Ministerpräsident wird Schadensbilanz im Nationalpark Sächsische Schweiz aufgezeigt

10.06.2021

Ministerpräsident im Nationalpark

Der Nationalpark ist als touristischer Anziehungspunkt der Superlative weit über die Landesgrenzen und auch international bekannt. Durch Ereignisse, die mit dem Borkenkäferbefall der letzten Jahre ihren Anfang nahmen, droht nunmehr eine Entwicklung einzutreten, wie man sie nicht für möglich gehalten hätte.

Hunderttausende Festmeter Schadholz gefährden durch drohende Brandereignisse nicht nur den Nationalpark, die Anwohner und Gäste, sondern abgestorbene Bäume schränken zudem die touristische Nutzung der Wanderwege extrem ein.

Nach den eindringlichen Schreiben Mitte Mai 2021 kam Ministerpräsident Michael Kretschmer am 10. Juni 2021 der Einladung in den Nationalpark Sächsische Schweiz nach und machte sich vor Ort ein Bild von den Schäden am Waldbestand. Landrat Michael Geisler, die Bürgermeister der betroffenen Kommunen der Nationalparkregion, der Tourismusverband Sächsische Schweiz und der Sächsische Bergsteigerbund e. V. kritisieren die umfassenden Sperrungen der Wanderwege und sehen die Lebensqualität und den Erholungswert der Region sowie die touristische Wertschöpfung akut bedroht.

Während der Begehung im Heringsgrund (Schmilka) nutzten die Beteiligten die Möglichkeit, um aus ihrer Sicht auf die weitreichenden Probleme aufmerksam zu machen.

Der Ehrenvorsitzende des Sächsischen Bergsteigerbundes, Dr. Uli Voigt, übergab an den Ministerpräsidenten einen Stufenplan zum langfristigen Erhalt des traditionellen Wanderwegenetzes. Dieser beinhaltet konkrete Maßnahmen, wie die Wanderwege wieder zugänglich gemacht  werden können. Insbesondere warb er auch für einen präventiven Eingriff außerhalb der Brut- und Vegetationszeit sowie geeignete Technologien, um die Situation in Zukunft zu entschärfen. Der Ministerpräsident forderte von den Behörden bis Mitte August die Genehmigung für die Maßnahmen zum Freischneiden und zur Sicherung der Wege. Er geht davon aus, dass bis Mitte März nächsten Jahres wesentliche Teile des jetzt betroffenen Wanderwegenetzes wieder zugänglich sind.

Landrat Geisler kritisiert auch die eingeschränkten Entwicklungsmöglichkeiten in den Städten und Gemeinden aufgrund behördlicher Vorgaben. „Aus Sicht des Freistaates muss man sich entscheiden, ob man der Natur in dieser Form weiter freien Lauf lassen kann und will oder ob man hier eingreift.“  

Brandlast birgt große Gefahr

Neben den Einschränkungen für Tourismus und Erholung hat die Situation auch Auswirkung auf den Schutz der Bevölkerung. Landrat Geisler macht deutlich, dass durch die Sperrungen teilweise Rettungswege nicht passierbar sind und das noch im Wald befindliche Totholz zu einer erheblichen Brandlast führt. „Es ist nicht mehr die Zeit zum Reden. Es ist Zeit zum Handeln. Hier ist ein zentrales Eingreifen des Freistaates erforderlich, um entsprechende Ressourcen bereitzustellen. Oberstes Ziel ist der Schutz der Bevölkerung.“, so der Landrat. Er fordert konkrete, zeitnahe Maßnahmen zur Verbesserung der Situation.

Weiterhin wurde auch Kritik an der Herangehensweise der Nationalparkverwaltung geäußert. „Momentan befindet man auf dem Holzweg.“, so Prof. Dr. Heinz Röhle, Vorsitzender in der AG Wege.

Ministerpräsident sagt Unterstützung zu

Der Ministerpräsident nahm sich der Ausführungen der Teilnehmer an und bekannte sich deutlich dafür, auch in Zukunft das Wegekonzept im Nationalpark zu erhalten. Dafür sollen entsprechende Kapazitäten und finanzielle Mittel durch den Freistaat zur Verfügung gestellt werden. Nach der Brut- und Vegetationszeit soll bereits im August mit den ersten Arbeiten begonnen werden. Dafür bedarf es nun der Vorbereitungen.

Ein naturverträglicher, nachhaltiger Tourismus ist das Ziel der aller Beteiligten.