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Das Landratsamt Sächsische Schweiz hat im Jahr 2021 mit Mitteln des Förderprogramms „Natürliches Erbe“ des Freistaates Sachsen einen kleinen Teich in der Gemarkung Maxen sanieren lassen. Dieser Teich, der wahrscheinlich früher zur Wasserversorgung des Weideviehs dienste,. war verschlammt und hatte nur noch eine Wassertiefe von wenigen Zentimetern. Er wurde aber trotzdem von Grasfröschen und Springfröschen zur Laichablage genutzt. Springfrösche sind in Sachsen selten geworden und gehören zu den gesetzlich streng geschützten Arten nach Bundesnaturschutzgesetz und FFH-Richtlinie.

Die Anregung kam aus der Kirchgemeinde Maxen, die auch Eigentümer der Fläche ist.

Zur Sanierung des Laichgewässers gehörten die Pflege der Gehölze, eine Entnahme des Teichschlammes und Neuprofilierung des Teiches, die Neuerrichtung eines Teichdammes mit Überlaufrinne sowie Gehölzpflanzung als Erosionsschutz im Zulaufbereich einschließlich Bau eines festen Geländers aus Robinienholz. Das Management der Teichsanierung erfolgte durch den Landschaftspflegeverband. Die Firma Landschaftsbau Seiffert aus Oberfrauendorf führte alle Arbeiten im März 2021 zuverlässig und schnell aus, so dass der Teich zu Beginn der Laichzeit des Grasfrosches bereits zur Verfügung stand. Zu diesem Zeitpunkt suchten zahlreiche Frösche den frisch angestauten Teich zur Laichablage auf.

Das Ziel, den Lebensraum des Springfrosches (Rana dalmatina) und des Grasfrosches (Rana temporaria) deutlich zu verbessern und damit die Population zu sichern, konnte mit der Sanierung des Teiches erreicht werden. Im Sommer 2021 sind mehrere hundert Kaulquappen zu beobachten gewesen.

Neben dem Fördermittelgeber, der Landschaftsbaufirma Seiffert und Frau Jost vom Landschaftspflegeverband „Sächsische Schweiz – Osterzgebirge“ dankt das Landratsamt der Familie Faber, die sich ehrenamtlich um den kleinen Teich kümmert.

Das Landschaftsschutzgebiet „Dippoldiswalder Heide und Wilisch“ wurde am 04.07.1974 durch Beschluss des Bezirkstages Dresden (Beschluss-Nr. 92-14/74) mit einer Fläche von 2.977 ha auf der damaligen Rechtsgrundlage festgesetzt. Zur Überführung der bisherigen rechtlichen Grundlagen in nunmehr geltendes Naturschutzrecht wurde im Rahmen einer Neubearbeitung die Überprüfung der Schutzwürdigkeit und des Schutzzweckes auf Grundlage aktueller naturschutzfachlicher Bewertungen erforderlich.

Nach der Neuabgrenzung befindet sich das LSG mit einer Gesamtfläche von 3.339 Hektar auf dem Gebiet der Gemeinden Kreischa, Müglitztal, Glashütte, Dippoldiswalde, Rabenau und Bannewitz. Den jeweiligen größten Flächenanteil haben die Gemeinden Kreischa und Rabenau mit jeweils circa einem Drittel der Gesamtfläche.

Logo für das Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014 - 2020

Streuobstwiesen sind wertvolle Elemente der Kulturlandschaft, die eine hohe Bedeutung für das Landschaftsbild haben. Viele gefährdete und seltene Tier- und Pflanzenarten wie Eremit, Wendehals, Neuntöter u.s.w. finden in Streuobstwiesen ihren Lebensraum. Streuobstwiesen sind als Schwerpunktflächen im Biotopverbund anzusehen. In der Roten Liste der Biotoptypen Sachsen sind sie als gefährdet bis stark gefährdet eingestuft. Die Erhaltung und Entwicklung der Streuobstwiesen hat daher besondere Bedeutung.

