18.06.2026 13:15
NEWS - Information Verkehrsverbund Oberelbe GmbH (VVO)
• Verbandsversammlung des ZVVO beschließt Tarifgutachten
• Tarifliche Übergangslösungen treten in Kraft
• ZVON-Tarif wird zum 1. August angepasst
• Verbesserungen für Ostsachsennetz in Planung
Der Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen (ZVVO) hat auf seiner heutigen zweiten Sitzung in Dresden wichtige Entscheidungen für die Entwicklung des neuen gemeinsamen Tarifs für Ostsachsen getroffen. Dieser wird mittelfristig die bisherigen Verbundtarife für Oberlausitz-Niederschlesien und die Region Oberelbe ablösen. Bereits jetzt greifen erste tarifliche Übergangslösungen, die Fahrten zwischen den bisherigen Verbundräumen einfacher machen.
Die Verbandsversammlung hat heute die Durchführung einer Studie zur Entwicklung eines Einheitstarifs für Ostsachsen vergeben. Mit der Studie sollen mindestens zwei Tarifmodelle für den ZVVO entwickelt sowie deren Nachfrage- und Erlöswirkung sowohl auf der Verbundebene als auch spezifisch für jedes der 21 Verkehrsunternehmen modelliert werden. Die ersten Schritte zur Entwicklung des Tarifs werden noch im Sommer aufgenommen. Für die Erarbeitung eines neuen Tarifs samt Modellierung der Einnahme- und Nachfragewirkungen wird ein Zeitraum von ca. 1,5 – 2 Jahren erwartet. Bei positivem Beschluss zur Einführung des erarbeiteten Tarifmodells durch die Verbandsversammlung, die technischen und organisatorischen Vorbereitungen und die entsprechenden Genehmigungsverfahren kann frühestens nach einem weiteren halben Jahr der neue Verbundtarif für Ostsachsen eingeführt werden.
Planmäßig umgesetzt wurden erste tarifliche Zwischenlösungen: „Seit 14. Juni können wesentlich mehr Bürgerinnen und Bürger rund um Bautzen, Wilthen und Bischofswerda das Katzensprungticket für Fahrten in die Landeshauptstadt nutzen“, betont Udo Witschas, Landrat des Landkreises Bautzen und stellvertretender Vorsitzender des ZVVO. „Darüber hinaus ist jetzt die im VVO bereits etablierte Ticketing-App FAIRTIQ auch im ZVON und zwischen den Verbundgebieten aktiv. So sind die Fahrgäste dann mit einem Check-In beim Einsteigen und einem Check-Out beim Aussteigen durch einen Tarifrechner im Hintergrund mit dem günstigsten Preis für die Fahrt unterwegs.“ Noch offen ist die angestrebte gegenseitige Anerkennung der Bildungstickets von VVO und ZVON: „Neben Fragen der Finanzierung, die wir mit den Unternehmen klären müssen, spielen auch die Überlegungen des Freistaats, ein landesweites Bildungsticket einzuführen, eine Rolle“, so Udo Witschas. Über aktuelle Veränderungen und Fortschritte im Rahmen des Zusammenschlusses informiert der Verbund unter www.zvvo.de.
Ebenfalls bereits umgesetzt wurde die digitale Vernetzung der beiden Verbundräume in den Auskunftsmedien. In der App VVO mobil und in den Fahrplanauskünften auf den beiden Internetseiten www.vvo-online.de und www.zvon.de können Nutzer nun für fast alle Zug-, Straßenbahn- und Busfahrten der 21 Verkehrsunternehmen in Ostsachsen die Daten in Echtzeit abrufen. Die tatsächlichen Fahrzeiten sind ebenfalls im DB Navigator abrufbar, so dass deutschlandweite Auskünfte mit den aktuellen Fahrplandaten der Region möglich sind. Darüber hinaus werden in den Verbund-Auskunftssystemen zahlreiche Verbindungen in benachbarten Regionen in Polen und Tschechien mit den aktuellen Fahrzeiten angezeigt.
