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Foto-Impressionen aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
 

Presseveröffentlichungen aus dem Jahr 2011

Schloss-Kreisel wird erst ab Frühjahr gebaut

Pressemitteilung der Sächsischen Zeitung vom 07.11.2011

In einem reichlichen Monat zieht das Landratsamt ins Schloss Sonnenstein. Es wird schlecht erreichbar sein. Auch Parkplätze fehlen.

Wenn das Landratsamt Pirna am 19. Dezember seine Arbeit im Schloss Sonnenstein aufnimmt, werden sich die Amtsangestellten wohl ein paar Minuten früher auf den Arbeitsweg machen müssen als bisher. Denn zwar wurden die Schlossgebäude für rund 500 Beschäftigte um- und ausgebaut, nicht aber die Straße dorthin.

Wie die Stadtverwaltung Pirna mitteilt, wird mit dem Bau des Kreisverkehrs in der Schlosskurve nun auch nicht mehr wie angekündigt dieses Jahr begonnen, sondern voraussichtlich erst im März 2012. Das Baurecht für den Kreisel ist zwar seit Anfang August hergestellt, bisher hat Pirna aber keine Fördermittel für den Bau beantragt. Wie die Stadt auf SZ-Anfrage mitteilt, will sie nächste Woche den Fördermittelantrag einreichen. "Gleichzeitig wird der vorzeitige förderunschädliche Beginn der Maßnahme beantragt", erklärt Stadtsprecherin Sabine Schlechtiger. Die Bauzeit für den Kreisverkehr wird laut Stadtverwaltung rund neun Monate betragen.

Dippser Straße wieder frei
Über den Winter bleibt die Kreuzung in der Schlosskurve also wie sie ist, danach ist der Bereich Baustelle. Der Autoverkehr zum Landratsamt werde auf der ohnehin überlasteten B172 zu weiteren Staus führen, sagen Verkehrsexperten. Auch die Parkplatzsuche wird sich für die Angestellten im Umfeld des Schlosses zunächst schwierig gestalten. Der Abriss der beiden Strömungsmaschinenhallen im Schlosspark, der Raum für Parkplätze schaffen soll, beginnt nach Angaben der Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna voraussichtlich Anfang Dezember.

Ein wenig Entlastung hat die Bundesstraße 172 in Pirna in den vergangenen Tagen immerhin schon wieder erfahren. Die Stadtwerke haben ihren Kanalbau auf der Dippoldiswalder Straße beendet, sie ist wieder frei. Nach Angaben der Stadt soll auch der Brückenbau auf der Einsteinstraße bis Dezember abgeschlossen sein, sodass die Bundesstraße weiter entlastet wird.

Von Christian Eissner

Der neue Schlossblick auf dem Sonnenstein

Pressemitteilung der Sächsischen Zeitung vom 18.10.2011

Nach und nach zeigt sich, wie schön das Ensemble saniert wurde. Auf dem Hof sieht es aber noch nach viel Arbeit aus.
Die Sanierung von Schloss Sonnenstein und sein Ausbau zum Sitz der Landkreisverwaltung nähern sich ihrem Ende. In knapp zwei Monaten wird das Ensemble unter anderem mit einem Tag der offenen Tür eröffnet. Tausende Interessenten werden dazu erwartet. Derzeit wuseln sich aber Tag für Tag Dutzende Bauarbeiter über die Baustelle, die Projektleitung drückt aufs Tempo. Zu tun ist noch allerhand. Während im Stadtflügel und dem Schlossflügel die Büros eingerichtet werden, herrscht auf dem Schlosshof scheinbar großes Durcheinander. Aber nur scheinbar. Projektleiter Christian Wolf von Bilfinger Berger erklärte gestern der SZ den Stand der Arbeiten.

Weil noch so viel Baumaterial herumliegt, fällt nicht auf, dass der Schlosshof seinen Mittelpunkt bereits zurückbekommen hat: Es ist ein Jugendstilbrunnen mit einer Säule, auf der ein Knabe mit einem Pelikan sitzt, dessen Kopf er festhält. In den vergangenen Monaten wurde die Anlage aus Sandstein rekonstruiert. Unter anderem erhielt sie vier neue Ausläufe, jeweils in Form eines Fischkopfes. Ab kommendem Frühjahr wird der Brunnen so wie einst plätschern.

