Archivverbund

Willkommen auf der Internetseite des Archivverbundes Pirna

Eingangsbereich des Archivverbundes Pirna
Frühneuzeitliche Bausubstanz mit Vollverglasung: Der Eingangsbereich des Archivverbundes.

Der Archivverbund Pirna ist ein öffentliches Archiv gemäß § 13 Archivgesetz für den Freistaat Sachsen. Wir sichern, bewerten, erschließen und verwahren Unterlagen des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und seiner Vorgängerkreise (Dippoldiswalde, Freital, Pirna, Sächsische Schweiz, Sebnitz und Weißeritzkreis), der Stadtverwaltung von Pirna und der kreisangehörigen Kommunen ohne eigenes Archiv und machen sie schließlich nutzbar. Wir garantieren, dass auch künftigen Generationen authentische Quellen zur Verfügung stehen werden.

Als Gedächtnis von Stadt und Landkreis ist das Archiv die Anlaufstelle für Fragen zur Geschichte der Region. Wir unterstützen Forschung, Lehre und Studium durch Beratung, Auskünfte und Bereitstellung von Quellen. Die Benutzung des Archivs steht jedermann offen. Dadurch tragen wir auch zur Transparenz der öffentlichen Verwaltung bei.

Gleichzeitig ist das Archiv ein Dienstleister für die Verwaltung und alle Einrichtungen des Landkreises und der Stadt Pirna. Wir gewährleisten rechtssichere Entscheidungsgrundlagen, beraten in Fragen der Schriftgutverwaltung und sind Ansprechpartner bei einer Aktenaussonderung.

Aktuell: Öffnung des Archivverbunds für den Besucherverkehr

Der Archivverbund öffnet jeweils Dienstag und Donnerstag von 08:00 bis 18:00 Uhr für den Besucherverkehr. Bitte vereinbaren Sie vor Ihrem Besuch per Telefon oder E-Mail einen Termin.

Bitte sehen Sie von spontanen Besuchen ab, da unser Lesesaal nur über eine begrenzte Kapazität verfügt. Das Tragen von Masken (vorzugsweise FFP2) sowie die Einhaltung des Mindestabstandes wird weiterhin dringend empfohlen.

Bei der Bearbeitung Ihrer schriftlichen Anfragen kann es auch weiterhin zu einer zeitlichen Verzögerung von mehreren Wochen kommen. Reichen Sie Ihre Anfragen an den Archivverbund bitte per E-Mail oder Post ein. Bitte sehen Sie von telefonischen Anfragen ab.

Vielen Dank für Ihr Verständnis. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Als Archivbenutzung zählen schriftliche Anfragen, Beratung durch Archivmitarbeiter oder persönliche Akteneinsicht im Lesesaal. Der erste Schritt ist in der Regel die schriftliche Anfrage (als Email oder Briefpost, Kontaktdaten siehe unten) mit Angabe Ihres Namens, Ihrer Kontaktdaten (möglichst inklusive Ihrer Telefonnummer für kurze Rücksprachen) und des Sie interessierenden Gegenstandes. Wir werden uns anschließend mit Ihnen über das weitere Vorgehen abstimmen.

Da eine Archivbenutzung eine Vorbereitung erfordert, ist Ihr unangemeldetes Erscheinen zu den Öffnungszeiten ohne vorherige Abstimmung mit uns zwar möglich, aber nicht ratsam.

Einfache Benutzungsanliegen können oft schon durch eine Antwort unsererseits auf Ihre schriftliche Anfrage geklärt werden. Dabei können Gebühren für Recherchen, Kopien und Beglaubigungen anfallen. Gebühren fallen dabei unabhängig davon an, ob im Rahmen einer Anfrage auch tatsächlich Archivunterlagen oder Informationen gefunden werden konnten.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns bei komplexeren Anfragen auf die Nennung einschlägiger Bestände, einzelner Archivalien oder auch von Sekundärliteratur beschränken müssen. Die Auswertung dieser Unterlagen ermöglichen wir Ihnen gern bei einem Archivbesuch in unserem Lesesaal. Auch für die Benutzung der Unterlagen im Lesesaal können Gebühren anfallen.

