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Schutzgebiete

NSG

NSG Galgenteich Altenberg

Die Schaffung eines Netzes von Schutzgebieten unterschiedlicher Kategorien gehört zu den tragenden Säulen des Natur- und Landschaftsschutzes. Der Erlass von Schutzgebietsverordnungen verfolgt das Ziel, bestimmte Teile von Natur und Landschaft unter anderem zu erhalten, wiederherzustellen und zu entwickeln. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn anderweitige Instrumente nicht ausreichend bzw. ungeeignet sind. Aus diesem Grund ist das Landratsamt Sächsische Schweiz - Osterzgebirge für die Ausweisung, Rechtsanpassung sowie die Überwachung bzw. Betreuung von Schutzgebieten, insbesondere der Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete und Naturdenkmale im Landkreis verantwortlich.

Verfahren zur Rechtsanpassung und Neuausweisung

Das Verfahren zur (Neu-)Ausweisung von Schutzgebieten erfordert die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (TÖB) und eine öffentliche Auslegung. Als Voraussetzung dafür sind fachlich begründete Würdigungen und flächenscharfe Abgrenzungen der Schutzgebiete erforderlich. Diese Leistungen werden in der Regel in Form von Gutachten durch Planungsbüros oder Sachverständige im Auftrag des Landratsamtes erbracht.

Die flächenscharfe Abgrenzung und klare Definition von Ge- und Verboten in der Verordnung dient der Abstimmung mit den vielfältigen Nutzerinteressen im Schutzgebiet. Im Schutzgebietsverfahren ist eine sorgfältige Abwägung der durch Träger öffentlicher Belange oder betroffene Einzelpersonen benannten Konfliktpunkte und Anregungen aus fachlicher wie rechtlicher Sicht erforderlich.

Der Nationalpark Sächsische Schweiz und das gleichnamige Landschaftsschutzgebiet werden von der Nationalparkverwaltung "Sächsische Schweiz" verwaltet (www.nationalpark-saechsische-schweiz.de) und unterstehen der oberen Naturschutzbehörde, der Landesdirektion Sachsen (http://www.lds.sachsen.de/).

Naturschutzgebiete (NSG) - § 23 BNatSchG iVm § 14 SächsNatSchG

Geisingberg

Blick aus Nordost in Richtung NSG "Geisingberg"

In Naturschutzgebieten, den naturschutzfachlich wertvollsten Flächen, werden Schutz und Entwicklung wichtiger ökologischer Funktionen in besonderem Maße gewährleistet. Sie bieten seltenen Tieren und Pflanzen Lebens- und Rückzugsräume und haben eine große Bedeutung für den Biotopverbund sowie den Schutz komplexer Ökosysteme.
Im Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge finden die Besucher einmalige naturnahe, arten- und strukturreiche Laubmischwälder entlang des Durchbruchstals der Wilden-  und der Roten Weißeritz, im Weicholdswald, am Hemmschuh, im Seidewitztal sowie in den Spargründen Dohna. Artenreiche und schutzwürdige Wiesen findet man insbesondere im Süden des Landkreises, so im Gimmlitztal, im Gebiet um Schellerhau, am Geisingberg, zwischen Fürstenau und Fürstenwalde und im Raum Oelsen. Das Ost-Erzgebirge bietet viele Möglichkeiten zum Natur-Erleben.

Die 27 Naturschutzgebiete des Landkreises nehmen insgesamt eine Fläche von 3.628 ha ein. Dies sind ca. 2,2% der Gesamtfläche des Landkreises. Das mit Abstand flächenmäßig größte NSG ist das NSG „Grenzwiesen Fürstenau und Fürstenwalde“ mit ca. 976 ha, gefolgt vom NSG Mittelgebirgslandschaft um Oelsen mit 515 ha.

Die Naturschutzgebiete im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (tabellarische Übersicht)

Gebietsname

Größe (gerundet)

Rechtsgrundlage

Gimmlitztal (teilweise)

258 ha

davon 118 ha im Landkreis

Verordnung des Landratsamtes Mittelsachsen zur Festsetzung des Naturschutzgebietes „Gimmlitztal“ vom 20. März 2015

Windberg Freital

104 ha

Verordnung des Regierungspräsidiums Dresden zur Festsetzung des Naturschutzgebietes „Windberg Freital“ vom 12. November 2001

Rabenauer Grund

98 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Weißeritztalhänge

449 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Luchberg

20 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Hofehübel Bärenfels

72 ha

Verordnung des Regierungspräsidiums Dresden zur Festsetzung des Naturschutzgebietes „Hofehübel Bärenfels“ vom 30. Oktober 2001

Weicholdswald

104 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Georgenfelder Hochmoor

14 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Hemmschuh

253 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Trebnitzgrund

41 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Mittelgebirgslandschaft um Oelsen

