07.10.2024 12:00
NEWS - Handwerkskammer Dresden
2.123 Frauen und Männer erlernen einen Ausbildungsberuf im Handwerk – Vier Prozent mehr als vor einem Jahr
Mit Start des diesjährigen Ausbildungsjahres haben bisher 486 Frauen und 1.637 Männer (Stand 30. September) ihre berufliche Karriere in einem Hand-werksbetrieb im Kammerbezirk Dresden[1] begonnen. Die 2.123 neuen Auszubildenden erlernen einen von über 80 verschiedenen Ausbildungsberufen im Handwerk in der Region.
Damit hält die positive Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt im Handwerk an. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatten zum gleichen Zeitpunkt 2.035 junge Menschen einen Lehrvertrag unterschrieben. Im Jahresvergleich stieg damit die Zahl der Ausbildungsverträge im Handwerk um rund vier Prozent.
„Trotz der lahmenden Konjunktur setzen die Handwerksbetriebe in Ostsachsen auf die Ausbildung“, sagt Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden. „Gleichzeitig unterstreichen die aktuellen Zahlen auch die Attraktivität des Handwerks bei den jungen Menschen. Denn sie wissen, welche guten Karrieremöglichkeiten sie in der Region bei den Handwerksbetrieben vorfinden.“ Nichtsdestotrotz bleiben Lehrstellen im ostsächsischen Handwerk unbesetzt, da Betriebe keine passenden Auszubildenden finden.
Einen Überblick über weiterhin freie Lehrstellen im Handwerk in Ostsachsen bieten die Online-Börsen der Handwerkskammer Dresden. Unter www.hwk-dresden.de/einfachmachen sind dort sowohl Last-Minute-Angebote eingestellt als auch freie Lehrstellen für das kommende Ausbildungsjahr 2025/26. Des Weiteren werden in den Online-Börsen auch zahlreiche Praktikumsstellen und Angebote für Ferienjobs aufgelistet.
Die nach der Zahl der Auszubildenden beliebtesten Handwerksberufe in der Region sind (nach Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge sortiert): Kraftfahrzeugmechatroniker (359 neu unterschriebene Lehrverträge), Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (150), Elektroniker (146), Tischler (129), Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk (98) sowie Maler und Lackierer (93).
Das Handwerk in Deutschland bildet in 130 Berufen aus, in Ostsachsen können etwa 80 erlernt werden.
[1] Zum Kammerbezirk Dresden zählen die Landkreise Meißen, Bautzen, Görlitz, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie die Landeshauptstadt Dresden.
Fachkräftesituation der sächsischen Wirtschaft – Monitoring 2024: Bedarf an Fachpersonal bleibt unverändert hoch
Viele offene Stellen, Trend rückläufig ++ Facharbeiter und Gesellen am häufigsten gesucht ++ Akademikerstellen am längsten unbesetzt ++ Renteneintritte und gute Geschäftslage Hauptgründe für Personalbedarf ++ ausbleibende Bewerbungen Haupthindernis für Besetzungen ++ Überstunden sollen Personalmangel abfedern ++ Mitarbeiterbindung wird groß geschrieben ++ Online-Rekrutierung nimmt zu ++ Hürden für Internationalisierung bleiben ++ Einfluss der KI häufig noch unklar
Das sind die zentralen Erkenntnisse des aktuellen Fachkräftemonitorings der sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) und Handwerkskammern (HWKs), an dem sich 1.010 Unternehmen mit rund 56.000 Beschäftigten beteiligten.
Wichtige Ergebnisse im Überblick:
- 57 % der Befragten weisen zusammen 3.226 offene Stellen aus. Bei der vorherigen Befragung 2022 lag der Anteil noch bei 60 %. Mit 58 offenen Stellen je 1.000 Beschäftigte wird der Höchstwert aus dem Jahr 2022 (64 offene Stellen) ebenfalls unterschritten. Am günstigsten fällt das Verhältnis in Handel und Industrie aus, am ungünstigsten in Baugewerbe, Handwerk und Gastronomie. Der leicht rückläufige Trend dürfte in der herrschenden Konjunktureintrübung begründet sein. Auf eine generelle Abnahme des Bedarfs an Fach- und Arbeitskräften kann vorerst aber nicht geschlossen werden.
- Facharbeiter und Gesellen werden – wie auch 2022 und 2018 – am häufigsten gesucht. Branchenübergreifend entfällt auf sie nahezu jede zweite offene Stelle. Besonders hoch ist der Anteil in der Industrie. In den zurückliegenden Jahren war dieser eher das Handwerk. Dagegen ist angelerntes und ungelerntes Personal in allen Branchen weniger gefragt.
- Insgesamt 1.449 Stellen (45 % der nicht besetzten Arbeitsplätze) sind länger als sechs Monate vakant. Der Wert liegt unter denen von 2022 (53 %) und 2018 (51 %). Die Suche nach Technikern und Meistern sowie nach Hochschulabsolventen und Akademikern dauert am längsten, wobei im Betriebsgrößenvergleich deutlich wird, dass insbesondere Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern die größten Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung haben.