Im Lesesaal stehen Ihnen 15 Arbeitsplätze, darunter ein Mikrofilmlesegerät und ein Rechner mit Digitalisaten, zur Verfügung. Schließfächer für Ihre persönlichen Gegenstände sind vorhanden.

Es besteht die Möglichkeit gebührenpflichtige Kopien (als Papierausdruck oder Digitalisat auf CD bzw. als Emailanhang) zu bestellen. Das selbstständige Anfertigen von Kopien mittels privater Geräte (Fotoapparat, Smartphone) ist leider noch nicht möglich.

Allgemeines

Für die Regelung von Erbschaftsangelegenheiten, aber auch für Familien- bzw. Ahnenforschung, sind die Unterlagen der Standesämter eine wichtige Quelle. Diese Unterlagen gliedern sich für jedes Standesamt üblicherweise in vier große Gruppen:

  • Geburts-, Heirats- und Sterbebücher. Drei vom Standesamt rein chronologisch und getrennt von einander geführte Registerbandserien. Sie enthalten jeweils die formalisierten Einträge für eins der drei Lebensereignisse im Standesamtsbezirk. Die Bände umfassen idR. je ein Jahr, bei größeren Standesämtern auch nur halbe Jahre, bei kleineren mehrere Jahre. Um hier eine Person bzw. ein Ereignis zu finden, benötigt man das genaue Datum oder die Registernummer.
  • Alphabethische Namensverzeichnisse zu den Registerbüchern. Zeitgenössische Hilfsmittel, die das Auffinden von Personen und Ereignissen in den Registerbüchern auch ohne genaue Kenntnis von Datum oder Registernummer ermöglichen. Umfassen mehrere Jahre, z.T. Jahrzehnte, aber immer nur einen Standesamtsbezirk.
  • Geburts-, Heirats- und Sterbesammelakten. Drei parallel zu den Registerserien geführte Aktenserien. Sie beinhalten den Schriftwechsel, der im Zusammenhang mit der Erstellung des Eintrags im entsprechenden Registerbuch anfiel. Nicht zu allen Registerbüchern sind die Sammelakten überliefert.
  • Sonstige Unterlagen. Darunter fallen Namensänderungen, Kirchenaustritte, Adoptionen und Anerkennung von Kindern.

Diese Unterlagen werden von den Standesämtern gemäß den Fristen des Personenstandsgesetzes (Geburten nach 110 Jahren, Heiraten nach 80 Jahren, Tode nach 30 Jahren) an die zuständigen Kommunalarchive abgegeben. Da viele Gemeinden im Landkreis über kein eigenes Archiv verfügen, hat der Archivverbund in seiner Rolle als Kreisarchiv die Unterlagen vieler, aber bei weitem nicht aller Standesämter übernommen.

Standesamtsunterlagen fallen unter personenbezogene archivische Schutzfristen, dh. sie sind erst 10 Jahre nach dem Tod, hilfsweise 100 Jahre nach der Geburt, oder, wenn weder das eine noch das andere ermittelbar ist, 60 Jahre nach Entstehung der Unterlagen ohne weiteres zur Einsicht durch Archivbenutzer freigegeben. Insbesondere die Ehebücher unterliegen durch die darin verzeichneten Kinder langen Schutzfristen.

Sofern die Unterlagen noch nicht insgesamt frei von allen archivischen Schutzfristen sind, können sie nur über konkrete schriftliche Anfragen zu einer bestimmten Person genutzt werden. Solche Anfragen sind gebührenpflichtig.

