1. Hauptnavigation
  2. Unternavigation
  3. Service
  4. Hauptinhalt

Hauptnavigation

Foto-Impressionen aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Unternavigation

Sie sind hier:  

Modellprojekt Zukunft von Ortsteilen

Bericht über das Modellprojekt Mittelndorf - 07.07.2016

Ausgangslage, Ziel und Projektzeitraum

Das Modellprojekt Mittelndorf wurde vor dem Hintergrund der Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Siedlungsstruktur von Ortschaften im peripheren ländlichen Raum durchgeführt. Mit der sinkenden Einwohnerzahl ist auch eine geringere Nutzung der vorhandenen Gebäude und Infrastruktur verbunden. Des Weiteren hat die wirtschaftliche Transformation der letzten Jahrzehnte Spuren hinterlassen. Große, ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebäude stehen leer oder werden nur noch in einem geringen Umfang genutzt. Mit dieser Entwicklung ist eine geringere Sanierungstätigkeit verbunden die sich zukünftig negativ auf das Ortsbild auswirken kann.

So hat die Einwohnerzahl des Sebnitzer Ortsteils zwischen 1990 und 2014 um - 23 % abgenommen und nach der 6. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Landesamtes wird die Bevölkerung der Großen Kreisstadt Sebnitz bis zum Jahr 2030 um weitere - 11,2 % bis - 14,9 % abnehmen, so dass von einem weiteren Bevölkerungsrückgang des Ortsteils auszugehen ist. Zum Zeitpunkt des Zensus 2011 hatte Mittelndorf 247 Einwohner.

Ziel der Untersuchung war es, eine Bestandsanalyse für Mittelndorf durchzuführen. Sie soll Problemfelder aufzeigen und eine Grundlage bilden, um Handlungsansätze zu entwickeln.

Das Referat 34 des Sächsischen Staatsministeriums des Innern hat Fördermittel bereitgestellt. Das Projekt wurde durch den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge koordiniert und Projektpartner war die Große Kreisstadt Sebnitz. Die Studie wurde von der empirica ag von November 2014 bis Juli 2015 erstellt.

Methodisches Vorgehen

Als Grundlage wurden die Eigentümer der Immobilien befragt und die Siedlungsstruktur kartiert. Insgesamt konnten durch 53 Haushaltsbefragungen und 17 „Zaungespräche“ Informationen zu rund 2/3 der bebauten Grundstücke zusammengetragen werden. Zudem wurden eine Auftakt- sowie eine Abschlussveranstaltung vor Ort durchgeführt. Im Rahmen der ersten Veranstaltung wurde das Projekt vorgestellt und die Fragen der Bürger beantwortet. Die zweite Veranstaltung diente als Rückblick und zur Präsentation der Ergebnisse. Der Umfang der Befragung ist in der Tabelle im Anhang dargestellt.

Ergebnisse

Es wurde eine Haushaltsbefragung durchgeführt, die 49 % der zusammenhängenden bebauten Grundstücke abdeckt. Zusätzlich wurden alle 116 bebauten Grundstücke kartiert und hinsichtlich ihrer Perspektiven eingeschätzt. Dort befinden sich 382 Gebäude(-teile), die zu insgesamt 272 Gebäuden zusammengefasst wurden. Hierunter gibt es 100 Hauptgebäude (dauerhaft zu Wohnzwecken und/oder gewerblich genutzt) und 172 Nebengebäude (z. B. Scheuen, Schuppen, Garagen). Die Tabelle im Anhang gibt einen Überblick über die Bezugsgrößen. Die Zahl der Haushalte wurde in der Haushaltsbefragung vor Ort ermittelt. Es handelt sich um eine Mindestzahl. Ggf. gibt es weitere Haushalte, die bei der Befragung nicht bekannt wurden.

Der Großteil der Gebäude ist im Privatbesitz und wird zu Wohnzwecken genutzt (64 %). Hinzu kommen gemischt genutzte Gebäude mit Ferienwohnungen und einzelne gewerbliche oder kommunale Nutzungen (12 %). 73 % der Hauptgebäude stammen aus der Zeit vor 1949, vielfach historischen Ursprungs. 20 % wurden zu DDR-Zeiten errichtet und 7 % nach der Wende. Unter den Grundstücken gibt es zwölf (ehemalige) Höfe. In der Abbildung im Anhang ist die Verteilung der Gebäude auf die Baualtersklassen dargestellt.

