Jagdrecht

Das Jagdrecht ist die ausschließliche Befugnis, auf einem bestimmten Gebiet wildlebende Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen, zu hegen, auf sie die Jagd auszuüben und sie sich anzueignen.

Es unterliegt den Beschränkungen des Bundesjagdgesetzes und der in diesem Rahmen ergangenen landesrechtlichen Vorschriften und darf nur in so genannten Jagdbezirken ausgeübt werden. Dabei wird zwischen Eigenjagdbezirken und gemeinschaftlichen Jagdbezirken unterschieden.

Zusammenhängende Grundflächen mit einer land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbaren Fläche von 75 Hektar, die im Eigentum ein und derselben Person oder einer Personengemeinschaft stehen, bilden einen Eigenjagdbezirk.

Alle Grundflächen einer Gemeinde oder abgesonderten Gemarkung, die nicht zu einem Eigenjagdbezirk gehören, bilden einen gemeinschaftlichen Jagdbezirk, wenn sie im Zusammenhang mindestens 150 Hektar (im Freistaat Sachsen: 250 ha) umfassen. Die Eigentümer dieser Grundflächen, die zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören, bilden eine Jagdgenossenschaft. Eigentümer von Grundflächen, auf denen die Jagd nicht ausgeübt werden darf, gehören der Jagdgenossenschaft nicht an. Die Jagdgenossenschaft nutzt die Jagd in der Regel durch Verpachtung.

Die Ausübung der Jagd ist in der Bundesrepublik Deutschland an die Erteilung eines Jagdscheines gebunden. Die Jagdausübung erstreckt sich auf das Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen und Fangen von Wild und ist an ein bestimmtes Gebiet gebunden.

Die erste Erteilung eines Jagdscheines ist davon abhängig, dass der Bewerber eine Jägerprüfung in Deutschland bestanden hat, die aus einem schriftlichen und einem mündlich - praktischen Teil sowie einer Schießprüfung besteht.

Voraussetzung zur Zulassung der Prüfung im Freistaat Sachsen ist u.a., dass die theoretische und praktische jagdliche Ausbildung in einem Ausbildungslehrgang erfolgt ist, der mindestens 120 Stunden umfassen muss. Entsprechende Lehrgänge bieten die Kreisjagdverbände sowie so genannte Jägerschulen an. Jägerprüfungen finden in Sachsen zweimal im Jahr, in der Regel im Frühjahr und im Herbst, statt. Bewerber für die Jägerprüfung müssen zum Zeitpunkt des Meldeschlusses mindestens 15 Jahre alt sein.

Der Jagdschein wird von der für den Wohnsitz des Bewerbers zuständigen Behörde entweder als Jahresjagdschein für ein oder für drei Jagdjahre oder als Tagesjagdschein für vierzehn aufeinanderfolgende Tage erteilt und gilt im gesamten Bundesgebiet.

Personen, die das sechzehnte Lebensjahr vollendet haben, aber noch nicht achtzehn Jahre alt sind, dürfen nur Jugendjagdscheine erteilt werden. Der Jugendjagdschein berechtigt nur zur Ausübung der Jagd in Begleitung des Erziehungsberechtigten oder einer von dem Erziehungsberechtigten schriftlich beauftragten Aufsichtsperson. Die Begleitperson muss dabei jagdlich erfahren sein.

Jägerprüfung Herbst 2020

Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge legt den Prüfungsbeginn für die Jägerprüfung Herbst 2020 auf Sonnabend, den 19.09.2020 fest. Bewerber im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge haben bis spätestens 07.08.2020 beim Landratsamt einen schriftlichen Antrag auf Zulassung zur Jägerprüfung zu stellen. Bewerber müssen zum Zeitpunkt des Meldeschlusses mindestens 15 Jahre sein. Die Anmeldegebühr beträgt 15,00 Euro.

Dem Zulassungsantrag sind beizufügen:

  1. bei Minderjährigen eine schriftliche Einverständniserklärung des gesetzlichen Vertreters;
  1. der Nachweis über die jagdliche Ausbildung gemäß § 13 Abs.3 Sächsische Jagdverordnung;
  2. gegebenenfalls ein Nachweis über bestandene Prüfungsteile gemäß § 19 Abs. 4 Sächsische Jagdverordnung.

Weiterhin hat der Bewerber gemäß § 13 Abs. 4 Sächsische Jagdverordnung rechtzeitig die Erteilung eines polizeilichen Führungszeugnisses nach § 30 Abs. 5 des Bundeszentralregistergesetzes zur Vorlage bei der unteren Jagdbehörde zu beantragen, so dass dieses spätestens zur Anmeldung vorliegt (Antragstellung bei der für den Wohnsitz zuständigen Meldebehörde; Verwendungszweck: Zulassung zur Jägerprüfung). Ausländer haben außerdem mit der Anmeldung einen dem Führungszeugnis entsprechenden Nachweis ihres Heimatlandes zu erbringen, es sei denn, dass dies unmöglich oder unzumutbar ist.

Vor Beginn des Prüfungsabschnittes „Jagdliches Schießen“ hat der Bewerber eine ausreichende Haftpflichtversicherung (gemäß Schießvorschrift des Deutschen Jagdschutzverbandes e.V.) nachzuweisen.