Für die Bearbeitung einer solchen Anfrage benötigen wir:

  • Name und Vorname(n) der gesuchten Person. Hatte sie mehrere Vornamen, sollte der Rufname (sofern bekannt) gekennzeichnet werden.
  • Datum und / oder Registernummer der Geburts- / Heirats- / Sterbeurkunde. Ist das genaue Datum bzw. die Nummer nicht bekannt, kann eine Suche immer noch über die alphabetischen Namensverzeichnisse der Register erfolgen.
  • Ort der Geburt / der Heirat / des Todes.
    • Standesämter arbeiten nach räumlicher Zuständigkeit für den Ort eines Ereignisses. Wohnt z.B. jemand sein Leben lang in Pirna, verstirbt aber bei einem Verkehrsunfall in Dresden, ist sein Tod beim Standesamt Dresden registriert.
    • Tode von Soldaten in den Weltkriegen wurden im Heimatstandesamt registriert. Allerdings oft erst nach Wochen oder Monaten.
    • Ist ein Todesort nicht ermittelbar, gibt der Ort der Auffindung der Leiche den Ausschlag über das zuständige Standesamt.
    • Heiraten erfolgten oft am bisherigen Wohnort der Braut.
    • Orte wechselten gelegentlich die Standesamtszugehörigkeit bzw. hatten zu bestimmten Zeiten eigene Standesämter.
    • Ohne genaue Ortsangabe ist eine Suche mitunter langwierig und teuer, da sie sich über mehrere Standesamtsbestände erstrecken kann.
  • Ihre Rechnungsanschrift und eine formlose Einverständniserklärung zur Kostenübernahme.
  • Angabe, ob Kopien der Personenstandsunterlagen (Urkunden und / oder Sammelakten) gewünscht sind und ob für diese Kopien eine Beglaubigung (idR. wichtig für eine Vorlage bei Gericht) benötigt wird. Grundsätzlich muss bei Kopien aus den Registerbüchern wegen der engen Bindung mit Informationsverlust im Buchfalz gerechnet werden.
  • Eine Telefonnummer für Rückfragen

Je nach Umfang der Anfrage und den bereits vorhandenen Informationen können die Gebühren schwanken. Grundsätzlich berechnen wir 25,00 € pro angefangene Arbeitshalbstunde für die Beantwortung von schriftlichen Anfragen, 0,70 € pro schwarz/weiße A4-Kopie bzw. 1,00 € pro schwarz/weiße A3-Kopie und 2,90 € pro angefangene 5 Arbeitsminuten für Beglaubigungen.

Sterbeurkunden des „Standesamtes Sonnenstein“

1940 und 1941 wurden von den Nationalsozialisten im Rahmen der „Operation T4“ in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein rund 13720 vorwiegend psychisch kranke und geistig behinderte Menschen umgebracht. Damit einher gehend wurde das kurzlebige Standesamt Sonnenstein eingerichtet.

Das Standesamt Sonnenstein ging keiner standesamtlichen Tätigkeit im herkömmlichen Sinne nach. Seine Aufgabe war, die auch nach damals geltendem Recht illegale Arbeit der Tötungsanstalt vor der Öffentlichkeit zu verbergen und die Vergasung der Opfer nach Außen als natürliche Tode zu präsentieren. Entsprechend versandte es zwar an die Hinterbliebenen Sterbeurkunden und benachrichtigte andere, reguläre Standesämter zwecks Beischreibung der Todesfälle in den Geburts- und Heiratseinträgen der Umgebrachten. Die darin gemachten Angaben wie Todesursache, genauer Zeitpunkt und die Registernummer waren jedoch fingiert. Auch der Name des vermeintlich urkundenden Standesbeamten war ein Pseudonym.

Die Unterlagen des Standesamtes Sonnenstein, darunter die Sterbebücher, wurden spätestens kurz vor Kriegsende 1945 vernichtet. Entsprechend ist es leider heute unmöglich von Personen die in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein verstarben eine reguläre Sterbefallanzeige zu erhalten. Weder das heutige Standesamt Pirna noch der Archivverbund des Landkreises Sächsische Schweiz – Osterzgebirge können eine solche ausstellen.

Es existieren lediglich noch auf Grundlage von Mitteilungen des Sonderstandesamts erstellte Vermerke in den Geburts- und Heiratsregistereinträgen der Opfer bei anderen Standesämtern sowie die vom Standesamt Sonnenstein an die Hinterbliebenen versandten Sterbeurkunden. Über den reinen Fakt der Tötung durch das Anstaltspersonal hinaus kann ihnen jedoch keine Beweiskraft zukommen, da in ihnen gezielt falsche Angaben gemacht wurden.

