Katasterentwicklung

Referat Katasterentwicklung

Beiblatt von 1897
Beiblatt von 1897

Das Referat Katasterentwicklung wirkt mit bei der Verfahrensentwicklung und -präzisierung zur weiteren Automatisierung des Liegenschaftskatasters. Es ist zuständig für die Einführung und Integration der jeweiligen Fachverfahren.

Aufgaben

  • ALKIS Qualitätssicherung
  • Erfassung des aktuellen Gebäudebestandes durch Auswertung der digitalen Orthophotos und Übernahme der Gebäudedaten in den Bestand des Liegenschaftskatasters 
  • Integration von Bodenschätzungsergebnissen in den ALKIS-Datenbestand durch spezielle Digitalisierungsverfahren 
  • Erfassung der analogen Liegenschaftskatasterakten in einem digitalen Dokumenten-Management-System (DMS) durch Scannen, Georeferenzieren  und Sachdatenbeschreibung
  • Recherche extern archivierter Unterlagen des Liegenschaftskatasters mit Übernahme relevanter Unterlagen in das DMS

Aktuelles aus dem Referat Katasterentwicklung:

Seit einigen Jahren werden im Vermessungsamt sämtliche bedeutsamen Liegenschaftskatasterakten digitalisiert und mit einem Raumbezug versehen in ein Dokumentenmanagementsystem (DMS) eigepflegt. 

Durch den Raumbezug ist es möglich binnen kürzester Zeit alle für ein Flurstück relevanten Unterlagen zusammenzustellen und digital verfügbar zu machen. Verschiedene Filter und Auswahlmöglichkeiten erleichtern dabei die Recherche.

Die im Landkreis vorhandenen Liegenschaftskarten (mehr als 16 Tsd. Stück), angefangen mit der Uraufnahme um 1835 bis hin zur transparenten Flurkarte, die bis zur flächendeckenden Einführung der Automatisierten Liegenschaftskarte (ALK) Anfang der 2000er Jahre noch die analoge amtliche Liegenschaftskarte war, wurden vollständig in das DMS übernommen. Derzeit werden diese Karten für die Aussonderung an das sächsische Staatsarchiv vorbereitet.

Auch das, für die Führung des Liegenschaftskatasters sowie zum Auffinden und Wiederherstellen der Grenzzeichen in der Örtlichkeit  maßgebende Vermessungszahlenwerk wurde in das System überführt. Damit konnten in den letzten Jahren die Vorbereitungszeiten für die Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure (ÖbVI), die für die Katastervermessungen und Abmarkungen mit Grenzmarken zuständig sind, erheblich gesenkt werden. Zeitaufwändige Nachforschungen in einem analogen Datenbestand sind damit nicht mehr erforderlich.

Als nahezu letzter Schritt erfolgt derzeit die Digitalisierung der noch analogen Fortführungsnachweise (früher auch Veränderungsnachweise genannt), die damals (ab etwa 1940) wie heute das Ergebnis einer Katastervermessung oder einer sonstigen Änderung im Liegenschaftskataster zusammenfassen und den Stand eines Flurstücks vor und nach der Veränderung dokumentieren. Hierbei handelt es sich um mehrere hundert volle Aktenordner für alle 323 Gemarkungen im Landkreis.

Auch das frühere sächsische Buchwerk, hierzu zählen u. a. auch die alten Flur- und Besitzstandsbücher, die zusammen mit der sächsischen Uraufnahme das neue sächsische Grundsteuer- und Liegenschaftskataster Mitte des 19. Jahrhunderts begründeten, wird nach und nach in einen digitalen Datenbestand überführt. Im Bereich des Vermessungsamtes beim Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind dies über eintausend Bücher. Das Scannen erfolgt hier durch einen externen Dienstleister im Auftrag und auf Kosten des Freistaates Sachsen. Da die Bücher recht alt sind, dient die Digitalisierung auch deren dauerhafter Sicherung. Zahlreiche Bücher sind durch den Gebrauch und die Lagerung bereits sehr in Mitleidenschaft gezogen.

