Hauptnavigation

Foto-Impressionen aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Aktuelles

Start in die neue Förderperiode 2014 bis 2020

2. Juni 2015

„Böhms Teich“ in Burkhardswalde – Artenschutzprojekt für den Kammmolch

Sanierung des Laichgewässers „Böhms Teich“ in Burkhardswalde – Artenschutzprojekt für den Kammmolch

Am 12. Dezember 2014 wurde das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum im Freistaat Sachsen (EPLR) 2014-2020 von der Europäischen Kommission genehmigt. Im EPLR wird beschrieben, für welche Vorhaben der Land- und Forstwirtschaft, des Naturschutzes und der Entwicklung der ländlichen Gebiete die von der Europäischen Union und dem Freistaat Sachsen bereitgestellten Mittel bis zum Jahr 2020 eingesetzt werden können.

Damit verbunden stehen nunmehr neue Richtlinien für die Förderung in den Bereichen Wald und Forstwirtschaft sowie Naturschutz zur Verfügung. Detaillierte Inhalte der einzelnen Richtlinien können unter den nachfolgenden Links nachgelesen werden.

Förderrichtlinie Wald und Forstwirtschaft – RL WuF/2014

Antragsstelle: Staatsbetrieb Sachsenforst, Obere Forst- und Jagdbehörde - Außenstelle Bautzen, Paul-Neck-Straße 127, 02625 Bautzen

Das Agrarumwelt- und Naturschutzprogramm (AUNaP) besteht ab 2015 aus drei Förderrichtlinien:

Richtlinie »Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUK/2015)«

Zuständige Bewilligungsbehörde für die Richtlinie AUK 2015 für den Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge ist das Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Informations- und Servicestelle Pirna, Krietzschwitzer Straße 20,
01796 Pirna 

Telefon:

Telefax:

E-Mail:

Internet:

(0 35 01) 79 96 - 0

(0 35 01) 79 96 -19

pirna.lfulg@smul.sachsen.de

www.smul.sachsen.de/pirna

Alle angebotenen Maßnahmen und die dazugehörigen Fördersätze in EUR pro Hektar sind hier einsehbar:

Sächsischen Agrarumwelt- und Naturschutzprogramms (AUNaP) .

Für die Beantragung von Maßnahmen nach der Förderrichtlinie Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (RL AUK/2015) gilt grundsätzlich, dass eine Beantragung nur möglich ist, wenn alle Agrarumweltverpflichtungen (einschließlich der Förderung des Ökologischen Landbaues) nach der Richtlinie Agrarumweltmaßnahmen und Waldmehrung (RL AuW/2007, Teil A) aus der Förderperiode 2007 - 2013 beendet wurden. Acker- wie auch Grünlandmaßnahmen nach der RL AUK/2015 werden zusammen mit dem Antrag auf Direktzahlungen eingereicht (Sammelantrag). Der Verpflichtungszeitraum für alle Maßnahmen der RL AUK/2015 beträgt 5 Jahre. Diese und weitere Informationen finden Sie auch auf dem

Merkblatt zur Antragstellung und Durchführung von Maßnahmen der RL AUK/2015.

Hinweis: Die Beantragung von Fördermitteln nach der Richtlinie AuK ist erst wieder im nächsten Jahr (2016) möglich. Es ist jedoch sinnvoll jetzt schon die Beantragung vorzubereiten, zumal das artenreiche Grünland jetzt zu erfassen ist und in Kürze auch Naturschutz-Berater (C1) zur Verfügung stehen dürften.

Zur Vollständigkeit seien genannt die

Richtlinie »Ökologischer/Biologischer Landbau (ÖBL/2015)« sowie die 

Richtlinie »Teichwirtschaft und Naturschutz (TWN/2015)«.

Besonders hervorgehoben werden sollen die Finanzierungsmöglichkeiten über die

Richtlinie Natürliches Erbe - RL NE/2014.

Die zuständige Bewilligungsbehörde für die Richtlinie NE/ 2014 ist das Sachgebiet Naturschutz des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Förder- und Fachbildungszentrum Kamenz, Garnisonsplatz 13, 01917 Kamenz.

Förderanträge für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind an die genannte Adresse zu senden.

Ansprechpartner sind folgende Kollegen:

Zuständigkeit

Name

Telefon

Naturschutzförderung - regional

Susann Ludorf

03578/ 3374-61

Naturschutzförderung - regional

Ulrike Grebedünkel

03578/ 3374-86

Naturschutzförderung – Technik/ Trockenmauern/ Wolfsprävention

Nils Marten

03578/ 3374-73

Vor Antragstellung soll mit den genannten Kollegen Kontakt aufgenommen werden.