Eine Möglichkeit weitere Informationen über die in der Tötungsanstalt umgebrachten Menschen zu erhalten ist eine Anfrage bei der heutigen Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein. Diese pflegt u.a. eine Datenbank mit den Namen und ggfs. weiterführenden Informationen zu bekannten Opfern des Sonnensteins. Eine Sterbeanzeige auf Basis eines standesamtlichen Sterberegisters ist aber auch dort nicht zu erhalten.

Quelle: Gutachten von Dr. Boris Böhm über die Belastbarkeit von Angaben des Standesamtes Sonnenstein, 2007 (STAP P I – XXII/135).

Der Archivverbund verwahrt Zeugnisse (idR. als Kopie oder Zweitschrift) der Grundschulen, Mittel- bzw. Oberschulen, der Erweiterten Oberschulen EOS, Gymnasien sowie Berufsschulen („Facharbeiterzeugnisse“) aus dem Kreisgebiet, sofern diese nicht bei den Schulen verblieben oder an das zuständige Gemeindearchiv abgegeben wurden.

Abschluss- und Abgangszeugnisse unterliegen gemäß VwVAusSchul des Freistaats Sachsen vom 07.10.2004 einer Aufbewahrungsfrist von 50 Jahren, alle anderen Zeugnisse einer Frist von 20 Jahren ab Ausstellung. Nach Ablauf dieser Frist werden die Zeugnisse von uns datenschutzkonform vernichtet.

Um eine Kopie eines Zeugnisses von uns zu erhalten, benötigen wir folgende Angaben schriftlich (Email oder Brief) von Ihnen:

  • Vor- und Nachname zum Zeitpunkt der Zeugnisausstellung
  • Geburtsdatum
  • Name der Schule
  • ggfs. Lehrberuf
  • Jahr des Abschlusses / der Zeugnisausstellung
  • Abschlussklasse / Kurs (optional)
  • Lehrbetrieb (optional)
  • Jetziger Vor- und Nachname
  • Eine formlose Vollmacht, falls Sie die Zeugniskopie einer dritten Person erhalten möchten
  • Aktuelle Anschrift zum Versand der Kopie und der Rechnung
  • Eine Aussage, ob für die Zeugniskopie eine Beglaubigung benötigt wird
  • Formlose Übernahmeerklärung der anfallenden Gebühren. Recherchen nach und Kopien von Zeugnissen werden nach der Verwaltungskostensatzung des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge abgerechnet
  • Eine Telefonnummer für Rückfragen

Auf Grund des Hochwassers 2002 kann es leider zum Verlust einiger Zeugnisbestände gekommen sein.

Die Überlieferung des Archivverbundes Pirna besteht aus zwei Teilen: Unterlagen der Stadtverwaltung Pirna (Stadtarchiv) und Unterlagen der Kreisverwaltung des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge einschließlich seiner Vorgängerkreise (Kreisarchiv). Daneben finden sich auch die Unterlagen derjenigen kreisangehörigen Kommunen im Kreisarchiv, die kein eigenes Gemeindearchiv unterhalten sowie Unterlagen der ehemaligen volkseigenen Wirtschaft.

Stadtarchiv Pirna

  • Unterlagen der Stadtverwaltung (ab dem Mittelalter, dichte Überlieferung ab dem 19. Jahrhundert)
  • Unterlagen der nach Pirna eingemeindeten Orte
  • Unterlagen der Gemeinde Dohma
  • Einwohnermeldekarteien
  • Geburts-, Heirats- und Sterbebücher (ab 1876, Geburtsbücher sofern älter als 110 Jahre, Heiratsbücher älter als 80 Jahre, Sterbebücher älter als 30 Jahre) von
    • Standesamt Pirna - Stadt (1876-1890), Pirna (1890-1923), Pirna 1 (1923-1935), Pirna (ab 1935)
    • Standesämtern, die im Standesamt Pirna aufgingen
      • Pirna - Land (1876-1895)
      • Copitz bzw. Pirna 2 (1876-1935)
      • Zuschendorf (1876-1923)
      • Graupa (1876-1964)
      • Liebethal (1876-1971)
      • Großcotta bzw. Cotta (1876-1974)
    • Jedoch keine Unterlagen vom sogenannten "Standesamt Sonnenstein" (1940-1941). Genauere Erläuterungen zum Standesamt Sonnenstein finden Sie unter "Personenstandsanfragen".
  • Bauakten der Stadt Pirna
  • Unterlagen von Schulen in städtischer Trägerschaft
  • Unterlagen der ehemals volkseigenen Wirtschaft im Stadtgebiet, sofern sie nicht ans Staatsarchiv Dresden gelangten (bis 1989/1990)

