10.08.2026 11:30
Es gibt kaum noch Zeitzeugen, die die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs lebendig halten. Einzelne Schicksale, wie die des polnischen Zwangsarbeiters Adolf Kaɫwak und dessen Arbeitgeberin auf einem Hof in Wilmsdorf, Ella Berger, geraten immer mehr in den Hintergrund. Ihnen wurde ein intimes Verhältnis unterstellt, welches weder vom damaligen Regime, noch von der späteren DDR-Regierung toleriert wurde. Beide bezahlten mit dem Leben. Während Adolf Kaɫwak jedoch später ein Denkmal gesetzt wurde, blieb das tragische Schicksal von Ella Berger weiter im Dunkeln.
Matthias Schildbach vom gleichnamigen Bannewitzer Verlag hat diese Geschichte aufgearbeitet und bringt sie nun in die Öffentlichkeit. Den Anfang machte am 8. August 2026 ein Gedenktag, den er gemeinsam mit Heiko Wersig, Bürgermeister der Gemeinde Bannewitz, sowie Thomas Paul, Bürgermeister der Stadt Rabenau, initiiert hatte. Gekommen waren sowohl Angehörige von Ella Berger, als auch von Adolf Kaɫwak, Rudnikis Bürgermeister Mariusz Stanek aus Polen und Landrat Michael Geisler.
Auch ihm liegt es sehr am Herzen, dass die Erinnerung an die Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs, insbesondere aber auch der Umgang mit den nicht zum sozialistischen Bild passenden Einzelschicksalen in der DDR, wie das Ella Bergers, wach bleiben: „Leider wurden in der ostdeutschen Geschichte viele menschliche Tragödien totgeschwiegen, die der Ideologie des DDR-Regimes nicht oder nur unzureichend entsprachen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass mit dem Gedenktag auch diese Menschen und ihre Angehörigen eine Würdigung erfahren“, so Landrat Geisler.
Mehr zur Geschichte Adolf Kaɫwaks und Ella Bergers wurde am Abend beim Bildvortrag „Denunziert und ermordet“ im Rathaus berichtet. Dieser entstand in Vorbereitung des Buchprojektes „In den Händen der Gestapo“ des SCHILDBACH Verlags. Das Buch wird voraussichtlich 2027 veröffentlicht.