Fördermittel für die Wilhelmine-Reichard-Schule Freital und Adolf-Tannert-Schule Neustadt in Sachsen mit dem Förderschwerpunkt Lernen

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06.11.2026 14:30

Foerdermittel werden uebergeben
v.l.n.r.: Landtagsabgeordnete Sandra Gockel, Landrat Michael Geisler, Kultusminister Conrad Clemens, Bürgermeister Alexander Sachse, Schulleiter Herr Lehnert, Schulleiterin Frau Wiele

Am Freitag, dem 6. November 2026, nahm Landrat Michael Geisler vom sächsischen Kultusminister Conrad Clemens die Fördermittelbescheide für zwei wichtige Schulprojekte entgegen. Gefördert werden die Gesamtsanierung des Haus 2 an der Wilhelmine-Reichard-Schule in Freital sowie der Schulneubau der Adolf-Tannert-Schule in Neustadt in Sachsen – beide mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Gemeinsam mit Bürgermeister Alexander Sachse, Landtagsabgeordnete Sandra Gockel, den Schulleitungen Frau Wiele und Herrn Lehnert sowie der Beigeordneten Brit Jacob-Hahnwald wurde dieser Meilenstein feierlich begangen.

Landrat Michael Geisler zum Erhalt der Zuwendung: „Ich freue mich sehr, dass wir mit der heutigen Übergabe einen entscheidenden Schritt für die Bildungslandschaft in unserem Landkreis gegangen sind. Die Fördermittel geben uns nun die nötige finanzielle Planungssicherheit. Wir investieren hier ganz direkt in die Zukunft der Kinder in unserer Region, die künftig in einem modernen und zeitgemäßen Umfeld lernen können.“

Für den Neubau der Adolf-Tannert-Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen unterstützt der Freistaat Sachsen das Projekt mit rund 11,84 Millionen Euro aus dem Schulinfrastruktur- Sondervermögen und einer Zuwendung von etwa 4 Millionen Euro aus dem Kommunalinvestitionsbudget. Damit wird ein Großteil der Gesamtkosten von rund 20,23 Millionen Euro abgedeckt. Parallel dazu schlägt die Gesamtsanierung von Haus 2 – inklusive einer Schwammsanierung im Dach – mit rund 12 Millionen Euro zu Buche. Für dieses Teilprojekt erhält der Landkreis Förderung aus dem Schulinfrastruktur Sondervermögen in Höhe von rund 7,2 Millionen Euro. Die verbleibenden Restbeträge werden vollständig aus Eigenmitteln finanziert.

Staatsminister Conrad Clemens: „Förderschulen sind unsere wichtigsten Baustellen. Gut, dass wir heute zwei Schritte weiterkommen! Jedes Kind verdient bestmögliche Lernbedingungen und eine Schule, an der es seine Stärken entfalten und seinen eigenen Bildungsweg erfolgreich gehen kann. Mit den beiden Bauvorhaben investieren wir gezielt in die Zukunft der Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Moderne, barrierefreie und bedarfsgerechte Schulgebäude schaffen dafür wichtige Voraussetzungen.“

Maßnahmebeschreibung zur Adolf-Tannert-Schule

Die Lernbedingungen an der Adolf-Tannert-Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen in Ehrenberg entsprechen insbesondere in Bezug auf den baulichen Zustand des Schulgebäudes, technische Gebäudeausstattung und Raumangebot nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Nach Prüfung mehrerer Standorte im Raum Sebnitz/Hohnstein/Neustadt in Sachsen hat der Kreistag in seiner Sitzung am 9. März 2026 den Neubau eines Schulgebäudes am Standort Neustadt in Sachsen für die Schaffung zukunftsfähiger Lernbedingungen beschlossen.

Als Grundlage für die Standortentscheidung zwischen Ehrenberg (Sanierung), Sebnitz (Neubau) und Neustadt (Neubau) diente im Februar 2026 eine vergleichende Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Diese basierte auf allgemeinen Kennwerten und bekannten Fixkosten wie beispielsweise dem Grunderwerb, um die Optionen noch vor kostenintensiven Planungen auf einer einheitlichen Basis vergleichbar zu machen.