Kreisarchiv

  • Unterlagen des Landratsamtes und der nachgeordneten Behörden (ab 2008)
  • Unterlagen der Altkreise Sächsische Schweiz und Weißeritz (1994-2008)
  • Unterlagen der Altkreise Dippoldiswalde, Freital, Pirna und Sebnitz (08.05.1945-1994, teilweise mit älteren Vorakten)
  • Unterlagen der nachgeordneten Behörden der (Alt)Kreise, darunter:
    • Bauämter
    • Jugendämter
    • Kinderheime
    • Schulen
  • Gemeindearchive der kreisangehörigen Kommunen, sofern diese kein eigenes Archiv betreiben
  • Einwohnermeldekarteien
  • Geburts-, Heirats- und Sterbebücher der Standesämter (ab 1876):
    • Freital mit den darin aufgegangenen Standesämtern:
      • Bannewitz
      • Birkigt
      • Burgk
      • Coßmannsdorf
      • Deuben
      • Döhlen
      • Hainsberg
      • Kleinnaundorf
      • Niederhermsdorf
      • Pesterwitz
      • Possendorf
      • Potschappel
      • Rippien
      • Saalhausen
      • Somsdorf
      • Weißig
      • Wurgwitz
      • Zauckerode
    • Glashütte mit den darin aufgegangenen Standesämtern:
      • Dittersdorf
      • Hausdorf
      • Johnsbach
      • Reinhardtsgrimma
      • Schlottwitz
    • Kreischa
    • Rabenau mit den darin aufgegangenen Standesämtern:
      • Oelsa
    • Tharandt mit den darin aufgegangenen Standesämtern:
      • Dorfhain
      • Fördergersdorf
    • Wilsdruff mit den darin aufgegangenen Standesämtern:
      • Blankenstein
      • Grumbach
      • Herzogswalde
      • Kesselsdorf
      • Limbach
      • Mohorn
      • Oberhermsdorf
  • Unterlagen der volkseigenen Wirtschaft im Kreisgebiet, sofern sie nicht in das Staatsarchiv Dresden gelangt sind (bis 1989/1990)
  • Grundherrschaft Bärenstein (1449-1910)

 

Detaillierte Beständeübersichten für den Archivverbund befinden sich in Erarbeitung. In allen Teilen des Archivbestandes muss mit Überlieferungslücken durch das Hochwasser von 2002 gerechnet werden.

Archiv- und Verwaltungsbibliothek

Die Archivbibliothek sammelt, erschließt und vermittelt Medien zur Regional- und Ortsgeschichte des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und der Vorgängerkreise.

Sammlungsschwerpunkte sind:

  • Publikationen zur Kreisgeschichte
  • Ortschroniken
  • Festschriften
  • Zeitungssammlung
  • Amtsblätter
  • Betriebszeitungen
  • Ansichtskartensammlung
  • Dias
  • Gesetzessammlung
  • Belegexemplare

Diese Medien stehen den Archivnutzern ausschließlich im Lesesaal zur Verfügung.
 
Die Verwaltungsbibliothek ist Dienstbibliothek des Landratsamtes.

Paläographie

Notwendig für die Benutzung von Archivquellen bis weit in das 20. Jahrhundert hinein ist die Kenntnis alter Schriften.

Nützlich für das Verständnis lokaler Wortbedeutungen des Sächsischen sind außerdem:

  • Müller-Fraureuth, Karl: Wörterbuch der obersächsischen und erzgebirgischen Mundarten, 1914
  • Kollektiv: Wörterbuch der obersächsischen Mundarten, 1994-2003

Sie liegen bislang nur in gedruckter Form vor.