Ziel des Freistaates Sachsen mit der Richtlinie NE/2014 ist die nachhaltige Sicherung der natürlichen biologischen Vielfalt sowie des natürlichen ländlichen Erbes durch die Erhaltung und Entwicklung von Lebensräumen oder Populationen wildlebender Tier- und Pflanzenarten sowie von typischen Landschaftsbildern und der historisch gewachsenen Vielfalt der Kulturlandschaft. Zur Erreichung dieses Ziels werden folgende Maßnahmen unterstützt:

A Investive Maßnahmen zur Sicherung der natürlichen biologischen Vielfalt
B Wiederkehrende Maßnahmen zur Sicherung der natürlichen biologischen Vielfalt
C Naturschutzberatung und Öffentlichkeitsarbeit
D Komplexvorhaben des Naturschutzes

Die Antragstellung für die verschiedenen Fördergegenstände ist nur nach erfolgtem Aufruf zur Antragstellung in Internet möglich. In den Aufrufen sind die geltenden Auswahlkriterien, Schwellenwerte, das Finanzmittelbudget und der Stichtag zur Antragseinreichung angegeben. Auch kann der Aufruf die Bedingung enthalten, dass bei Antragstellung eine Kooperationsvereinbarung mit der zuständigen unteren Naturschutzbehörde vorgelegt werden muss.  

Verordnung des Landratsamtes Mittelsachsen zur Festsetzung des Naturschutzgebietes (NSG) „Gimmlitztal“ am 14. Mai 2015 in Kraft getreten

1. Juni 2015

Abb.1: Talausschnitt des NSG Gimmlitztal

Abb.1: Talausschnitt des NSG Gimmlitztal

Abb.2: artenreiche Bergwiese

Abb.2: artenreiche Bergwiese

Abb.3 Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)

Abb.3 Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)

Abb.4 Bergwohlverleih (Arnica montana)

Abb.4 Bergwohlverleih (Arnica montana)

Am 20. März 2015 hat Volker Uhlig, Landrat des Landkreises Mittelsachsen, die Verordnung des Landratsamtes Mittelsachsen zur Festsetzung des Naturschutzgebietes (NSG) „Gimmlitztal“ ausgefertigt. Das landkreisübergreifende Naturschutzgebiet hat eine Größe von circa 258 Hektar. Vor der Neuausweisung stand mit ca. 1,6 Hektar lediglich ein sehr kleiner Bereich davon als NSG „Gimmlitzwiesen“ unter strengem Naturschutz. Das Naturschutzgebiet liegt südlich von Frauenstein. Es erstreckt sich entlang der Gimmlitz vom Quellbereich südlich Hermsdorf/Erzgebirge bis zur Staatsstraße S 208 nördlich Dittersbach und umfasst überwiegend die Talaue der Gimmlitz, bewaldete Seitenhänge, Offenlandbereiche sowie teilweise die Zuflüsse der Gimmlitz.

Das Naturschutzgebiet umfasst Teile auf dem Gebiet der Stadt Frauenstein mit den Gemarkungen Burkersdorf, Dittersbach, Frauenstein und Nassau, der Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle mit der Gemarkung Holzhau im Landkreis Mittelsachsen sowie der Gemeinde Hartmannsdorf-Reichenau mit der Gemarkung Reichenau und der Gemeinde Hermsdorf/Erzgebirge mit der Gemarkung Hermsdorf im Landkreis Sächsische Schweiz- Osterzgebirge.

Die Neufestsetzung wurde 2010 mit der Überarbeitung der naturschutzfachlichen Würdigung für das Gebiet durch das Planungsbüro LPB Landschaftsplanung Dr. Böhnert GmbH vorbereitet und seit 2013 in einem umfangreichen Verfahren unter Beteiligung der Träger öffentlicher Belange, der betroffenen Gemeinden sowie der Öffentlichkeit durchgeführt. Der Landrat des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat das Einvernehmen zum Verordnungsentwurf erteilt.

Die Verordnung wurde am 29. April 2015 im Sächsischen Gesetz- und Verordnungsblatt Nr.6/2015, S. 323ff verkündet und ist nach Ablauf der Auslegungsfrist seit dem 14. Mai 2015 rechtskräftig. Die Verordnung mit Karten ist während der Sprechzeiten beim Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in der Abteilung Umwelt, Referat Naturschutz, Weißeritzstraße 7, Zimmer 312 in 01744 Dippoldiswalde zur kostenlosen Einsicht für jedermann niedergelegt.

Die Erschließung des Gimmlitztales erfolgte in Verbindung mit dem Abbau des Kalkvorkommens, das bereits 1540 erwähnt wurde und in dem seit dem 19. Jahrhundert im Bereich des heutigen Kalkwerkes intensiv Kalkstein gefördert wird. Die Talaue wurde zumindest seit dem 19. Jahrhundert dauerhaft als Wiese genutzt. Die basenreichen Ausbildungen der Bergwiesen über Kalk zählen zu den artenreichsten in Sachsen und stellen eine landesweite Besonderheit dar.

Die Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet dient der Erhaltung des überregional bedeutsamen und überwiegend unbebauten, typischen Kerbsohlentales eines weitgehend durchgängigen, naturnahen Mittelgebirgsbaches im oberen Osterzgebirge mit artenreichen Grün-landbiotopen und angrenzenden Waldbereichen. Gleichzeitig wird damit die Sicherung, Erhaltung, Pflege und einer teilweisen Rekonstruktion eines landesweit bedeutsamen Komplexes aus artenreichen montanen Grünlandgesellschaften, insbesondere Bergwiesen, Borstgrasrasen, Feuchtwiesen-Gesellschaften, Kleinseggenrasen und Kalkflachmooren einschließlich ihrer Lebensgemeinschaften bezweckt.