Pflaster für den Schlosshof
Ab Anfang November schon wird das Umfeld des Kleinods beräumt und der ursprüngliche Garten neu angelegt. Auch er soll so aussehen wie er 1910 nach der letzten Sanierung war. Geplant ist eine Grünfläche, die durch zwei Wege in vier gleich große Teile gegliedert wird. "Anfang November fangen wir mit den Pflanzungen an", sagt Projektleiter Wolf. Das gilt übrigens auch für den kleinen Schlosshof, der sich zwischen der modernen Cafeteria und dem Stadtflügel befindet.

Doch Grün ist nicht die einzige Farbe für das Umfeld des sanierten Schlosses - ein Großteil der Flächen wurde gepflastert. Im September liefen die Arbeiten an, mittlerweile ist diese Etappe komplett abgeschlossen. Wer künftig aufmerksam durch das Areal läuft, wird die verschiedenen Farbtöne des Granits bemerken. Damit und mit dem Wechsel zwischen kleinen und größeren Steinen werden zum Beispiel ehemalige Befestigungsgräben nachgezeichnet. Doch man muss schon genau hinschauen. "Wenn man hier einfach nur langgeht, nimmt man es gar nicht wahr", sagt Wolf.

An frühere Zeiten erinnert auch der Tiefbrunnen direkt an einer Außenwand des Elbflügels. Zuletzt wurde das Wasser aus rund 70 Metern Tiefe über eine gusseiserne Säule in die Höhe befördert. Vom Schwengel bis zum Hahn ist nun alles restauriert, sogar die Brunnenabdeckung wurde aus Sandstein nachgebaut. Nur wird hier kein Wasser mehr fließen - denn die Grube ist mittlerweile verfüllt.

Eine besondere Herausforderung war der Bau der Schlosszufahrt. Da hier bis heute täglich Laster rollen, konnte nur an Wochenenden gearbeitet werden. An der Zufahrt und dem weiteren Schlosshof entlang markierte früher ein Jugendstilzaun die Grenze zum Schlosspark. Von der ist derzeit nichts zu sehen. Dafür ist aber sein neuer Sockel bereits fertig. Auf knapp 100 Metern reiht sich Sandsteinelement an Sandsteinelement. Sobald der Zaun erneuert ist, kehrt er an seinen alten Platz zurück - zumindest fast. Denn früher befand er sich noch auf dem Grundstück des Schlossparkbesitzers. Damit klare Verhältnisse herrschen, rückt er nun 20Zentimeter in Richtung Schloss, auf das Grundstück des Landkreises.

Arbeiten an den Bastionen
Ein Blick lohnt sich in diesen Tagen auch auf die Bastionen. Die werden vom Landkreis für eine touristische Nutzung fit gemacht. Künftig wird man von der Schlosstreppe (Stadtseite) der Festungsmauer entlang durch die mächtigen Steinkolosse zum ehemaligen Kohlebunker (Elbseite) und zurück laufen können. Am Mittleren Werk werden dafür derzeit die Mauern in Ordnung gemacht. Einen fast fertigen Eindruck macht bereits die Ebene vor der Schlossschänke - das Vorwerk. Hier werden Sandsteinplatten verlegt, und es bietet sich ein grandioser Blick auf den Schlosskomplex. Ob sich daran künftig auch Besucher der Schlossschänke erfreuen werden, bleibt offen. Die Stadt Pirna ist immer noch dabei, für diese besondere Immobilie einen Pächter zu suchen.

Von Domokos Szabó

Am 9. Dezember eröffnet Schloss Pirna-Sonnenstein

Pressemitteilung der Sächsischen Zeitung vom 21.09.2011

Der Feier mit geladenen Gästen folgt ein Tag der offenen Tür. Und mehr.

Zur Eröffnung des sanierten und ausgebauten Schlosses Sonnenstein am 9. Dezember werden rund 500 geladene Gäste erwartet. Laut Landrat Michael Geisler (CDU) wird Innenminister Markus Ulbig (CDU) die Landesregierung vertreten. Zudem habe der Vorstandschef von Bilfinger Berger, Roland Koch, sein Kommen zugesagt.

Das Schloss wird seit 2009 im Rahmen einer Öffentlich-privaten Partnerschaft für 45 Millionen Euro von Bilfinger Berger und Dreßler Bau saniert und zum Landratsamt ausgebaut.