Aufgrund der stark gestiegenen Energiekosten einhergehend mit den Aufwandssteigerungen vor allem im Personalbereich ist eine Tarifanpassung im ZVON-Tarif zum 1. August notwendig. Die Ticketpreise steigen um durchschnittlich 7,3 Prozent. Stabil bleiben das Deutschlandticket und das BildungsTicket, die beiden mit Abstand am häufigsten genutzten Tarifangebote. „Das Bildungsticket wie auch Deutschlandticket erwirtschaften allerdings nicht die aus der Beförderung der Fahrgäste entstehenden Kosten“, erläutert Burkhard Ehlen, Geschäftsführer des ZVVO. „Die Zuschüsse seitens Bund und Freistaat für das Deutschlandticket und die des Freistaates für das Bildungsticket sind zwar zunächst gesichert, aber durch die geringe Dynamisierung bleibt die Situation angespannt.“ Mit der Tarifanpassung kann der Kostendruck bei den Verkehrsunternehmen lediglich teilweise ausgeglichen werden. Die verbleibende Finanzierungslücke muss entweder durch die Erhöhung der öffentlichen Zuschüsse oder durch Leistungskürzungen ausgeglichen werden.
Die Fahrgastzahlen auf den Strecken Dresden – Görlitz und Dresden – Zittau sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Besonders auf dem Abschnitt Bischofswerda – Dresden kommt es regelmäßig zu Überfüllungen in den Fahrzeugen der Länderbahn. Bereits in der Vergangenheit wurde das Angebot stark ausgeweitet, so dass inzwischen rund 20 Prozent mehr Fahrzeugkilometer erbracht werden, als ursprünglich geplant. Eine Fahrzeugreserve steht montags bis freitags in der Hauptverkehrszeit faktisch nicht mehr zur Verfügung. Bereits beschlossen ist die Ausweitung der Flotte um fünf Triebwagen, die ab Jahresende von der Länderbahn für den hiesigen Betrieb vorbereitet werden und im Laufe des Jahres 2027 zum Einsatz kommen. In diesem Jahr verschärft sich die Situation weiter, da planmäßig stets zwei Triebwagen gleichzeitig zur Hauptuntersuchung sind und somit wochenlang nicht zur Verfügung stehen. Fällt aktuell ein Triebwagen kurzfristig wegen einer Störung aus, führt dies häufig zu reduziertem Platzangebot, Überfüllungen und Zurückbleibern. Um die diese Qualitätsmängel abzufedern, finden derzeit Gespräche für den möglichen Einsatz eines Ersatzzuges statt. Zur teilweisen Deckung der entstehenden zusätzlichen Kosten hat die Verbandsversammlung heute entsprechende Mittel freigegeben. „Zur Einführung des Deutschlandtickets haben die Verkehrsbranche, die Unternehmen und Verbünde gemeinsam wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass für dieses Ticket auch ausreichend Kapazitäten vorhanden sein müssen“, so Michael Geisler, Landrat des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Vorsitzender des ZVVO. „Wir sehen nun in diesem Netz wie auch auf anderen Strecken, dass zum Deutschlandticket ein Deutschlandangebot notwendig ist und wir dafür eine stabile Finanzierung benötigen“.
Das Gebiet des Zweckverbandes Verkehrsverbund Ostsachsen (ZVVO) umfasst neben der Landeshauptstadt Dresden und der Großen Kreisstadt Görlitz die Landkreise Bautzen, Görlitz, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit insgesamt 1,6 Millionen Einwohnern. Der kommunale Zweckverband ist für den Schienenpersonennahverkehr verantwortlich. Darüber hinaus kooperiert er mit den örtlichen Verkehrsunternehmen und gestaltet einen einheitlichen Tarif.
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
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E-Mail: christian.schlemper@vvo-online.de; presse@vvo-online.de
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