf B.1 läuft bis zum 31.05.2018. Der Aufruf B.2 läuft bis zum 30.04.2018.

Aufrufe für A.1 – A.3 (Biotopgestaltung, Artenschutz, Technik und Ausstattung), A4./A.5 (Biotopgestaltung/Artenschutz im Wald) und C.2 (Naturschutzbezogene Öffentlichkeits-/Bildungsarbeit) eingestellt.

Am 12.02.2018 wurden  Aufrufe zur Einreichung von Förderanträgen für die Fördergegenstände A.1 – A.3 (Biotopgestaltung, Artenschutz, Technik und Ausstattung), A4./A.5 (Biotopgestaltung/Artenschutz im Wald) und C.2 (Naturschutzbezogene Öffentlichkeits-/Bildungsarbeit) veröffentlicht. Die Aufrufe A.1 – A.3 und A.4/A.5 laufen bis zum 30.04.2018. Der Aufruf C.2 läuft bis zum 31.05.2018.

Die zuständige Bewilligungsbehörde für die Richtlinie NE/ 2014 ist das Sachgebiet Naturschutz des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie,

Förder- und Fachbildungszentrum Kamenz, Garnisonsplatz 13, 01917 Kamenz

https://www.smul.sachsen.de/lfulg/7473.htm

Förderanträge für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind an die genannte Adresse zu senden.

Ihre Ansprechpartner sind folgende Kollegen:

Zuständigkeit

Name

Telefon

Naturschutzförderung - regional

Susann Ludorf

03578/ 3374-86

Trockenmauern / Technik

Nils Marten

03578/ 3374-73

 

Bitte nehmen Sie mit den genannten Kollegen vor Antragstellung Kontakt auf.

Antragstellung für Maßnahmen zur Anlage und Sanierung von Gehölzen (F)

Seit 30.05.2017 sind die Antragsformulare für folgende Vorhaben der Anlage und Sanierung von Gehölzen auf der Internetseite des SMUL eingestellt:

  • Anlage von Hecken, Feld- und Ufergehölzen
  • Sanierung von Hecken, Steinrücken, Feld- und Ufergehölzen
  • Sanierung von Kopfbäumen
  • Pflanzung von Einzelbäumen, Baumreihen und Baumgruppen

Die Unterlagen finden Sie unter der Überschrift „Unterlagen zur Anlage und Sanierung von Gehölzen (F)“. Anträge können beim Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie fortlaufend eingereicht werden. Ein Aufruf mit Antragsfrist ist hier nicht erforderlich.

Allgemeine Hinweise zur Richtlinie Natürliches Erbe/2014

Ziel des Freistaates Sachsen mit der Richtlinie NE/2014 ist die nachhaltige Sicherung der natürlichen biologischen Vielfalt sowie des natürlichen ländlichen Erbes durch die Erhaltung und Entwicklung von Lebensräumen oder Populationen wildlebender Tier- und Pflanzenarten sowie von typischen Landschaftsbildern und der historisch gewachsenen Vielfalt der Kulturlandschaft. Zur Erreichung dieses Ziels werden folgende Maßnahmen unterstützt:

A         Investive Maßnahmen zur Sicherung der natürlichen biologischen Vielfalt

B         Wiederkehrende Maßnahmen zur Sicherung der natürlichen biologischen Vielfalt

C         Naturschutzberatung und Öffentlichkeitsarbeit

D         Komplexvorhaben des Naturschutzes       

F          Anlage und Sanierung von Gehölzen

Die Antragstellung für die verschiedenen Fördergegenstände ist nur nach erfolgtem Aufruf zur Antragstellung in Internet möglich. In den Aufrufen sind die geltenden Auswahlkriterien, Schwellenwerte, das Finanzmittelbudget und der Stichtag zur Antragseinreichung angegeben. Auch kann der Aufruf die Bedingung enthalten, dass bei Antragstellung eine Kooperationsvereinbarung mit der zuständigen unteren Naturschutzbehörde vorgelegt werden muss.