Zum Programm der Eröffnungsfeier werden historische Szenen, aber auch ein Feuerwerk gehören. Außerdem will das Landratsamt versuchen, auch musikalisch einen Höhepunkt zu setzen. Außerdem sollen Leute ausgezeichnet werden, die sich um die Rettung des Schlosses verdient gemacht haben.

Am Wochenende danach findet den Plänen nach ein Tag der offenen Tür statt. Die Kreisverwaltung rechnet mit etlichen Tausend Interessenten. Gezeigt werden sollen ausgewählte Bereiche des Ensembles, wie zum Beispiel der Kreistagssaal. In Zukunft will der Landrat das Schloss über dessen Funktion als Verwaltungsstandort hinaus ins öffentliche Leben einbeziehen. Geplant seien Ausstellungen, Konzerte und Lesungen.

Von Domokos Szabó

Fördermittel fürs fast fertige Schloss Sonnenstein

Pressemitteilung der Sächsischen Zeitung vom 17./18.09.2011

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Übergabe des Fördermittelbescheides (Landrat Geisler, Oberbürgermeister Hanke und Staatsminister Ulbig)

Einen Bescheid über knapp 4,4 Millionen Euro Fördermittel für den Umbau von Schloss Sonnenstein zum Landratsamt übergab Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) gestern an Pirnas OB Klaus-Peter Hanke. Das Geld aus dem Bund-Länder-Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" ist einer von mehreren Teilbeträgen, die die öffentliche Hand für den Schlossumbau bereitstellt. Insgesamt fließen rund 23 Millionen Euro Fördermittel ins Schloss. Obwohl der Landkreis Bauherr am Schloss ist, werden die Fördermittel über die Stadt Pirna abgerechnet. Aufgrund der Förderhöhe fürs Schloss werden andere Pirnaer Projekte dieses Jahr nicht aus dem Städtebau-Topf unterstützt.

Der Umbau des Schlosses Sonnenstein zum Sitz des Landratsamts Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist nahezu abgeschlossen. Im Dezember will die Behörde einziehen. Die Gesamtbaukosten gibt der Kreis mit 45 Millionen Euro an. Finanziert wird das Projekt mithilfe einer öffentlich-privaten Partnerschaft des Landkreises mit dem Baukonzern Bilfinger-Berger.

(SZ/ce)

Hunderte Pirnaer stürmen die Terrassengärten

Pressemitteilung der Sächsischen Zeitung vom 12.09.2011

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Foto: Daniel Förster

Als sich gestern Morgen um 10:00 Uhr die Bauzäune öffneten, warteten bereits Hunderte Interessierte und konnten es kaum erwarten, die sanierten Terrassengärten zu stürmen. "Uns interessiert natürlich, was hier freigelegt wurde", sagen Regine Kreische und Charlotte Föse. Die beiden Pirnaerinnen möchten sich zum Tag des offenen Denkmals "alles ansehen, was in letzter Zeit gemacht wurde". Dazu gehört unter anderem auch die sanierte Lessing-Grundschule und das ehemalige Kulturhaus Tanne.

Doch als Erstes geht es einen Schotterweg hinauf, der als Baustraße dient. Als die Besucher die erste Terrassenebene erreichen, geht ein Raunen durch die Menge. Worte wie "wunderschön" und "atemberaubend" werden geflüstert. "Wie schön muss es hier erst aussehen, wenn im Frühling alles blüht", sagt eine Bonnewitzerin andächtig. Ihren Namen möchte sie lieber nicht in der Zeitung lesen.

!Ich und viele andere Pirnaer wussten gar nicht, was hier für ein Schatz verborgen ist", sagt Petra Schlaupitz. Allerdings sei es schade, dass es noch so lange dauert, bis die Terrassengärten wieder geöffnet werden. Auch Renate Wollsch nutzte gestern die Gelegenheit und nahm an einer Führung der Architektin Anne Prugger teil. "Man kommt da ja erst mal nicht mehr rein", erklärt die Pirnaerin.

"Ich bin völlig überwältigt, wie viele Pirnaer hier die Gelegenheit genutzt haben, sich schon um 10:00 Uhr zum Sonntag die Anlage anzusehen", sagt Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos). Er hofft, dass die Einwohner Pirnas so einen völlig neuen Blick auf ihre eigene Stadt erhalten.

