Kreuzotter oder Schlingnatter gesichtet?

A-Z

10.03.2026 11:30

Bild von Kreuzotter und Schlingnatter
Seltener Anblick: Kreuzottern tragen ein typisches Zacken-Muster auf dem Rücken. Schlingnattern haben eine runde Pupille, keine schlitzartige wie die Kreuzotter.

Diese Schlangenarten werden immer seltener. Deshalb: Bitte melden.

Eine Kreuzotter- oder Schlingnatter-Sichtung ist ein besonderes Erlebnis und heutzutage sehr selten: Die Naturschutzstation Osterzgebirge und die Untere Naturschutzbehörde rufen deshalb wie schon in den letzten Jahren zur Meldung von Beobachtungen im gesamten Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge auf. Diese sollte möglichst einen Fotobeleg und den genauen Fundort, der auf einer Karte eingezeichnet ist, enthalten. Idealerweise können auch gern die GPS-Daten des Beobachtungsortes übermittelt werden.

Die Kreuzotter ist deutschlandweit seltener als man denkt. Sowohl in Tschechien als auch in Sachsen ist sie gefährdet bis stark gefährdet. Doch Kreuzottern haben ihre Funktion im heimischen Ökosystem. Um sie und ihre schwindenden Lebensräume sinnvoll zu schützen, ist es nötig herauszufinden, wo genau sie leben. Daher wird auch dieses Jahr wieder die Mitmachaktion durch die Naturschutzstation Osterzgebirge und die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises für die Frühjahrs- und Sommersaison 2026 initiiert. 

Die ersten Kreuzottern schnuppern schon zeitig Frühlingsluft, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Boden aufwärmen. Bräunlich oder grau gefärbt und mit deutlich schwarzem Zacken-Muster auf dem Rücken verschwindet diese Schlange meist flugs im Gebüsch. Sie ist sehr scheu und kommt nur sehr lückenhaft vor. Sie frisst Mäuse, Eidechsen oder Frösche. 

Wichtig zu wissen ist es, dass Kreuzottern zwar Giftschlangen sind, sie jedoch sehr sparsam mit diesem Gift umgehen, da sie es für die Jagd brauchen. Nur wenn sie sehr gestört oder in die Enge getrieben werden, nutzen sie es zur Abwehr. Ein Biss ist für Menschen nicht harmlos, aber auch nicht tödlich. Daher sollte man, wenn man ein Tier sichtet, möglichst Abstand halten und auf Wegen bleiben. 

Wer eine Schlingnatter sichtet, hat Glück. Sie ist im Landkreis extrem selten, völlig ungiftig und nicht ganz leicht unterscheidbar von der Kreuzotter. An der Seite des Kopfes zieht sich ein dunkler Augenstreif vom Nasenloch bis zum Hals. Ihre Pupille ist rund – im Gegensatz zur schlitzförmigen bei der Kreuzotter. Schlingnattern besitzen einen braunschwarzen, oft herz- oder hufeisenförmigen Nackenfleck. 

Verwechslungsarten in der Region sind Ringelnattern, die aber auffällige, gelbliche Seitenflecke am Kopf haben. Sie sind völlig ungiftig. Die ebenfalls ungiftigen Blindschleichen sind hingegen nahe verwandt mit Eidechsen.

Der Aufruf über Sichtungen zu berichten, gilt für beide Arten – Kreuzottern und Schlingnattern. 

Die Meldung von Kreuzottern oder Schlingnattern kann entweder per E-Mail an info@naturschutzstation-osterzgebirge.de, wenn möglich mit Fotobeleg und Standorts-Auskunft (eingezeichnet in Landkarte, digitale Karte oder GPS-Daten) oder telefonisch unter: 035056 233950 erfolgen.

Kontakte:
Naturschutzstation Osterzgebirge e. V.
Sina Klingner
Am Bahnhof 1
01773 Altenberg
Telefon: 035056 233950

Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Referat Naturschutz
Dr. Bernard Hachmöller
Weißeritzstraße 7
01744 Dippoldiswalde
Telefon: 03501 515-3430