 Anträge können zum Beispiel für

- Vorhaben der Biotopgestaltung (A.1), des Artenschutzes (A.2) und der Anschaffung von Technik und Ausstattung (A.3), Vorhaben der Biotopgestaltung und des Artenschutzes im Wald (A.4/A.5), die Anlage und Sanierung von Stützmauern landwirtschaftlicher Flächen (A.6),  Naturschutzfachplanungen (B.1) und Studien zur Dokumentation von Artvorkommen (B.2), Qualifizierung Naturschutz für Landnutzer (C.1), naturschutzbezogene Öffentlichkeits-/Bildungsarbeit (C.2), für Vorhaben zur Prävention vor Wolfsschäden (E.) und für die Anlage und Pflege von Gehölzen (F.) gestellt werden.

Die Förderung kann für folgende Vorhabentypen nach A.1, A.4, A.6, B.2, C.3 und F als Festbetragsfinanzierung auf der Grundlage standardisierter Einheitskosten gewährt werden:

aa) Kopfbaumschnitt,

bb) Gehölzsanierung Hecken-, Feld- und Ufergehölze,

cc) Gehölzsanierung Obstgehölze (Streuobstbestände/Obstbaumreihen),

dd) Anlage von Hecken, Feldgehölzen und Ufergehölzen,

ee) Pflanzung von Obstgehölzen (Streuobstbestände/Obstbaumreihen),

ff) Pflanzung von Einzelbäumen, Baumgruppen und Baumreihen,

gg) Biotopsanierung durch Mahd,

hh) Entbuschung von Biotop- und Habitatflächen

ii) Anlage/Sanierung von Stützmauern landwirtschaftlicher Flächen,

jj)   Dokumentation von Artvorkommen an Amphibienleiteinrichtungen

 

Die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Sächsische Schweiz – Osterzgebirge befürwortet eine umfangreiche Teilnahme der Land- und Forstwirte sowie Naturschutzinstitutionen und privaten Antragsteller am neu aufgelegten Fördergramm des Freistaates und wird diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Zuständigkeiten unterstützen. Erste Ansprechpartner ist die jeweilige Außenstelle des LfULG in Kamenz.

 

Machbarkeitsstudie für ein Folgekonzept für das Naturschutzgroßprojekt „Bergwiesen im Osterzgebirge“ fertiggestellt

02.02.2018

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Blick auf den Erzgebirgskamm von Glashütte - Dittersdorfer Höhe

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Steinrücken Rückenhain Neudörfel

 

Das Naturschutzgroßprojekt „Bergwiesen im Osterzgebirge“, das seit dem Jahr 1999 eine bedeutende naturschutzfachliche Arbeit im Osterzgebirge leistet, läuft 2018 aus (www.bergwiesen-osterzgebirge.de) .

Vor diesem Hintergrund hat der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge eine Machbarkeitsstudie mit der Aufgabe in Auftrag gegeben, die Weiterführung der positiven Entwicklung der erfolgreichen Naturschutzarbeit auf eine breite Grundlage zu stellen. Dabei wurde neben dem bisherigen Projektgebiet das gesamte Osterzgebirge innerhalb des Landkreises Sächsische Schweiz - Osterzgebirge einbezogen. Das Planungsbüro „plan T“ hat dafür auf Grundlage vorhandener Daten in Behörden und Institutionen eine umfassende naturschutzfachliche Analyse erstellt, Gespräche mit beteiligten Akteuren und Landnutzern in den Gemeinden geführt und  für die Belange des Naturschutzes, des Tourismus, der Land- und Forstwirtschaft sowie des Hochwasserschutzes ausgewertet.

Auf dieser Grundlage wurden Vorschläge für die Weiterentwicklung der Kooperation mit den Landnutzern, Kommunen und Naturschutzvereinen in einer Naturschutzstation sowie die Vorbereitung eines Großschutzgebietes erarbeitet.

Die Details der Machbarkeitsstudie können in der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises eingesehen bzw. vom Referat Naturschutz zur Verfügung gestellt werden. Ansprechpartner ist Dr. Hachmöller, Tel. 03501-5153430, e-mail:  Bernard.Hachmoeller@landratsamt-pirna.de

Meldeaufruf zum Schutz der Wiesenbrüterarten Wachtelkönig, Braunkehlchen, Wiesenpieper und Bekassine

März 2018

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Wiesenbrütervorkommen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 2016

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Braunkehlchen

Projekt zum Schutz der Wiesenbrüterarten Braunkehlchen, Bekassine und Wachtelkönig

Die Bestände der Wiesenbrüterarten Braunkehlchen, Bekassine und Wachtelkönig sind in den letzten Jahren sowohl in Sachsen als auch in ganz Deutschland dramatisch zurückgegangen. Viele Gebiete sind mittlerweile verwaist, sodass dringender Handlungsbedarf besteht. Um die Bestände in Sachsen zu stabilisieren startete das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft 2016 ein Projekt zum Schutz der Wiesenbrüter, in welchem die Mitarbeiter ehrenamtliche Akteure, Landnutzer und Behörden vernetzen.

