

In der AWO Jugendwerkstatt Elbe / Labe werden junge Erwachsene im Rahmen der Jugendberufshilfe begleitet. Die Angebote dienen vor allem der beruflichen Integration und haben daher einen arbeitsweltbezogenen Charakter.
Die Lebenswelt dieser jungen Menschen ist jedoch oft von vielen Problemlagen gekennzeichnet. Begünstigende Faktoren für mangelnde Kompetenzen im Umgang mit Aggressionen und Gewalt sind unter anderem in unsicheren Lebensbedingungen, Existenzängsten, unklaren beruflichen und sozialen Perspektiven und instabilen sozialen Beziehungen zu suchen. Das soziale Umfeld der jungen Menschen ermöglicht es ihnen oftmals nicht, sich mit gesellschaftlichen Problemen auseinanderzusetzen und gewaltfreie Strategien im Umgang mit Themen wie Rechtsradikalismus oder Gewalt zu erlernen.
Gewaltverzicht erlernen
Ziel war es, die Jugendlichen der AWO Jugendwerkstatt zu befähigen, diese Strategien zum Gewaltverzicht zu erlernen. Das Projekt wurde mit 36 Teilnehmern der AWO Jugendwerkstatt im Kinder- und Jugenddorf ERNA e.V. durchgeführt. Geleitet wurde es von zwei Sozialpädagogen des Deutschen Kinderschutzbundes Dresden, deren Spezialisierungsrichtung Antigewalttrainings ist.
Mit der Herauslösung der jungen Menschen aus ihrem Arbeits- und Lebensalltag und dem damit verbundenen Aufenthalt in der freien Natur ohne Stress und behindernde Einflüsse, konnte eine positive Arbeitsatmosphäre geschaffen werden. Einmal aus ihrer gewohnten Umgebung heraus zu kommen, war für die jungen Menschen ein besonderes Erlebnis und zugleich eine gute Möglichkeit, Flexibilität und Mut zu sozialen Kontakten zu trainieren.
Verbesserung der Selbstwahrnehmung durch Übung
Projekt wurden Themenbereiche wie Kommunikation, Kooperation, Aggression und Umgang mit Wut und Gewalt bearbeitet. Die Übungen dienten der Verbesserung der Selbstwahrnehmung und der Reflektion der Außenwirkung des Verhaltens der jungen Menschen. Sie erfuhren die Akzeptanz der eigenen Grenzen und erarbeiteten Bewältigungsstrategien im Umgang mit frustrierenden Erlebnissen.
Fundament für gewaltfreie Lebensperspektive geschaffen
Es wäre unrealistisch zu behaupten, dass die Jugendlichen nach diesen zwei Tagen in Papstdorf gänzlich auf Gewalt verzichten. Die Entwicklung persönlicher Strategien im Umgang mit Gewalt gestaltet sich als ein Prozess und benötigt Zeit und Geduld. Bemerkenswert ist jedoch, dass sich die Jugendlichen bei Auseinandersetzungen an die durchgeführten Übungen erinnern und beginnen, über ihr Handeln nachzudenken. Mit diesem Projekt konnte das Fundament für eine gewaltfreie und tolerante Lebensperspektive geschaffen werden.
Die Beratungsstelle Dresden des RAA Sachsen e.V. berät und betreut seit sieben Jahren Betroffene rechtsextremer Gewalt in der Region Sächsische Schweiz.
Dabei werden die Betroffenen rechtsextremer Gewalt, deren Angehörige sowie Freunde und Zeugen bei der Durchsetzung ihrer Opferrechte und Ansprüche, der Verarbeitung körperlicher und seelischer Verletzungen und der Zurückgewinnung von Selbstvertrauen beraten und unterstützt.
Insbesondere junge Menschen, die oftmals schwer Zugang zu einer Beratungsstelle finden, können über Präventionsangebote erreicht werden. Erfahrungen zeigen, dass über den direkten Kontakt mit den Beraterinnen und Beratern im Rahmen von Projekten Hemmschwellen minimiert und Kontakte hergestellt werden können.
Das Schulprojekt "Planspiel Gerichtsverhandlung" ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Fachdienst Prävention der Polizeidirektion Oberes Elbtal - Osterzgebirge, einem Rechtsanwalt und der Opferberatung.
Ausgangspunkt ist ein nachgestellter Fall typischer Gewaltübergriffe mit rechtsextremem Hintergrund. In der Folge wird der gesamte Ablauf nach einer Straftat von der Anzeige, über die Ermittlungen der Polizei, der Anklage bis zur Gerichtsverhandlung nachgespielt.
Dabei durchlaufen die Teilnehmer, das sind Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 Klassen, in Gruppen jeweils drei Stationen:
Begonnen wurde mit dem Planspiel, nachdem im Rahmen von Präventionsveranstaltungen an Schulen in vielen Fällen ein zum Teil beträchtliches Defizit an Rechts- und Unrechtsbewusstsein bei den Jugendlichen festgestellt wurde. Der Vermittlung dieser Kompetenzen im entsprechenden Fachunterricht sind oftmals Grenzen gesetzt, die vom Zeitlimit, der Schwerpunktsetzung oder den Erfahrungen der Lehrenden auf diesem Gebiet gezogen werden.
Da das Projekt durch externe Partner mit spezifischem Wissen und Erfahrungen durchgeführt wird, lernen die Jugendlichen praxisnah. Sie haben die Möglichkeit, eine Gerichtsverhandlung nicht nur als Außenstehender zu besuchen, sondern diese selbst zu erleben. Das Planspiel soll das Vertrauen in die Arbeit der Polizei, der Justiz sowie der Opferberatung als Anlaufstelle stärken und ist gleichzeitig Lobbyarbeit für die Opfer.
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