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Berichte zum Waldschutz

Waldschutzsituation 2018 - Was erwartet die Waldbesitzer?

Eschentriebsterben

Eschentriebsterben in einer Eschenkultur; Foto: Helbig

Der Schutz des Waldes in all seiner Vielfalt, ist eine der Hauptaufgaben des Referates Forst im Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Nicht erst seit den orkanartigen Stürmen Emma und Kyrill ist die Waldschutzsituation in unserem Landkreis angespannt. Die Ursachen liegen im voranschreitenden Klimawandel und daraus resultierenden Veränderungen der Wuchsbedingungen unserer Waldbäume begründet. Neben den altbekannten Forstschädlingen, wie den Borkenkäferarten, deren Wirken nicht aus dem Blickwinkel der Waldbesitzer verloren gehen darf, spielen zunehmend Wärme liebende Schädlinge in unseren Wäldern eine bedeutende Rolle.

Käferprognose und aktuelle Waldschutzsituation 2015

Ausgehend von einem überdurchschnittlich milden Herbst und Winter 2014/2015 ergaben sich sehr günstige Entwicklungsbedingungen für die Überwinterung aller Borkenkäferarten. Der noch im Dezember aufgefundene Stehendbefall lässt die Prognose zu, dass ein Großteil der Käfer der 2. Generation und deren Geschwisterbruten bis in den Monat November hinein unter der Rinde aktiv waren. Es ist zu erwarten, dass von diesem Potenzial eine große Gefahr ausgeht, da es nicht zur Überwinterung in die Bodenstreu abgewandert ist, sondern bis zum Frühjahr 2015 unter der Borke verbleibt.

Mit ansteigenden Frühjahrstemperaturen und unter Zunahme des verlängerten Tageslichtzyklusses, steht diese Generation primär zum Schwärmen bereit. Die in der Bodenstreu überwinternden Populationen werden verzögert zum Ausflug gelangen. Im Vergleich zur Witterung entwickelten sich die Schwärmbedingungen im Frühjahr 2013 und 2014 sehr identisch, da der vorangegangene Winter ebenfalls sehr mild war. Als Resultat dieser Wärmeperioden fanden die Käferflüge  sehr zeitig statt. Fallenfänge des Buchdruckers (Ips typographus) konnten bereits in der 15. KW registriert werden. Hohe Fangzahlen im Borkenkäfermonitoring bestätigten diese Erwartungen. Aus diesem Grund ist es trotz der gegenwärtig eher winterlichen Wettersituation sehr bedeutsam, auf die große Gefahr der rasanten Steigerungsraten der Borkenkäferarten hinzuweisen! Es ist dringend erforderlich, dass von den Frühjahrsstürmen geworfene Holz zügig aufzubereiten und aus dem Wald zu verbringen. Aufwendige Sanierungsmaßnahmen wie Entrindung oder Behandlung mit PSM können damit vermieden werden!

Der Stehendbefall durch den Lärchenborkenkäfer (Ips cembrae) hat sich nicht weiter verbreitet. Auch Nadelschäden durch Minierfraß, der in den vergangenen Jahren noch stark agierenden Lärchenminiermotte (Coleophora laricella) stagnieren.

Die im Rahmen der Winterbodensuchen kontrollierten 30 bis 70 jährigen Kiefernbestände wiesen keine gestiegene Anzahl von Kokons des Kiefernspanner (Bupalus piniarius) oder von Kiefernbuschhornblattwespen (Diprion pini) auf. Es ist eher ein zunehmender Parasitierungsgrad bei Diprion pini festzustellen. Keiner der vorgenannten Kiefernschädlinge erreichte den nominellen Schwellenwert nur annähernd.  

Von den potentiell schädlichen Insekten wie Kiefernspinner (Dendrolimus pini) und Forleule (Panolis flammea) wurden bisher keine Entwicklungsstadien gefunden.

Die Eichenfraßgesellschaft, großer Frostspanner (Erannis defoliaria) und kleiner Frostspanner (Operophtera brumata), Frühjahrsspannerarten, Eichenwickler (Tortrix viridana) und Schwammspinner (Lymantria dispar) ziehen sich auf Latenzniveau zurück. Mehrere Anrufe, die die Sichtung des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) betrafen, erwiesen sich als Fehlmeldung. Ein erstmalig 2012 festgestelltes, lokal eng begrenztes Vorkommen des Eichenprozessionsspinners in Sachsen, am nördlichen Stadtrand von Dresden und der angrenzenden Dresdner Heide, wurde im Vorjahr bestätigt. Eine Ausdehnung des Befalls sowie eine Zunahme der Befallsstärke in diesem Gebiet, konnten jedoch nicht beobachtet werden, so dass vorerst keine Einwanderungsgefahr von diesem Herd im Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge zu erwarten ist.

Als wirtschaftlich zu bewertender pilzlicher Erreger wird uns auch in diesem Jahr der Eichenmehltau (Erysiphe alphitoides)erhalten bleiben. Der damit vermutlich bis dato die maximale Befallsfläche erreicht hat. Für das Eschentriebsterben (Chalara fraxinea) liegen für Sachsen keine neuen Erkenntnisse vor. Das Schadniveau hält sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Ein flächiges Absterben kann jedoch nicht registriert werden.

Schäden in Kulturen durch den Großen Braunen Rüsselkäfer Hylobius abietis) verursacht, sind in den letzten Jahren von bisher 200ha Schadfläche weiter stark rückläufig. Lediglich noch 50 ha gemeldete Fichtenkulturen im Distrikt Glashütte liegen der Meldestelle vor. Die alljährlich stattfindenden Fangkontrollen zur Dichtebestimmung der Nonnenfalter Lymantria monacha) in Kiefernbeständen weisen keine erhöhten Zahlen aus. Lediglich im Hohwald wurden steigende Falterzahlen in der Baumart Fichte festgestellt. Die im Spätherbst durchgeführten Probefänge von Schadmäusen lassen regional Anstiege über dem Kritischen Wert erkennen. Es ist deshalb unbedingt erforderlich, mäusefreundliche Biotope zu beobachten und bereits im Frühjahr entsprechende Reduzierungsmaßnahmen vorzubereiten.

Im Rahmen der Überwachung forstlicher Quarantäneschadorganismen möchten wir darauf hinweisen, dass vom Citrus-Bockkäfer (Anophlophora chinensis) neue Vorkommen in Deutschland entdeckt wurden.

Bayern: Ziemetshausen (Günzburg), Neubieberg (München), Feldkirchen (München), Neukirchen (Passau).

Sachsen-Anhalt: Magdeburg Rothensee

Rheinland Pfalz: Bonn

Quarantäneschadorganismen sind meldepflichtig!

Sind Landeswaldflächen betroffen, dann teilen Sie das bitte dem zuständigen Revierleiter vom Staatsbetrieb Sachsenforst, oder bei Auftreten im Privat- bzw. Kommunalwald der unteren Forstbehörde mit!

Bei vorliegendem Verdacht im öffentlichen Grün, Baumärkten, Parkanlagen usw. informieren Sie bitte umgehend:

Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft
Fachbereich 65 – Phytopathologie
Waldheimer Straße 219, Haus 4, 01683 Nossen
Herr Dr. Schmiedeknecht, Tel.: 035242 631 7500
Frau Dr. Moewes, Tel.: 035242 631 7501 

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