515 ha

Verordnung des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zur Festsetzung des Naturschutzgebietes „Mittelgebirgslandschaft um Oelsen“ vom 16. Dezember 2011

Märzenbecherwiesen

8 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Unger

48 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Heilige Hallen

33 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Gimpelfang

10 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Wesenitzhang bei Zatzschke

9 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Müglitzhang bei Schlottwitz

78 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Spargründe bei Dohna

57 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Hochstein-Karlsleite

22 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Schwarzbachtal

14 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Weißeritzwiesen Schellerhau

23 ha

Verordnung des Regierungspräsidiums Dresden zur Festsetzung des Naturschutzgebietes „Weißeritzwiesen Schellerhau“ vom 18. Juli 1994

Am Galgenteich Altenberg

14 ha

Verordnung des Regierungspräsidiums Dresden zur Festsetzung des Naturschutzgebietes „Am Galgenteich Altenberg“ vom 6. Februar 1997

Pfaffenstein

40 ha

Verordnung des Regierungspräsidiums Dresden zur Festsetzung des Naturschutzgebietes „Pfaffenstein“ vom 26. Juni 1997

Mittleres Seidewitztal

187 ha

Verordnung des Regierungspräsidiums Dresden zur Festsetzung des Naturschutzgebietes „Mittleres Seidewitztal“ vom 11. November 1997

Geisingberg

314 ha

Verordnung des Regierungspräsidiums Dresden zur Festsetzung des Naturschutzgebietes „Geisingberg“  vom 27. November 2000

Dresdner Elbtalhänge (teilweise)

204 ha

davon 7 ha im Landkreis

Verordnung des Regierungspräsidiums Dresden zur Festsetzung des Naturschutzgebietes „Dresdner Elbtalhänge“ vom 19. Januar 2007

Grenzwiesen Fürstenau und Fürstenwalde

976 ha

Verordnung des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zur Festsetzung des Naturschutzgebietes „Grenzwiesen Fürstenau und Fürstenwalde“ (VO NSG „Grenzwiesen Fürstenau und Fürstenwalde“)

 

Landschaftsschutzgebiete (LSG) - § 26 BNatSchG

LSG

Steinrückenlandschaft im LSG Unteres Osterzgebirge

Anders als bei NSG handelt es sich bei Landschaftsschutzgebieten in der Regel um großflächigere Gebiete, bei denen die Vereinbarkeit der pfleglichen Nutzung durch den Menschen mit dem Erhalt und der Entwicklung der Kulturlandschaft, ihren Arten und Lebensräumen im Vordergrund stehen. Hier sind nur solche Handlungen eingeschränkt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen.

Zu LSG können Gebiete erklärt werden, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft erforderlich ist

  • zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes oder der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter,
  • wegen der Vielfalt, Eigenart oder Schönheit oder der besonderen kulturhistorischen Bedeutung der Landschaft oder
  • wegen ihrer besonderen Bedeutung für die Erholung.

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge liegen 18 Landschaftsschutzgebiete (LSG) mit einer Gesamtfläche von ca. 93.000 ha, dies entspricht ca. 56,2% der Gesamtfläche des Landkreises.

Die Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (tabellarische Übersicht)

Gebietsname*             

Größe (gerundet)             

Rechtsgrundlage

Oberlausitzer Bergland (teilweise)

28.958 ha davon  2.293 ha im Landkreis        

Verordnung des Landkreises Bautzen zur Festsetzung des Landschaftsschutzgebietes „Oberlausitzer Bergland“ vom 25. Januar 1999

Triebischtäler (teilweise)

1.951 ha davon 449 ha im Landkreis

aus DDR-Recht übergeleitet

Burgwartsberg

20 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Tharandter Wald

5.551 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Tal der Wilden Weißeritz

1.600 ha

Verordnung des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zur Festsetzung des Landschaftsschutzgebietes „Tal der Wilden Weißeritz“ vom 18. Dezember 2013

Poisenwald

254 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Sächsische Schweiz

28.744 ha

Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft über die Nationalparkregion Sächsische Schweiz vom  23. Oktober 2003

Lockwitztal und Gebergrund

938 ha

aus DDR-Recht übergeleitet, Rechtsanpassung in Vorbereitung

Großsedlitzer Elbhänge und Hochflächen

370 ha

Verordnung des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zur Festsetzung des Landschaftsschutzgebietes „Großsedlitzer Elbhänge und Hochflächen“ vom 10. August 2010

Elbhänge Dresden-Pirna und Schönfelder Hochland (teilweise)

3.196 ha davon 1.041 ha im Landkreis

aus DDR-Recht übergeleitet

Windberg

175 ha

Verordnung des Weißeritzkreises zur Festsetzung des Landschaftsschutzgebietes „Windberg“ vom 22. März 2007