Architektin Anne Prugger hatte ebenfalls nicht damit gerechnet, dass gleich so viele Leute auf einmal die Anlage stürmen. "Wir sind doch bis 17:00 Uhr hier", sagt sie. "Ich dachte nicht, dass alle gleich um 10:00 Uhr kommen." Ihre Aufgabe bei der Sanierung nennt sie schön und schwierig zugleich, da es einige Überraschungen gab. Zum Beispiel wurden bei den Bauarbeiten für den stufenlosen Weg zum Schloss Sonnenstein Grundmauern eines großen Gebäudes gefunden und archäologisch untersucht.

Ein weiterer Höhepunkt zum Tag des offenen Denkmals war die Namensweihe des Hauses auf der Langen Straße 43 in der Pirnaer Altstadt. Zu Ehren der Patrizierfamilie Promnitz tauften Baubürgermeister Christian Flörke (parteilos) und Jürgen Scheible, der Chef der Wohnungsgesellschaft Pirna, das Gebäude gestern Mittag auf den Namen Promnitz-Haus. Die Tafel zeigt das Wappen der Familie, die lange Zeit Eigentümer des Hauses war und es im 17. Jahrhundert repräsentativ ausgestalten ließ. Einige Mitglieder der Familie hatten zu verschiedenen Zeiten das Amt des Pirnaer Bürgermeisters inne und waren so maßgeblich an der Entwicklung der Stadt Pirna beteiligt.

Von Katja Schlenker

Pflaster für den Schlosshof

Pressemitteilung der Sächsischen Zeitung vom 24.08.2011

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Pflasterarbeiten

Auf dem Sonnenstein werden die ersten Büros eingerichtet. Fertig ist das neue Landratsamt aber noch lange nicht.
Auf dem Schlosshof ist es so laut, dass man sich kaum versteht. Christian Wolf kann das nur recht sein. Denn der Projektleiter von Bilfinger Berger Hochbau weiß: Der Lärm der Rüttelplatte ist ein unüberhörbares Zeichen dafür, dass es mit den Pflasterarbeiten vorangeht. Noch ist es erst eine gut 100 Quadratmeter große Fläche, die mit Steinquadern gestaltet wurde. Aber es wird Woche für Woche mehr. "Wir sind ganz gut unterwegs", sagt Wolf – und meint damit das Tempo auf der gesamten Schlossbaustelle.

Im November soll der Komplex nach Sanierung und Ausbau an das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge als Verwaltungssitz übergeben werden. Rund 45 Millionen Euro wird dann Bilfinger Berger zusammen mit seinem Projektpartner Dreßler Bau Dresden verbaut haben. Sollte das Wetter mitspielen, könnten die Außenarbeiten schon vor dem Spätherbst abgeschlossen sein. Dabei wird auch der Jugendstilbrunnen vom Schlosshof wiederhergerichtet. Ein Spezialist arbeitet schon in seiner Werkstatt daran, dass es hier künftig wieder plätschert.

Möbel werden bald geliefert
Gut sichtbare Ergebnisse gibt es nicht nur draußen, wo die allermeisten Gerüste bereits gefallen sind. Projektleiter Wolf zeigt im Elbflügel unterm Dach erste Büros, in denen bereits der Fußbodenbelag verlegt, die Neonstrahler aufgehängt und die Heizkörper montiert sind.

"In zwei Wochen kommen die Möbel", sagt Wolf. Die Wahl fiel auf weiße Schränke und Tische, dazu gibt es dunkle Stühle, alles ergonomisch aufeinander abgestimmt. Bestellt ist ein großer Posten, schließlich werden im Schloss 490Arbeitsplätze untergebracht. Die Türen sollen bereits nächste Woche montiert werden.

"Wir arbeiten uns von oben nach unten", sagt Wolf. Das klingt einfach - wie komplex die Aufgabe in der Tat ist, zeigt der Blick auf ein dickes Kabelbündel, das im Erdgeschoss des Elbflügels von der Decke hängt. Hauptsache, die Elektriker haben den Durchblick. Neben Stromleitungen für Licht und Geräte muss auch das hauseigene Computer-Netzwerk verlegt werden.

Fahrstühle sind montiert
Für die Stromversorgung hat das künftige Landratsamt eine eigene Trafostation bekommen, die im Elbflügel steht und von außen gespeist wird. Fällt sie - aus welchem Grund auch immer - aus, geht ein Notstromaggregat in Betrieb. Solange wie Diesel verfügbar ist, hält das Gerät die wichtigsten Abteilungen der Behörde arbeitsfähig.

