12.03.2026 10:30
Nach dem Tod eines Hundes in Rheinland-Pfalz wurde in Deutschland erstmals seit einigen Jahren das Tollwutvirus nachgewiesen. Bei dem Tier handelte es sich um einen importierten Welpen aus Russland, welcher über einen Tierschutzverein gekauft wurde. Zwei Monate nach dem Kauf wurde der Hund plötzlich aggressiv. Daraufhin wurde er unter Quarantäne gestellt und verstarb.
Der Importeur des Welpen, der mit weiteren Hunden nach Deutschland gebracht worden war, konnte die für die Einreise notwendigen Dokumente und Einreisebestimmungen vorweisen. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich jedoch heraus, dass es Unstimmigkeiten bei den Angaben gab, weshalb der Verdacht einer illegalen Einfuhr bestand.
Tollwut ist eine Viruserkrankung, die das Nervensystem angreift und meistens zum Tod führt. Nach einer Inkubationszeit von drei Wochen bis drei Monaten zeigen sich typische Symptome, wie Verhaltens- und Wesensänderungen zusammen mit Aggressivität und Bissigkeit ohne erkennbaren Grund, Schreckhaftigkeit, Scheu, Nervosität, Schluckbeschwerden mit starkem Speicheln, Angst vor Wasser, Krämpfen und Lähmungen.
Krankheit ist auf Menschen übertragbar
Die Krankheit ist auf den Menschen übertragbar und endet unbehandelt meist tödlich. Eine Infektion des Menschen mit dem Tollwutvirus erfolgt über den Speichel des erkrankten Tieres nach Biss- oder Kratzverletzungen, Belecken verletzter Hautstellen durch das Tier oder wenn Speichel des erkrankten Tieres auf die Schleimhäute von Augen, Mund oder Nase des Menschen gelangt. Bei einem entsprechenden Kontakt besteht sofortiger Handlungsbedarf, die Wunde zu versorgen und sich impfen zu lassen.
Ungeimpfte Personen müssen unverzüglich nach dem Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier durch eine Immunglobulingabe und mehrfache Impfungen mit einem Tollwutimpfstoff vor dem Ausbruch der Erkrankung geschützt werden. Ohne Impfungen verläuft die Erkrankung tödlich. Bereits geimpfte Personen benötigen zwei Auffrischungsimpfungen.
Die medizinische Erstversorgung betroffener Personen erfolgt im Städtischen Klinikum Dresden in den Notaufnahmen/-zentren der Standorte Dresden Friedrichstadt und Dresden Neustadt/Trachau.
Tollwutvirus in östlichen Regionen noch weit verbreitet
Das Veterinäramt bittet um besondere Vorsicht beim Kauf ausländischer Haustiere. Das Virus ist in Osteuropa bei Wildtieren und Haustieren noch immer weit verbreitet. Betroffen sind insbesondere die Ukraine, Belarus, Russland und die Republik Moldau. In der Türkei, Georgien und Aserbaidschan besteht ebenfalls ein hohes Risiko.
Herkunft und Dokumente vor Anschaffung gründlich prüfen
Die Dokumente der Tiere sind vor dem Kauf kritisch zu prüfen, um eine Ausbreitung des Virus und eine mögliche Ansteckung zu verhindern. Beim Auftreten von den oben genannten Symptomen sind diese umgehend tierärztlich abzuklären.
Tierhalter sollten ihre Tiere regelmäßig gegen Tollwut impfen, um diese vor dem Virus zu schützen.
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gern an das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt.
Kontakt:
Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt
Schloßhof 2/4
01796 Pirna
Telefon: 03501 515-2401
E-Mail: lueva@landratsamt-pirna.de