Für den Förderantrag wurde schließlich eine Vorplanung mit vertiefter Kostenschätzung auf Bauteilebene beauftragt. Diese bezog sich auf ein konkretes Gebäude in Holzständerbauweise und berücksichtigte alle relevanten Parameter von der Erschließung über den Brandschutz bis hin zur Ausstattung. Die Freiflächen wurden noch nicht mit einer konkreten Planung belegt, sondern nur der erforderliche Flächenbedarf mit der zur Verfügung stehenden Außenfläche untersucht und die Herstellungskosten sowie die Kosten für die Ausstattung ermittelt.

Nach Abschluss der Ausschreibungsverfahren für die Planungs- und Fachplanungsbüros wird mit der folgenden Planung in einem Varianten- und Wirtschaftlichkeitsvergleich die endgültige Bauweise ermittelt. Mit der weiteren Fortschreibung der Planung und den anschließenden Ausschreibungen wird die Kostensicherheit weiter zunehmen.

Das Bauvorhaben umfasst eine Programmfläche von 2.804 Quadratmetern. Der Kernbereich teilt sich auf in den allgemeinen Unterricht (955 Quadratmeter für neun Klassenräume, Gruppen- und Förderzimmer) und die Fachräume (820 Quadratmeter für Naturwissenschaften, Musik, Werken, Hauswirtschaft und Informatik). Die Verwaltung und der Ganztagsbereich belegen zusammen 449 Quadratmeter, während der Hort 350 Quadratmeter für Gruppen-, Therapie- und Schlafräume beansprucht. Gemeinschafts- und Wirtschaftsflächen inklusive Ausgabeküche nutzen jeweils weitere 115 Quadratmeter. Im Außenbereich entstehen ein Schulgarten, Sportanlagen und ein Pausenhof mit Spielgeräten sowie die erforderlichen Verkehrsflächen für die Behindertenbeförderung und den Schülerspezialverkehr. 

Maßnahmebeschreibung zur Wilhelmine-Reichard-Schule

Das bestehende Schulgebäude der Wilhelmine-Reichard-Schule stammt aus dem Jahr 1905 und steht unter Denkmalschutz. Es ist ein typisches Beispiel einer gründerzeitlichen Schule mit nur einem großzügigen Treppenhaus, einer Mittelgangerschließung sowie einer großen Aula mit etwa 200 Quadratmetern im 2. Obergeschoss. Gestalterisch wertvoll sind das große Bleiglasfenster in der Aula sowie die noch funktionsfähige Uhr im Dachfirst.

Nach der Errichtung der Modulbauten Teil 1 und 2 und der Ertüchtigung der vorhandenen Schulturnhalle ist die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes die dritte große Baumaßnahme, die vom Landkreis an diesem Standort umgesetzt wird.

Das denkmalgeschützte Schulgebäude wird umfassend saniert und zukunftsfähig modernisiert. Die Substanzsicherung umfasst eine Dach- und Kellerabdichtung, die Beseitigung von Schäden durch den Echten Hausschwamm an Mauerwerk und Tragwerk sowie Radonvorsorgemaßnahmen. Für eine zeitgemäße Schulnutzung wird das Dachgeschoss ausgebaut, eine Verbindungsbrücke zum Modulbau errichtet und Klassenzimmer werden durch den Abbruch von Zwischenwänden vergrößert. Zudem werden die Aula-Decke erneuert, die Raumakustik verbessert sowie neue Fenster und Sanitäranlagen eingebaut.

Gleichzeitig wird das Gebäude barrierefrei und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Ein neuer Personenaufzug und ein angepasstes Brandschutzkonzept inklusive Rettungstreppen sorgen für Barrierefreiheit und Sicherheit. Eine runderneuerte Heiztechnik sowie eine moderne Elektrik schaffen zudem die baulichen Voraussetzungen für die Digitalisierung der Schule.