Zur bereits installierten Haustechnik gehören auch fünf Fahrstühle: Die Firma Kone errichtete zwei davon im Stadtflügel, wo künftig die Abteilungen mit viel Besucherverkehr arbeiten werden. Drei weitere Aufzüge befinden sich im Elbflügel, wo die von Besuchern weniger stark frequentierten Büros samt der Chefetage und dem Kreistagssaal untergebracht wurden.

Früher war Letzterer der Festsaal der Heilanstalt für Geisteskranke, die ab 1811 ihr Domizil auf dem Sonnenstein hatte. Derzeit beschäftigen sich Stuckateure damit, dem Raum seinen einstigen Schmuck zurückzugeben.

Einen ganz anderen Akzent setzen die Architekten im altehrwürdigen Pavillon neben dem Elbflügel und dem modernen Archivgebäude. Mitten in den Raum ließ man eine erhöhte Betonplattform setzen, zu der eine Treppe hochführt. Es ist eine mutige wie praktische Lösung. Nun gibt es hier genug Platz - für den Lesesaal des Archivs.

Kugeln in der Fassade
Eine Kuriosität zeigt Projektleiter Christian Wolf an der elbseitigen Fassade des Schlosses. Dort sind gleich an drei Stellen halbe Steinkugeln zu sehen - so groß wie Kanonenkugeln. In der Tat nimmt man an, dass es sich um Geschosse handelt, auch wenn eine derartige Attacke von der Elbe her nicht überliefert ist.

Wie kamen dann die Kugeln in die Wand? Projektleiter Christian Wolf: "Wir nehmen an, dass es hier früher Öffnungen gab, die man für Arbeiten an der Fassade anlegte. Dort konnte man Kanthölzer reinstecken und sich daran befestigen." Später habe man diese Möglichkeit nicht mehr gebraucht - und die Wand mit den Kugeln zugemacht.

Von Domokos Szabó

Am Schloss Sonnenstein fallen die Gerüste

Pressemitteilung der Sächsischen Zeitung vom 20.07.2011

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Bilck auf die zukünftige Cafeteria (Foto: Marko Förster)

Am neuen Kreissitz in Pirna läuft jetzt der Innenausbau. Mitte Dezember soll das Landratsamt einziehen.

Der künftige Sitz des Landrats im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge auf dem Pirnaer Sonnenstein nimmt immer mehr Gestalt an. In der rekonstruierten Schlossanlage läuft der Innenausbau mit voller Kraft. Trockenbauer, Fliesenleger, Maler und Installateure sind dabei, Büros mit rund 490 Arbeitsplätzen sowie zahlreiche Funktionsräume fertigzustellen. Die Elektriker sind in einigen Teilen des Hauses schon fertig. Für Datenleitungen und die Elektroinstallation werden rund 250 Kilometer Kabel verlegt.

Am Umbau des Sonnensteins, ehemals Festung und Heilanstalt für geistig Kranke, wird seit Mitte 2010 gearbeitet. Für die Baumaßnahmen an dem Komplex sind etwa 45Millionen Euro vorgesehen. Etwa drei Viertel dieser Summe sind Fördergelder und Eigenmittel des Landkreises. Ein weiteres Viertel wurde durch eine öffentlich-private Partnerschaft mit dem Bauunternehmen Bilfinger Berger eingeworben. Der Landkreis muss dafür einen jährlichen Refinanzierungsanteil bezahlen.

Die Einrichtung des Landratsamtes auf dem Sonnenstein mithilfe eines Privatunternehmens ist nach Ansicht von Vize-Landrat Peter Darmstadt (CDU) die letzte Chance, das Anwesen als städtebauliches Ensemble zu retten. Schwere Schäden an den Dächern hatten bereits zum fortgeschrittenen Verfall geführt, sagt er. Man habe durch mehrere Etagen in den Himmel gucken können.

Probelauf für Datennetze
Momentan arbeiten zwischen 200 und 250 Bauleute auf dem Sonnenstein. Außer den Bürotrakten entsteht ein repräsentativer Saal für die Kreistagssitzungen, eine Cafeteria und ein neues Archivgebäude. Wo immer möglich, werde die historische Bausubstanz erhalten, sagt Vize-Landrat Darmstadt. Auch die Bastionen, die Kanonenstellungen der früheren Festung, werden saniert. Hierbei teilen sich Landkreis und Stadt Pirna die Kosten.