Seit dem Frühjahr 2019 wurde daher ein Konzept zur Streuobstwiesenerhaltung und -entwicklung für das Gebiet der Kommunen Kreischa, Dohna und Müglitztal erstellt. Ziel des Konzeptes war alle Streuobstwiesenbestände zu erfassen und zu bewerten. Daraus sind allgemeine Handlungsgrundsätze sowie konkrete Handlungsvorschläge zur Erhaltung und Entwicklung der Streuobstwiesen erarbeitet worden. Außerdem wurden mögliche Streuobstwiesen-Entwicklungsflächen zur Stärkung des Biotopverbunds vorgeschlagen.

Die Ergebnisse wurden in das Biotopverzeichnis des Landkreises eigearbeitet und stehen über das Geoportal für jederman zur Verfügung.

Die Naturschutzstrategie der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Sächsische Schweiz – Osterzgebirge, die in folgendem Dokument zusammengefasst ist, wurde 2019 im Rahmen einer Naturschutzbeiratssitzung vorgestellt und wird laufend fortgeschrieben.

Vom 1.1.2018 bis zum 31.12.2020 läuft im oberen Osterzgebirge bei Zinnwald und Cinovec im Rahmen des EFRE-Förderprogramms „Ahoj sousede – hallo Nachbar“ der Europäischen Union das grenzübergreifende Naturschutzprojekt „TetraoVit“, das sich mit der Revitalisierung von Hochmooren und dem Erhalt der Birkhuhnhabitate beschäftigt. Projektpartner sind die TU Dresden, Institut für Botanik, als „lead partner“, sowie der Staatsbetrieb Sachsenforst, der tschechische Staatsforst (Lesy České republiky), der Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge, der Bezirk Usti nad Labem (Ústecký kraj) und die Naturschutzorganisation „Spolek Ametyst“.

Das Birkhuhn (Tetrao tetrix) war in Mitteleuropa einst weit verbreitet und ist heute außerhalb der Hochgebirge nur noch vereinzelt zu finden. Die Vogelart ist als stark gefährdet anzusehen und streng geschützt. Die Vorkommen im Erzgebirge stellen eine der bedeutsamsten Populationen Mitteleuropas nördlich der Alpen dar. Der Erhalt dieser Vorkommen ist eine Verpflichtung und im waldgeprägten Erzgebirge auch eine Herausforderung.  Die natürlichen Habitatflächen des Birkhuhns im Erzgebirge sind die Randbereiche der Moore sowie lichte Waldbestände mit Heide und Beersträuchern im Bereich der felsigen und blockreichen Kuppen.

Die Moorlandschaften des Erzgebirges beherbergen geschützte und prioritäre Lebensraumtypen im europäischen Schutzgebietssystem „Natura 2000“ und sind gleichzeitig wichtiger Bestandteil des Habitats der heimischen Birkhühner. Aufgrund historischer Nutzungen, Torfabbau und Veränderungen des Landschaftswasserhaushalts sind die Moore des Erzgebirges gestört. Der Erhalt und die Revitalisierung der verbliebenen Moorkörper sind vordringliche Aufgaben, um die heimische Biodiversität zu bewahren und das Klima zu schützen.

Für den Birkhuhnschutz wird im Rahmen des Projektes ein Verfahren entwickelt, das die (semi-) automatisierte Erfassung der Parametern ermöglicht, die für die Beurteilung und Prognose der Eignung von Waldflächen als Birkhuhnhabitate maßgeblich sind (Baumart, Baumhöhe, Deckungsgrad der Bäume, Klassifikation der Bodenvegetation). Dies soll unter Nutzung von verfügbaren Fernerkundungsdaten (Luftbildern, hochauflösenden Satellitendaten, Digitalen Geländemodellen) erfolgen. Anschließend erfolgen eine naturschutzfachliche Interpretation der Ergebnisse sowie die Herleitung konkreter Empfehlungen für das Habitatmanagement, das im gesamten Erzgebirge angewendet werden kann.

Für den Moorschutz wird anhand von intensiven hydrologischen Untersuchungen und terrestrischen Biotopkartierungen im ca. 120 ha großen Moorkomplex zwischen Georgenfelder Hochmoor und dem tschechischen Moor „U Jezera“ eine Prognose zur Moorregenerationspotential erstellt und daraus Maßnahmeempfehlungen abgeleitet. Für den Grenzgraben am Georgenfelder Hochmoor sind im Rahmen des Projektes mehrere Staumaßnahmen vorgesehen. Dafür läuft im Jahr 2018 die hydrologische Planung.

Referent Naturschutz

David Braun

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