Mit fortschreitender Digitalisierung wird das Liegenschaftskataster mit seinen Bestandteilen immer mehr zum Mehrzweckkataster auch für andere Bereiche des privaten und des öffentlichen Lebens. Gemeinsam mit dem Grundbuch sorgt das Liegenschaftskataster für Rechtssicherheit an Grund und Boden und schafft so die Voraussetzungen für Investitionen und stabile Eigentumsverhältnisse und ist damit eine verlässliche Stütze unserer Rechtsordnung.

Für weitere Informationen stehen Ihnen die Mitarbeiter des Vermessungsamtes gern zur Verfügung. Auszüge aus dem Datenbestand des Liegenschaftskatasters können in der Geschäftsstelle Liegenschaftskataster und unter der E-Mail-Adresse verm.info@landratsamt-pirna.de kostenpflichtig bezogen werden.

Weiter Informationen finden Sie auch auf der Internetpräsentation des Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN).

Pirna, den 23.08.2021

gez. Kilian

Referatsleiter Katasterentwicklung

Screenshot Dokumentenmanagementsystem (DMS)
Screenshot Dokumentenmanagementsystem (DMS)

Historische Liegenschaftskatasterunterlagen

Die untere Vermessungsbehörde beim Landratsamt möchte zum Stand der Übernahme der Bodenschätzungsergebnisse in das Liegenschaftskataster informieren.

Seit einigen Jahren erfolgt die nachrichtliche Übernahme und Digitalisierung der Bodenschätzungsergebnisse der Finanzverwaltung des Freistaates Sachsen als vordringliche Aufgabe.  Ein Abschluss der Arbeiten ist für Ende 2021 vorgesehen. Ab dann steht flächendeckend für den Landkreis eine digitale Liegenschaftskarte mit den Ergebnissen der Bodenschätzung sowie die Ertragsmesszahlen (EMZ) für die landwirtschaftlich genutzten Grundstücke zur Verfügung.

Mit heutigem Tage sind von den 323 Gemarkungen im Landkreis nur noch etwa 10 Gemarkungen zu bearbeiten. Erst kürzlich wurden die Städte Bad Schandau, Dippoldiswalde, Glashütte und  Pirna sowie die Gemeinde Rathmannsdorf vollständig erfasst.

Mit der Verfügbarkeit digitaler Bodenschätzungsdaten können zahlreiche Vorgänge in der Verwaltung, aber auch im Privatbereich vereinfacht werden. So spielt die natürliche Ertragsfähigkeit der landwirtschaftlich genutzten Grundstücke  u. a. bei der gerechten Besteuerung, beim Landtausch (z.B. in der Flurbereinigung) sowie beim Verkauf oder bei der Verpachtung eine wichtige Rolle. Darüber hinaus erlaubt die Kenntnis über die anstehende Bodenart wichtige Rückschlüsse zum Schutz des Bodens u. a. bei Starkregenereignissen oder bei Winderosion. Auch andere Bodeninformationssysteme basieren auf der Bodenschätzung oder nutzen deren Ergebnisse. Im Wege- und Straßenbau ist ohne das Wissen über den anstehenden Baugrund keine vernünftige Planung möglich.

Die rechtlichen Grundlagen sind im Gesetz zur Schätzung des landwirtschaftlichen Kulturbodens (Bodenschätzungsgesetz - BodSchätzG) zu finden. Die Legitimation zur nachrichtlichen Übernahme in das Liegenschaftskataster ist im Sächsisches Vermessungs- und Katastergesetz (SächsVermKatG) verankert.

Weitere Informationen finden Sie auch unter http://www.landesvermessung.sachsen.de/liegenschaftskarte-mit-bodenschaetzung-5651.html.

Sobald die Übernahme im Landkreis vollständig abgeschlossen ist, werden wir wieder informieren.

Pirna, den 23.07.2021

gez. Kilian

Referatsleiter Katasterentwicklung

Bodenschätzungskarte der Finanzverwaltung
Bodenschätzungskarte der Finanzverwaltung
Flurkarte mit Bodenschätzung
Flurkarte mit Bodenschätzung

Katasterentwicklung

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