Der Einzug des Landratsamts ist für Mitte Dezember dieses Jahres geplant. Zuvor soll ein sechswöchiger Probebetrieb der Computertechnik stattfinden.

Von Jörg Stock

Schlosskantine kann im Dezember öffnen

Pressemitteilung der Sächsischen Zeitung vom 13.07.2011

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Die Jugendstilornamente im Treppenhaus werden erhalten. (Foto: Daniel Spittel)

Nach langem Suchen ist es gelungen, für das schicke Gebäude einen Wirt zu finden. Wie geht’s jetzt auf der Schlossbaustelle weiter?

Künftig wird es wohl der schönste Speisesaal der Stadt Pirna sein: die Cafeteria des Landratsamtes auf Schloss Sonnenstein. Noch ist der moderne Neubau nicht fertig, die riesigen Glasfassaden zur Stadt und zum Schlosshof hin geben aber schon einen Vorgeschmack auf das besondere Flair des Hauses. Für Vize-Landrat Peter Darmstadt (CDU) ist der grandiose Blick auf die Elbestadt im Moment nur Nebensache.

Schließlich erwies sich die Suche nach einem geeigneten Betreiber für die künftige Landratsamts-Kantine und die benachbarte, städtische Schlossschänke als schwierig. Mittlerweile suchen Landkreis und Stadt getrennt nach einer Lösung für ihre Immobilien. Und der Vize-Landrat kann jetzt einen Erfolg melden. "Wir stehen mit einem regionalen Kantinenbetrieb in Verhandlungen, dieser hat sich gegen einen großen überregionalen Betreiber durchgesetzt. Das lag nicht zuletzt an der Qualität", sagte Darmstadt bei einer Baustellenbesichtigung zur SZ. Pünktlich zum Einzug des Landratsamtes ins Schloss wird damit die auch für alle offene Cafeteria öffnen können.

In der Stadt Pirna tobt indes eine Debatte über die Verpachtung der historischen Schlossschänke. Laut einem Gutachten ist mit Blick auf die Baukosten selbst ein abgespeckter Biergartenbetrieb wirtschaftlich kaum vertretbar.

Im und am Schloss wird jedenfalls weitergebaut. Nachdem der Rohbau abgeschlossen ist, läuft derzeit an allen Ecken und Enden der Innenausbau.

Im Stadtflügel zum Beispiel muss der Besucher aufpassen, nicht über Heizungsrohre zu stolpern. Sie folgen dem Lauf der Flure und Gänge, der Fußboden fehlt aber noch. In einer der Toiletten sind die Arbeiten schon zwei Schritte weiter, dort liegen schon Fliesen in einem eleganten, erdigen Braunton.

Riesenbüro fürs Jugendamt
Auch die Maler kommen immer mehr zum Zuge. Viele der Ein- und Zwei-Mann-Büros sind schon gestrichen. Das größte Büro, immerhin 105 Quadratmeter groß, wird dem Jugendamt gehören. Allein diese Dimension zeigt, welches Gewicht die hier bearbeiteten Themen Unterhaltszahlung und Unterhaltsvorschuss haben. Zehn bis zwölf Mitarbeiter werden hier sitzen.

Noch sind aber die Stuckateure am Werk. Wie in den meisten Teilen des Schlosses, wird in Abstimmung mit dem Denkmalschutz großer Wert auf die historische Bausubstanz gelegt. Ein Kontrapunkt dazu ist die Zulassungs- und Führerscheinstelle, ein moderner Anbau des Stadtflügels. Der Platz reicht zwar für die zehn Mitarbeiter - nicht aber die 200000 Fahrzeugakten, die sie unter anderem betreuen. "Daher digitalisieren wir den Bestand", sagt Vize-Landrat Darmstadt.

Im Kreistagssaal - ehemaliger Festsaal der Heilanstalt - sind die Stuckateure bereits ein Stück weiter als im Großbüro des Jugendamtes. Die Decke hat ihre floralen Ornamente zurückbekommen. Alle Platten wurden getreu dem historischen Vorbild neu gegossen. Darunter sind Lüftungsschächte versteckt, während die Heizung in der Wand integriert ist. Um den parlamentarischen Charakter zu unterstreichen, werden die Sitzreihen längs, parallel zur Seitenwand aufgestellt. Die Bühne wurde ohnehin entfernt. Der Saal ist aber nicht nur für Kreistagssitzungen vorgesehen. Das Landratsamt plant, ihn für diverse Veranstaltungen anzubieten - auf Wunsch auch mit einer mobilen Bühne.