Bewerber, deren Zulassungsunterlagen nicht vollständig oder nicht rechtzeitig vorliegen, werden gemäß § 13 Abs. 5 der Sächsischen Jagdverordnung zur Prüfung nicht zugelassen.

Die Jagdbehörde kann die Bewerber einer anderen Jagdbehörde zur Abnahme der Jägerprüfung im Einvernehmen mit der anderen Jagdbehörde zuweisen.

Die Landesdirektion Sachsen hat am 15.04.2020 eine Allgemeinverfügung zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) erlassen, die zum 16.04.2020 in Kraft getreten ist. Die gesamte Verfügung kann unter hier abgerufen werden. Die wesentlichen Punkte der Verfügung sind:

  • Die Jagdausübungbsberechtigten müssen jedes verendete Stück Schwarzwild (Unfall- oder Fallwild) unter Angabe des Fund- bzw. Erlegungsortes bei dem örtlich zuständigen Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt (LÜVA) anzeigen.
  • Die Jagdausübungsberechtigten haben nach näherer Anweisung des örtlich zuständigen LÜVA bei der Entnahme von Proben von den genannten Tierkörpern zur virologischen Untersuchung auf ASP sowie ggf. bei der Bergung der Tierkörper mitzuwirken.

Wir weisen an dieser Stelle zudem darauf hin, dass bei Schwarzwild pro eingesendetem Tupfer oder Tierkörper von Fall- und Unfallwild eine Aufwandsentschädigung von 30,00€ gezahlt wird. Die Anzeigen von verendetem Schwarzwild richten Sie bitte nach Möglichkeit per E-Mail an E-Mail: lueva@landratsamt-pirna.de

Die hochansteckende seuchenhaft verlaufende Viruserkrankung - ASP bedroht unsere heimische Schwarzwildbestände und die Schweinebestände in der Landwirtschaft. Für Menschen und andere Tiere ist sie ungefährlich. Die Übertragung des Virus erfolgt insbesondere über virushaltige Lebensmittel (Fleisch und Wurstwaren aus infizierten Gebieten), kontaminierte Gegenstände und direkt von Tier zu Tier.

Seit mehreren Jahren grassiert die Seuche schon in den Baltischen Staaten und in Polen. Seit letztem Sommer trat die ASP zum ersten Mal in Tschechien und in Rumänien auf. Die Infektion verläuft fast immer tödlich für die erkrankten Schweine. Um einen Eintrag der ASP frühzeitig zu erkennen, muss jedes totes Wildschwein(Fallwild) untersucht werden.

Wie können Sie helfen, dass diese Seuche nicht nach Deutschland eingeschleppt wird:

1. Küchenabfälle oder Essensreste dürfen grundsätzlich nicht an Schweine (Haus- und Wild-schweine) verfüttert werden!

2. Entsorgen Sie alle Lebensmittel wildtiersicher! (Stein auf die Biotonnen, keine Fleisch- und Wurstwaren auf dem offenen Kompost etc.)

3. Insbesondere von unkontrolliert aus dem Ausland eingeführten Fleisch- und Wursterzeugnissen (z. B. durch Touristen oder ausländische (Saison)-Arbeitskräfte) aus Ländern, in denen Schweinepest auftritt, geht ein erhöhtes Risiko aus. Entsprechende Produkte sollten grundsätzlich nicht mit nach Deutschland gebracht werden.

4. Melden Sie alle toten Wildschweinkadaver dem örtlichen Jagdpächter falls bekannt, dem Veterinäramt unter E-Mail: lueva@landratsamt-pirna.de unter Angabe des genauen Fundortes und Ihrer Kontaktdaten für Rückfragen oder der Polizei (110)!

5. Auch Hobbyhalter von Schweinen (auch Minipigs) sollten sich der Problematik bewusst werden und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, denn gerade in kleinen Schweinehaltungen sind Biosicherheitsmaßnahmen nicht selbstverständlich.

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gibt es derzeit drei aktive Jagdschulen:
Jagdschule Weißeritzkreis
Jagdschule Schwarzer Keiler
Jagdschule Tharandt.

Wild kann in Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft zum Teil erhebliche Schäden verursachen. Der Jagdausübungsberechtigte ist gemäß § 1 Abs. 2 des Bundesjagdgesetzes verpflichtet, die Bejagung des Wildes so durchzuführen, dass Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschatlichen Nutzung, insbesondere Wildschäden, möglichst vermieden werden.

Ersatzpflichtige Wildschäden sind Schäden an Grundstücken, die zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören, die von Schalenwild, Wildkaninchen oder Fasanen verursacht werden (§ 29 Abs. 1 Bundesjagdgesetz). Sie können gegenüber der Jagdgenossenschaft, als Ersatzpflichtige, geltend gemacht werden. In verpachteten Eigenjagdbezirken richtet sich eine Ersatzpflicht nach dem Rechtsverhältnis zwischen Pächter und Eigentümer bzw. Nutznießer.

Für den Fall, dass über die Höhe des Wildschadens keine Einigung zustande kommt, kann ein Gutachten von einem unabhängigen Wildschadensschätzer (Landwirtschaft bzw. Forstwirtschaft ) erstellt werden. Informationen hiezu erhalten sie z. B. bei den Fachverbänden.

(Quelle: https://www.forsten.sachsen.de/wald/261.htm)

Jagd- und Waffenrecht

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