Verbreitungsschwerpunkt im Landkreis

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge konzentrieren sich die Vorkommen auf extensiv genutzte Wiesen in den höheren Lagen des Erzgebirgskamms. Dort zeigt die Zusammenarbeit zwischen Behörden und ansässigen Landwirtschaftsbetrieben im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes „Bergwiesen im Osterzgebirge“ bereits Erfolg. Einen weiteren Verbreitungsschwerpunkt bilden die Gebiete um Neustadt und Sebnitz. Wie auf der Landkreiskarte zu sehen, liegen für Braunkehlchen und Wachtelkönig jedoch auch Meldungen aus weiteren Gemeinden vor.

Meldeaufruf

Brutpaare können durch eine angepasste Wiesenmahd geschützt werden. Dazu ist die Vernetzung von Landnutzern, Behörden und ehrenamtlichen Akteuren notwendig. Sind Ihnen Vorkommen von Braunkehlchen, nachts rufende Wachtelkönige oder während der Balz zu beobachtende Bekassinen bekannt, bitte melden Sie diese mit Angaben zu Datum, Ort, Anzahl und Verhalten zügig an das Referat Naturschutz des Landratsamtes in Dippoldiswalde. Denn nur bekannte Brutpaare können geschützt werden!

Kontakt:

Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Umweltamt
Marit Deumlich
Weißeritzstr. 7, 01744 Dippoldiswalde
03501-515 3478
Marit.deumlich@landratsamt-pirna.de

Sanierung des Schilfteiches in Biensdorf

28. November 2016

Schilfteich Biensdorf

Schilfteich Biensdorf

Teich während der Entschlammung

Teich während der Entschlammung

Teich vor der Sanierung

Teich vor der Sanierung

In Liebstadt, Ortsteil Biensdorf, wurde am 22. Oktober 2016 die Sanierung des Schilfteiches als Laichgewässer für Amphibien fertiggestellt.

Der Teich ist Lebensraum des Kammmolches, des Grasfrosches und anderer Amphibienarten, sowie des Grünfüßigen Teichhuhns. Leider war die Wasserfläche durch Verlandung und einen defekten Mönch fast verschwunden.

Durch eine Artenschutzmaßnahme im Rahmen der Förderrichtlinie „Natürliches Erbe“, die vom Landschaftspflegeverband „Sächsische Schweiz - Osterzgebirge“ vorbereitet und fachlich begleitet wurde, konnte der Teich entschlammt und der Damm und Mönch wieder instandgesetzt werden. Inzwischen führt er wieder ausreichend Wasser, so dass die Amphibien im kommenden Frühjahr wieder laichen können.

Die Fotos zeigen den Teich vor der Maßnahme, während der Entschlammung und mit Wasser gefüllt nach dem erfolgreichen Abschluss der Maßnahme.

Bergwiesen im Gebiet des Naturschutzgroßprojektes

Bergwiese

Bergwiese

Die Bergwiesen im Gebiet unseres Naturschutzgroßprojektes stellen in jeder Jahreszeit ein eindrucksvolles Erlebnis dar. Optische und akustische Impressionen belegen dies beim Öffnen des folgenden Links.
 