Von Domokos Szabó

Auf Schloss Sonnenstein fallen die ersten Gerüste

Pressemitteilung der Sächsischen Zeitung vom 10.06.2011

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Christian Wolf (Projektleiter der Bilfinger Berger Hochbau GmbH) ist der wichtigste Mann auf der Baustelle von Schloss Sonnenstein. Er freut sich darüber, dass am Stadtflügel des Komplexes die ersten Gerüste fallen. (Foto: Daniel Spittel)

Der harte Winter warf die Arbeiten am neuen Kreissitz zurück. Nun geht es auf der Baustelle rund. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

So schön wird Schloss Sonnenstein! Wer in diesen Tagen im Schlosspark unterwegs ist, kann einen Blick auf die sanierte Fassade des Stadtflügels werfen. Die ersten Gerüste sind schon gefallen, und das historische Gebäude zeigt sich in einem freundlichen Ockerton. Projektleiter Christian Wolf von der Bilfinger Berger Hochbau GmbH kann zufrieden sein.

Der Winter hat beim Bauen zwar für Verzögerungen gesorgt, gefährdet ist aber der Übergabetermin nicht. Im Spätherbst kann das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge den 45 Millionen Euro teuren Komplex beziehen. "Wir haben den Ablaufplan etwas gestrafft, aber der Fertigstellungstermin wird gehalten", sagt Wolf. Wie schon in den vergangenen Monaten, wird gleichzeitig an vielen Stellen gearbeitet. Die SZ schaute sich im Ensemble um.

Beim Innenausbau geht es zügig voran
Stuckateur Christian Graf hockt in einem der künftigen Büros im Elbflügel und hebt vorsichtig eine Gussform an. In dieser stecken Ornamente aus Gips, die künftig die Decke des Kreistagssaals schmücken werden. Sie sehen genauso wie das Original aus. Die ursprünglichen Verzierungen waren noch vorhanden, wenn auch beschädigt. Eine Fachfirma machte davon Abdrücke, so bekommt der Saal sein historisches Antlitz zurück.

Gleichzeitig sind in beiden Flügeln Maler und Installateure unterwegs - ein Zeichen dafür, dass es mit dem Innenausbau zügig vorangeht. Im Büro des Landrats - auf der gleichen Etage wie der Kreistagssaal - wurden bereits Lüftung und Klimatechnik montiert. Arbeiten könnte er hier noch nicht. Dafür fehlt noch zu viel, vom Wandputz über Heizung bis hin zur Einrichtung. Apropos Möbel: Diese Woche fällt die Entscheidung, wie die rund 300 Büros ausgestattet werden. "Ein diffiziles Thema", räumt Projektleiter Wolf ein. Es geht dabei weniger um die farbliche Gestaltung (Schränke und Tische in einem Hanfton, Stühle mit anthrazitfarbenem Polster) als die Frage der Ergonomie.

Cafeteria bietet grandiosen Blick auf die Stadt
Die neue Cafeteria zwischen Stadt- und Elbflügel ist schon im Rohbauzustand ein Blickfang. Die klare Form, der Gang mit Sandsteinsäulen - "Man muss dem Architekturbüro NPS aus Dresden Lob zollen", schwärmt Projektleiter Wolf. Arbeiter sind gerade dabei, die Rahmen für die Glasfassaden zur Stadt und zum Schlosshof zu montieren. Zu den Speisen und Getränken bekommen die Besucher des öffentlichen Lokals künftig einen grandiosen Blick auf Pirna - und der ist auch noch inklusive.

Schlosshof sieht künftig aus wie vor 100 Jahren
Demnächst beginnen die Arbeiten am Hof. "Der Schlosshof wird so aussehen wie nach der letzten großen Sanierung 1910", sagt Projektchef Wolf. Das Areal wird in vier gleich große Gärten aufgeteilt und mit dem Jugenstilbrunnen im Zentrum ein Ganzes ergeben. Der ist bereits abgebaut und bekommt in den nächsten Wochen eine Frischekur. Orientiert hat sich der Planer zudem an Plänen aus dem 18. Jahrhundert. Sie halfen, den Verlauf der ehemaligen Befestigungsgräben zu rekonstruieren. Sie werden nun mit hellem und dunklem Granitpflaster nachgezeichnet.