- Der Ersatz ausscheidender Mitarbeiter ist das Hauptmotiv für die Personalsuche. Altersabgänge liegen mit 57 % an erster Stelle und erreichen gegenüber 2022 (45 %) und 2018 (43 %) einen neuen Höchststand. Personalwechsel zu anderen Arbeitgebern bleibt mit 56 % auf hohem Niveau nahezu konstant (2022: 57 %, 2018: 54 %). Bei der Frage nach zusätzlichen Mitarbeiterbedarf gaben die meisten Unternehmen (65 %) Mehraufträge und Neukunden an.
- Fehlende Bewerbungen bleiben mit 69 % der Nennungen der häufigste Grund für das Scheitern von Neueinstellungen, wenn auch im Vergleich zu 2022 (79 %) ein Rückgang zu verzeichnen ist. Das Handwerk (80 %) ist davon besonders stark betroffen. Bei der Besetzung von Ausbildungsstellen bleiben vor allem in Industrie (34 %) und Handwerk (35 %) Bewerbungen aus. Unbesetzte Stellen führen in erster Linie zu einer Mehrbelastung des vorhandenen Personals durch Überstunden (73 %). Zudem muss fast jeder zweite Betrieb (49 %) neue Aufträge oder Projekte ablehnen. Dies betrifft insbesondere Baugewerbe und Handwerk.
- Quasi alle Unternehmen bieten direkte Leistungen zur Mitarbeiterbindung an. Gemeinsame Freizeitaktivitäten, regelmäßige Lohn- und Gehaltserhöhungen sowie Prämien werden am häufigsten angeboten. Bei der Kostenübernahme für Weiterbildungen, bei Arbeitsmitteln und der finanziellen Unterstützung der Kinderbetreuung sind die Anstiege gegenüber 2022 und 2018 am höchsten. Rund 76 % offerieren darüber hinaus Leistungen, die die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf verbessern sollen, wie flexible Arbeitszeitlösungen und Teilzeitlösungen. Die „4-Tage-Woche“ spielt dabei nur bei 8 % der Befragten eine Rolle.
- 42 % der Befragten beschäftigen ausländisches Personal – ein neuer Höchstwert. 2022 lag die Quote bei 35 %, 2018 bei 25 %. Unter den 4.796 ausländischen Beschäftigten der befragten Betriebe kommen 77 % aus der EU und 23 % aus Drittstaaten. Von den 519 ausländischen Auszubildenden kommt dagegen über die Hälfte (51 %) aus Drittstaaten. Knapp ein Viertel der Unternehmen (24 %) will in den kommenden 12 Monaten erstmals oder weiteres ausländisches Personal einstellen. Nach wie vor sind Sprachbarrieren das größte Hindernis bei der Einstellung ausländischer Fachkräfte (83 %). Dieser Wert hat sich im Vergleich zu 2022 (77 %) weiter erhöht. Bürokratische Hürden sind im Vergleich zu den Vorbefragungen eher auf- als abgebaut worden und liegen weiterhin auf Platz 2 der Einstellungshemmnisse.
- Erstmals wurde nach dem Einfluss Künstlicher Intelligenz (KI) auf den Fachkräftebedarf gefragt. Demnach gehen zwei Drittel der Unternehmen nicht davon aus, dass die Nutzung von KI ihren Mitarbeiterbedarf verändern wird. Nur 6 % rechnen mit einer Einsparung an Beschäftigten, während 3 % sogar von einem gesteigerten Bedarf ausgehen. Auffallend ist, dass viele Unternehmen die Auswirkungen von KI aufgrund der Komplexität der Technologie und der rasanten Entwicklung (noch) nicht einschätzen können.
Schlussfolgerungen der sächsischen IHKs und HWKs:
- Demografie meistern – inländische Potenziale ausschöpfen
Schlüsselthemen sind eine höhere Erwerbsbeteiligung Älterer, eine bessere Betreuung und Förderung von Arbeitssuchenden, die Senkung der Teilzeitquote durch Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Optimierung innerbetrieblicher Weiterbildung.
- Berufliche Bildung bekannter machen - Qualität steigern
Verpflichtende Berufsorientierung in allen Schultypen, mehr Praktikumszeiten, eine zentrale Koordinierung der Zusammenarbeit von Schulen und Wirtschaft, die Reduzierung der Schulabgänger ohne Abschluss, höhere Hürden für den Zugang zum Gymnasium und mehr Berufsschullehrer mittels angepasster Studiengänge sollen die Bekanntheit und die Attraktivität der Berufsausbildung steigern.