Der Leerstand ist gemessen an den Umbrüchen in der Bevölkerungsstruktur noch moderat. Aktuell stehen rund 10 % der Hauptgebäude teilweise oder (fast) vollständig leer. Insgesamt stehen nur vier Objekte zum Verkauf. Unter den Hauptgebäuden gibt es zwei Brachen, davon eine große Ruine eines ehemaligen Gasthofs an prominenter Stelle am Ortseingang. Viele der Nebengebäude sind jedoch untergenutzt.

Der Gebäudezustand der Hauptgebäude ist dank zahlreicher Investitionen vielfach gut. Von den 100 Hauptgebäuden ist rund die Hälfte nach 1990 vollsaniert, aktuell in umfassender Sanierung oder es handelt sich bei sieben Objekten sogar um Nachwendeneubauten. Gut ein Drittel (36 %) sind teilsaniert/-modernisiert. Der Zustand der Nebengebäude ist deutlich geringwertiger und wirkt sich teils defizitär auf das Ortsbild aus.

Die befragten Mittelndorfer identifizieren sich stark mit ihrem Wohnstandort. Ihren Lebensmittelpunkt sehen sie auch zukünftig im Dorf. So erscheint auch kurz- und mittelfristig die Situation im Ortsteil sehr stabil. Bei rund 62 % der Hauptgebäude, zu denen ausreichende Informationen vorliegen (74 Grundstücke mit Hauptgebäuden), kann die langfristige Perspektive als gesichert gelten. Die dortigen Selbstnutzer sind noch jünger (vor Rentenalter) oder ein entsprechender Generationenwechsel ist konkret geplant. Die Häuser werden instandgehalten und häufig sogar weiter aufgewertet.

 

Ungewissheiten birgt die langfristige Perspektive im Ort. Bei rund 1/3 der betreffenden Hauptgebäude ist langfristig noch keine Folgenutzung in Aussicht. Das betrifft Häuser, deren Eigentümer das Rentenalter erreicht haben und bei denen ein Generationenwechsel nicht in Sicht ist. Die Objekte werden aller Voraussicht nach dem Auszug bzw. Tod zum Verkauf stehen. Dabei sind v. a. solche Häuser kritisch, deren Zustand gleichzeitig unterdurchschnittlich ist (unsaniert, teilsaniert/-modernisiert). Hochgerechnet auf alle Hauptgebäude, zu denen ausreichend Informationen vorliegen, betrifft dies knapp jedes fünfte Grundstück. Bei ihnen ist das Risiko hoch, dass eine Wiedervermarktung schwierig verläuft. Demgegenüber werden die langfristig unsicheren Hauptgebäude, die sich heute in einem guten Zustand befinden (neuwertig, vollsaniert oder in umfassender Sanierung), vermutlich größere Chancen auf eine Wiedernutzung haben. Dies betrifft hochgerechnet auf alle Grundstücke mit entsprechenden Informationen knapp 14 %.

 

Es gibt zahlreiche Ansätze, die Struktur von Mittelndorf zu stärken. Handlungsbedarf besteht u. a. beim Abriss (v. a. markante Ruine) oder beim Baulandmanagement. Wichtig ist dabei auch ein konzertiertes Vorgehen der Bevölkerung, gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln. Der erste Punkt konnte durch den Erwerb der Ruine des alten Gasthofs durch die Große Kreisstadt Sebnitz im Dezember 2015 einen Schritt weiter vorangebracht werden. Die weitere Einbeziehung der Bewohner soll über ein Ortsentwicklungskonzept erfolgen. Dieses soll auf den positiven Erfahrungen aus Hinterhermsdorf aufbauen.

 

Kontakt

Matthias Otto, E-Mail: matthias.otto@landratsamt-pirna.de, Telefon: 03501 515-1505

  • zur Startseite wechseln
  • Seite weiterleiten
  • Seite drucken
  • RSS
  • Landratsamt Pirna bei Facebook
  • Landratsamt Pirna bei Twitter
  • Landratsamt Pirna bei YouTube

Unser Service für Sie

Stabsst. Strategie- und Kreisentwicklung

Hausanschrift:
01796 Pirna, Schloßhof 2/4 (Haus EF)

Postanschrift:
01782 Pirna, Postfach 10 02 53/54

Telefon: 03501 515-1505
Fax: 03501 515-8-1505
E-Mail: E-Mail

Allgemeine Sprechzeiten

Montag: 08:00 - 12:00 Uhr
Dienstag: 08:00 - 12:00 Uhr und 13:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch: geschlossen
Donnerstag: 08:00 - 12:00 Uhr und 13:00 - 18:00 Uhr
Freitag: 08:00 - 12:00 Uhr