Neues Leben im Georgenfelder Hochmoor

Renaturierung Hochmoorkern

Foto 1: Das Georgenfelder Hochmoor wird ein Jahr nach der Wiedervernässung von einer Kette von Wasserflächen im angestauten Bergwerksgraben durchzogen, Foto Holger Menzer, August 2014

Renaturierung Bergwerksgraben

Foto 2: Foto 2: Im Juli 2016 ist erkennbar, dass sich die Torfflächen am angestauten Graben nach und nach begrünen. Am oberen Bildrand sind die tschechische Grenze und der Moorlehrpfad zu sehen. Foto: Holger Menzer

Renaturierungsfläche

Foto 3: In der Renaturierungsfläche sind im Juni 2016 die weißen Fruchtstände des Scheidigen Wollgrases sowie erste flutende Torfmoosrasen zu erkennen. Foto: Bernard Hachmöller

Umfassende Wiedervernässungsmaßnahmen haben neues Leben in das Georgenfelder Hochmoor gebracht. Im Oktober 2013 wurden im dicht bewachsenen Hochmoorkern und auf einer benachbarten Fläche des Staatsbetriebs Sachsenforst insgesamt fast 100 Staue und Grabenverfüllungen angelegt. Grundlage dafür war eine gemeinsame Initiative des Forstbezirks Bärenfels, der Stadt Altenberg, des Landratsamtes und des Fördervereins für die Natur des Osterzgebirges. Die Maßnahmen in Höhe von insgesamt ca. 110.000 Euro wurden durch Naturschutz-Ausgleichsmittel sowie durch Mittel des Freistaates Sachsens und des Landkreises finanziert. Sie wurden mit Hilfe der Baufirma Zier und dem Landschaftsplanungsbüro Siuda umgesetzt und vom Förderverein für die Natur des Osterzgebirges koordiniert.

Seitdem lassen sich in jedem Jahr neu Fortschritte in der Vegetationsentwicklung und Besiedlung durch moortypische Tierarten in den wiedervernässten Flächen beobachten. Ein Vergleich der Luftbilder von August 2014 mit Juni 2016 zeigt eindrucksvoll, dass die angestauten Flächen an dem quer durch den Hochmoorkern verlaufenden Bergwerksgraben nach und nach mit moortypischer Vegetation zuwachsen. Während einige jetzt unter Wasser stehende Moorkiefern absterben, wachsen von den Torfdämmen und der ehemaligen Baggertrasse aus typische Pflanzenarten wie Scheidiges und Schmalblättriges Wollgras, Seggen und Pfeifengras sowie Besenheide und Beersträucher in die Renaturierungsflächen ein. Besonders in der Mitte der angestauten Fläche, in der sich im Urzustand des Moores vermutlich früher ein größerer Kolk befand, wachsen schon flutende Torfmoose in den flachen Wasserflächen. Diese Torfmoose haben das Moor über mehrere Tausend Jahren nach der Eiszeit aufgebaut. Wenn Torfmoospolster wieder die vernässten Flächen überziehen, kann das Moorwachstum langsam wieder beginnen. Dafür sind aber sehr lange Zeiträume erforderlich. Aus der Entwicklung der Moore wurde durch Torfbohrungen gefolgert, dass ein Hochmoor etwa 1000 Jahre braucht, um eine Torfschicht von einem Meter aufzubauen.

Als erste Besiedler aus der Tierwelt sind im Sommer an den Moorgewässern zahlreiche Insekten, darunter die farbenprächtigen Libellen zu beobachten. Die aufgelichteten, wiedervernässten Torfflächen bieten auch Lebensraum für die Reptilienarten Kreuzotter und Waldeidechse und  seltene  Schmetterlinge. 

Maßnahmen zur Moor-Renaturierung haben seit 2013 auch im Rahmen des Naturschutzgroß-projektes "Bergwiesen im Osterzgebirge", z. B. an der Fürstenauer Heide stattgefunden (s. Internet-Seite des Naturschutzgroßprojektes: www.bergwiesen-osterzgebirge.de ). Dort können der urige Moorbirkenwald und die umgebenden, bunt blühenden Feuchtwiesen von einem kleinen Rundweg aus erwandert werden.  

Das Georgenfelder Hochmoor ist vom Moorlehrpfad, der vom Förderverein für die Natur des Osterzgebirges betreut wird, gut erlebbar. Das Moor ist in der Zeit von März bis Ende Oktober von 09:00 – 17:00 Uhr geöffnet.

Kontakte:
Landratsamt Sächsische Schweiz – Osterzgebirge
Umweltamt, Referat Naturschutz
z. Hd. Herrn Dr. Hachmöller
Weißeritzstraße 7, 01744 Dippoldiswalde
Tel. 03501-5153430
 
Förderverein für die Natur des Osterzgebirges
Bielatalstraße 28, 01773 Altenberg
Tel.: 035054 29140
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