- Internationalisierung von Belegschaften unterstützen – Arbeitsmarktzugang und Spracherwerb optimieren
Modernes Standortmarketing, wettbewerbsfähige Gehälter, Steuern und Abgaben, weniger administrative Vorgaben und eine gelebte Willkommenskultur bilden die Grundlage für eine stärkere Internationalisierung der Belegschaften. Unterstützung bei Unterbringung, Integration, Spracherwerb und effiziente Beratungsstrukturen runden die Voraussetzungen dafür ab.
- Studiengänge wirtschaftsnah und bedarfsgerecht gestalten
Ein Fokus auf Kernstudiengänge, Fachhochschulen und duale Studiengänge mit hohem Praxisbezug sowie Unternehmenspatenschaften können die Verbindung zwischen Hochschulen und Wirtschaft stärken, zum Beispiel bei der Erstellung valider Prognosen zukünftiger Bedarfe am Arbeitsmarkt. Verpflichtende Deutschkurse für ausländischen Studierende erleichtern deren spätere Integration in den sächsischen Arbeitsmarkt.
Hintergrund:
Seit 2001 führen die sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) gemeinsam mit den Handwerkskammern (HWKs) regelmäßig das Fachkräftemonitoring durch. Der Befragungszeitraum der mittlerweile zehnten Erhebung lag im April/Mai 2024. Neben den Arbeits- und Fachkräftebedarfen der Unternehmen standen diesmal die Instrumente der aktiven Personalarbeit, die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer sowie die Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz auf die Arbeitswelt im Mittelpunkt. Ziel ist es, durch eine repräsentative Umfrage in den Unternehmen aller Branchen und Betriebsgrößen die aktuelle Fachkräftesituation in der sächsischen Wirtschaft zu erfassen. Daraus abgeleitete Hinweise und Empfehlungen sollen insbesondere Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit, aber auch Unternehmen für die Herausforderungen am Arbeitsmarkt sensibilisieren.
„Kleine Hände, große Zukunft“: Startschuss für die 12. Auflage des bundesweiten Kita-Wettbewerbs
Handwerkskammer Dresden ruft Kitas aus Ostsachsen zum Mitmachen auf!
Es ist wieder soweit! – Der bundesweite Kita-Wettbewerb des Handwerks geht in eine neue Runde. Auch dieses Mal dürfen kleine Nachwuchshandwerkerinnen und Nachwuchshandwerker wieder die Welt der praktischen Arbeit kennenlernen: Einmal mit einer großen Farbrolle eine Wand bemalen oder durch die verschiedenen Gläser eines Optikers schauen macht allen Kindern Spaß. Und am besten ist es, wenn sie im Anschluss ihre Eindrücke kreativ mit der Welt teilen dürfen.
Die 12. Auflage des bundesweiten Kita-Wettbewerbs macht das möglich: Kita-Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren besuchen mit ihrer Erziehern Hand-werksbetriebe in ihrer Nähe. Dabei lernen sie direkt vor Ort, wie ein Handwerker arbeitet, was für Werkzeuge er einsetzt und welche Materialien er für seine Aufgaben benutzt. So lernen sie die bunte Welt des Handwerks spielerisch kennen und haben am Ende sogar die Chance, etwas zu gewinnen.
Für die Betriebe ist das die perfekte Gelegenheit, um schon früh Kinder an ihre Arbeit heranzuführen. Ihre Erlebnisse halten die Kita-Gruppen auf einem Riesenposter fest, welches sie bis zum 7. März 2025 bei der Handwerkskammer Dresden einreichen können. Diese leitet alle Einsendungen an die Initiative Aktion Modernes Handwerk e.V. weiter. Eine Expertenjury mit Vertretern aus Handwerk und Frühpädagogik beurteilt die Arbeiten der Kinder. Dem Landessieger winkt ein Preisgeld von je 500 Euro. Zusätzlich stiftet die Handwerkskammer Dresden Preise für Teilnehmer aus den Landkreisen Meißen, Bautzen, Görlitz, Sächsische-Schweiz/Osterzgebirge und der Landeshauptstadt Dresden.
„Wir freuen uns wieder auf viele neugierige Kinder in den Betrieben und die kreativen Plakate, die sie im Anschluss gestalten. Es ist eine abwechslungsreiche und kreative Gelegenheit, um den Wissensdurst der Kleinsten zu stillen.“, sagt Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden. „Und auch die Betriebe freuen sich, ihr Wissen schon an die Jüngsten weitergeben zu dürfen. Der Wettbewerb führt Kinder mit dem Handwerk zusammen – sie sind schließlich die Fachkräfte von morgen“, betont er.
Interessierte Erzieher können die Wettbewerbspakete bei der Handwerkskammer Dresden kostenfrei anfordern (E-Mail: steffi.piesch@hwk-dresden.de oder Tel. 0351 4640-963). Und natürlich können auch Handwerker vor Ort die Initiative ergreifen und Kitas in ihrer Nähe auf den Wettbewerb ansprechen.
Kontakt:
Handwerkskammer Dresden
Am Lagerplatz 8
01099 Dresden
Web: www.hwk-dresden.de