Zeitrechnung

Noch im 20. Jahrhundert gehen in manchen Archivalien die Uhren anders.

 

Montag: geschlossen
Dienstag: 08.00 - 18:00 Uhr
Mittwoch: geschlossen
Donnerstag: 08.00 - 18:00 Uhr
Freitag: geschlossen

 

Da der Archivverbund Pirna aus zwei Archiven besteht, vereinigt er auch zwei Traditionslinien.

Die Geschichte des Stadtarchivs Pirna hat einen nicht genau bestimmbaren Beginn und lässt sich über die Jahrhunderte nur punktweise nachvollziehen. Wie andere mittelalterliche Herrschaftsträger auch, war die Stadt Pirna früh bestrebt die rechtlichen Grundlagen ihrer Herrschaft, etwa Urkunden über Rechte, Einkommen und Besitzungen, sicher aufzubewahren. Die älteste noch erhaltene Urkunde datiert von 1233 (STAP U 276). In seinem letzten regulären Standort im Klosterhof wurde das Stadtarchiv schwer vom Hochwasser 2002 getroffen. Es folgten Ausweichquartiere in Pirna-Copitz, zuerst die ehemalige Haußner-Mittelschule und schließlich die Grundschule "Juri Gagarin". Auf Grund der maroden Bausubstanz stellten diese Gebäude für die im Jahr 2012 3,3 laufenden Kilometer Archivgut des Stadtarchivs jedoch keine geeignete Unterkunft dar.

Das Kreisarchiv des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge geht auf die „Anordnung zur Errichtung von Stadt- und Kreisarchiven“ vom 26. Februar 1951 zurück. Auf dem Gebiet des heutigen Landkreises entstanden so die vier Kreisarchive in Dippoldiswalde, Freital, Pirna und Sebnitz. Sie hatten die Rolle von Endarchiven für die Räte der Kreise (nach 1989 für die Landratsämter) sowie für die kreisangehörigen Kommunen, sofern diese über kein eigenes Archiv verfügten. Ebenfalls zuständig waren sie bis 1989 für das Archivgut der verstaatlichten Wirtschaft im Kreisgebiet, sofern es nicht dem Staatsarchiv Dresden vorbehalten war.

Die vier Kreisarchive wurden in Folge der ersten sächsischen Kreisreform 1994 zunächst zu den Kreisarchiven des Landkreis Weißeritz und der Sächsischen Schweiz vereinigt. Insbesondere das Archiv des Weißeritzkreises in Dippoldiswalde litt schwer unter dem Hochwasser von 2002. Mit der zweiten sächsischen Kreisreform wurden die beiden Archive schließlich zum 01.08.2008 zum Kreisarchiv des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge vereinigt.

Bereits 2007 war die Entscheidung für die Sanierung des verfallenen Schlosses Sonnenstein in Pirna als neuer Hauptverwaltungssitz des Landkreises gefallen. Im Zuge dessen entstand bis Dezember 2011 unter Einbeziehung der historischen Bausubstanz auch ein neuer Archivzweckbau. Dafür wurde das alte Kesselhaus abgebrochen und der ehemalige Anstaltspavillon auf dem Hohen Werk zum Lesesaal umgebaut. Dazu kamen ein Bürotrakt und sechs klimatisierte Magazine (davon 3 unterirdisch) mit einer Lagerfläche von 16,5 lfkm.

Da diese Kapazität auf absehbare Zeit nicht ausgelastet sein würde und in Hinblick auf die kritische Unterbringungssituation des Stadtarchivs Pirna, hatten sich Stadt und Landkreis im Juli 2011 auf die Bildung eines Archivverbundes und die Unterbringung auch des Stadtarchivs auf dem Sonnenstein geeinigt. Nach Abschluss aller Bauarbeiten und Umzüge konnte der erste rein kommunale Archivverbund Sachsens am 02.04.2012 öffnen.

Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Archivverbund

01796 Pirna, Schloßhof 2/4, Haus Elbflügel (Haus EF)

01782 Pirna, Postfach 10 02 53/54

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