Tal der Roten Weißeritz

442 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Dippoldiswalder Heide und Wilisch

2.984 ha

aus DDR-Recht übergeleitet

Unteres Osterzgebirge

16.050 ha

Verordnung des Landkreises Sächsische Schweiz zur Festsetzung des Landschaftsschutzgebietes „Unteres Osterzgebirge“ vom 20. September 2000

Oberes Polenztal und Hohes Birkigt

2.269 ha

Verordnung des Landkreises Sächsische Schweiz zur Festsetzung des Landschaftsschutzgebietes „Oberes Polenztal und Hohes Birkigt“ vom 27. März 2001

Oberes Osterzgebirge

28.635 ha

Verordnung des Weißeritzkreises zur Festsetzung des Landschaftsschutzgebietes „Oberes Osterzgebirge“ vom 5. Dezember 2001

Pirnaer Elbtal

914 ha

Verordnung des Landkreises Sächsische Schweiz zur Festsetzung des Landschaftsschutzgebietes „Pirnaer Elbtal“ vom 22. November 2005

Naturdenkmale (ND) und Flächennaturdenkmale (FND)

Aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit und wenn der besondere Schutz erforderlich ist, können Einzelgebilde der Natur oder Gebiete mit einer Fläche bis zu 5 ha, die dann als Flächennaturdenkmale bezeichnet werden, zu Naturdenkmalen erklärt werden. Darüber hinaus können Naturdenkmäler zur Sicherung von Lebensgemeinschaften oder Lebensstätten von im Bestand gefährdeten oder streng geschützten Arten festgesetzt werden.

ND können beispielsweise einzelne Bäume, Baumgruppen und Alleen, geologische Bildungen oder naturgeschichtliche Zeugnisse sein. FND können insbesondere Biotope sein, die naturschutzrechtlich besonders geschützt oder Lebensraum besonders gefährdeter Tier- oder Pflanzenarten sind.

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge befinden sich insgesamt 280 FND. Für den überwiegenden Teil der FND bilden Beschlüsse von vor 1990 die Rechtsgrundlage für die Unterschutzstellung.

Darüber hinaus stehen 139 Gehölze, also Bäume, Baumgruppen und Alleen stehen als Naturdenkmal unter Schutz. Die Rechtsanpassung für diese Einzeldenkmale ist damit weitestgehend abgeschlossen.

Übersichtskarte der Gehölz-Naturdenkmale im Landkreis

Rechtsgrundlage:

VO „Naturdenkmale – Gehölze“ vom 9. Dezember 2014

Liste der Gehölz-Naturdenkmale im ehemaligen Landkreis Sächsische Schweiz als Anlage der Verordnung zur Festsetzung von Bäumen als Naturdenkmale im Landkreis Sächsische Schweiz vom 29. April 2008: Verordnungen\Naturdenkmale\Anlage Verordnung Endfassung.xls

NATURA 2000

„Natura 2000“ stellt ein europäisches ökologisches Netz und Biotopverbund zum länderübergreifenden Schutz gefährdeter wildlebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume dar. Die von den Ländern gemeldeten und von der EU-Kommission bestätigten Gebiete sind als besondere Schutzgebiete zu behandeln. Bestehende Zustände und Handlungen in diesen Flächen bzw. Objekten genießen weitestgehend Bestandsschutz.

Pläne, Projekte und Maßnahmen, die Beeinträchtigungen der in den Anhängen der Richtlinie genannten Arten oder Lebensräume hervorrufen können oder diese tangieren, sind einer Bewertung und Verträglichkeitsprüfung zu unterziehen.

Die Natura 2000 Gebiete werden in "Flora-Fauna-Habitate (FFH) zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen" sowie in "Special-Protection-Areas (SPA) zur Erhaltung der wildlebenden Vogelarten" unterschieden.

Eine weitere wichtige Aufgabe des Referates ist die Überwachung des Erhaltungszustandes der Schutzgebiete im europäischen Netz "Natura 2000".

Für diese Aufgabe greift der Landkreis gern auf die in den Natura 2000-Gebieten tätigen ehrenamtlich Gebietsbetreuer zurück. Ihre Aufgaben werden vom Landratsamt formuliert und überwacht. Die Betreuer sollen einerseits die relevanten Veränderungen der Gebietszustände erkennen und bewerten und andererseits vor einem ggf. erforderlichen behördlichen Handeln situationsbezogen Lösungen entwickeln, mit denen Konflikte vermieden werden können. Mit entsprechenden Schlussfolgerungen aus den Berichten der Gebietsbetreuer soll einer Verschlechterung der Erhaltungszustände der geschützten Lebensräume und Arten entgegengewirkt werden. Die Finanzierung dieses Betreuungssystems erfolgt über die Richtlinie NE/2014.

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