Nicht nur für das Aussehen ist die Zufahrt des Schlosses wichtig. Derzeit darf sie getrost als Feldweg bezeichnet werden. Im Spätsommer soll die Zufahrt gepflastert werden. Rechtzeitig bevor die Umzugswagen rollen, wird auch dieser Teil der Baustelle Geschichte sein.

Von Domokos Szabó

Innovationspreis für den Umbau von Schloss Sonnenstein

Pressemitteilung der Sächsischen Zeitung vom 05.05.2011

Der Ausbau von Schloss Sonnenstein zum Verwaltungssitz des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist diese Woche in Berlin mit dem Innovationspreis Öffentlich-private Partnerschaft 2011 ausgezeichnet worden.

Durch die Kooperation zwischen Landratsamt und dem Baukonzern Bilfinger Berger sei ein Modell gefunden worden, "das auf besonders gelungene Weise Denkmalschutz, Instandsetzung nach fortschreitendem Verfall und die Schaffung eines modernen Verwaltungssitzes miteinander verbindet", hieß es in der Begründung der Jury. Bilfinger Berger wird den Komplex nach dem 45 Millionen Euro teuren Umbau 25 Jahre lang betreiben. Die Jury hält die öffentlich-private Partnerschaft in diesem Fall für "wirtschaftlich, kostensparend und umweltschonend". Träger der Preisverleihung sind der Behörden-Spiegel und der Bundesverband PPP (Public-Private Partnership).

(SZ/dsz)

Eine große Baustelle für Pirna, eine kleine für Roland Koch

Pressemitteilung der Sächsischen Zeitung vom 19.04.2011

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Der Pirnaer Landrat Michael Geisler (links) und Roland Koch, designierter Vorstandschef von Bilfinger Berger (Foto: Daniel Spittel)

Einst war der hessische Premier ein Polarisierer. Auf Schloss Sonnenstein in Pirna ist er schon ganz der Baukonzern-Boss.

Pirna. An frühere Zeiten erinnert allenfalls der große Tross, mit dem Roland Koch anreist. Ansonsten ist Hessens ehemaliger CDU-Ministerpräsident bereits in der Privatwirtschaft angekommen. Ab Juli übernimmt er den Vorstandsvorsitz bei Deutschlands zweitgrößtem Bauunternehmen Bilfinger Berger. In diesen Tagen ist der 53-Jährige auf Vorstellungstour, gestern stand das Schloss Sonnenstein in Pirna auf dem Programm. Im Rahmen einer Öffentlich-privaten Partnerschaft errichten dort die Mannheimer für 45 Millionen Euro den neuen Verwaltungssitz des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Interessiert, aber zugleich gleichmütig ließ sich der ehemalige Spitzenpolitiker eine halbe Stunde lang durch die Baustelle führen und lobte die Arbeiter auf seine Art: "Wenn hier kein Unsinn passiert, bin ich optimistisch, dass es rechtzeitig fertig wird." Auf große Reden wird verzichtet.

Viel Zeit bleibt sowieso nicht, die nächsten Termine in Leipzig warten schon - und die anderen Baustellen. Bei einem Gesamtumsatz von 8,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr und einem Gewinn von 343 Mio. Euro ist der Sonnenstein nur ein Projekt unter vielen bei Bilfinger Berger. Im Emirat Katar stampft der Branchenriese einen schlüsselfertigen Stadtteil aus dem Boden, in Norwegen 40 Kilometer Autobahn. Auch das ist übrigens eine Öffentlich-private Partnerschaft.

Doch mit dem ehemaligen Kerngeschäft macht Bilfinger Berger nur noch weniger als ein Viertel seines Umsatzes. Kochs wichtigste Baustelle ist vielmehr die weitere Umwandlung des ehemals reinen Baukonzerns in einen Full-Service-Dienstleistungskonzern in den Bereichen Immobilien, Infrastruktur und Industrie. Und obwohl der Hesse schon früher oft wie ein Manager agierte, an diesem Punkt muss er sich umgewöhnen. Denn sein Erfolg wird nicht an Wählerstimmen, sondern am Aktienkurs gemessen. Denn einen Großaktionär hat Bilfinger und Berger nicht. Nur wenn er an der Börse hoch gehandelt wird, hat er einen gewissen Schutz vor einer Übernahme.

Von Domokos Szabó

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