Das NSG ist Teil des Flora-Fauna-Habitat-Gebiets (FFH) „Gimmlitztal“, in dem es insbesondere dem Schutz des Lebensraumtyps 3260 Fließgewässer, 6520 Berg-Mähwiesen und 7230 kalkreiche Niedermoore sowie dem Lebensraum von Groppe (Cottus gobio) und Bachneunauge (Lampetra planeri) dient.

Als überregional bedeutsame Pflanzenarten der montanen Wald- und Offenlandstandorte kommen im Gebiet beispielsweise Sumpf-Sitter (Epipactis palustris), Händelwurz (Gymnadenia conopsea), Bergwohlverleih (Arnica montana), Breitblättriges Wollgras (Eriophorum latifolium), Floh-Segge (Carex pulicaris), Sumpf- Herzblatt (Parnassia palustris), Sumpf-Dreizack (Triglochin palustre) und Bach-Greiskraut (Tephroseris crispa) vor.

Bekannt ist das Gimmlitztal nicht nur unter Botanikern, sondern auch durch seine zahlreichen Mühlen, welche am Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag alljährlich von Besuchern besichtigt werden können. Der „Förder- und Naturverein Oberes Gimmlitztal e.V.“ bietet vielfältige Öffentlichkeitsarbeit an, als Beispiel sei hier das „Grüne Klassenzimmer“ auf der Fläche der ehemaligen Finsterbuschmühle, als Bestandteil eines circa fünf Kilometer langen Naturerlebnispfades, genannt.

Renaturierung des Georgenfelder Hochmoores zeigt Wirkung – ein erfolgreiches Naturschutzvorhaben

21. Oktober 2014

Renaturierung Hochmoorkern

Foto1: Die Kernfläche des Georgenfelder Hochmoores wird inzwischen von einer Kette angestauter Wasserflächen durchzogen, Foto: Holger Menzer

Renaturierung Forstfläche

Foto 2: Grabenstaue auf der Forstfläche im Georgenfelder Hochmoor, der Lehrpfad ist als helle Linie zu erkennen, Foto: Holger Menzer

Nach einem Jahr zeigen die Maßnahmen zur Renaturierung des Georgenfelder Hochmoores Wirkung. Das Landratsamt hat diese im Oktober 2013 zusammen mit dem Forstbezirk Bärenfels und der Stadt Altenberg auf den Weg gebracht, um der zunehmenden Austrocknung des Moores entgegenzuwirken. Dabei wurden sowohl im dicht bewachsenen Hochmoorkern und auf einer benachbarten Fläche des Staatsbetriebs Sachsenforst insgesamt fast 100 Staue und Grabenverfüllungen angelegt.

Dass diese Maßnahmen erfolgreich waren, zeigen aktuelle Luftbilder. Die Staue an dem quer durch den Hochmoorkern verlaufenden Bergwerksgraben sowie in der Forstfläche haben sich mit Wasser gefüllt. Gleichzeitig steigt das Wasser in den angrenzenden Flächen an. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass das Moor wieder wachsen kann. Insbesondere das Wachstum der Torfmoose, die das Moor über mehrere Tausend Jahren nach der Eiszeit aufgebaut haben, wird durch den hohen Grundwasserstand angeregt.

Gleichzeitig kam es zu einer Auflichtung des Moorkiefernbestandes, der für ein Hochmoor viel zu dicht war und die typischen Licht und Feuchtigkeit liebenden Moorpflanzen unterdrückt hat. Als erste Besiedler aus der Tierwelt haben sich an den Gewässern zahlreiche Libellen eingefunden. In den nächsten Jahren werden die angestauten Gewässer mit Torfmoosen und anderen Moorarten nach und nach zuwachsen. Langfristiges Ziel ist es, dass so wieder eine zusammenhängende Fläche mit wachsendem Moor entsteht.

Die Maßnahme in Höhe von insgesamt ca. 110.000 Euro wurde durch Naturschutz-Ausgleichsmittel sowie durch Mittel des Freistaates Sachsens und des Landkreises finanziert. Die Planung war durch den Staatsbetrieb Sachsenforst beauftragt worden. Für die Koordinierung und Durchführung der Maßnahme konnte der Förderverein für die Natur des Osterzgebirges gewonnen werden. Die Maßnahmen wurden mit Hilfe der Baufirma Zier und dem Landschaftsplanungsbüro Siuda umgesetzt.

Weitere Maßnahmen zur Moor-Renaturierung laufen derzeit im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes "Bergwiesen im Osterzgebirge", z. B. an der Fürstenauer Heide und am Westrand des Haberfeldes bei Fürstenwalde. Eine Wiedervernässung der Moorgebiete am Osterzgebirgskamm dient nicht nur dem Naturschutz, sondern auch dem Hochwasser- und Klimaschutz durch verbesserte Wasserspeicherung und Bindung von Kohlendioxid.

Die Wirkung der Renaturierungsmaßnahmen am Georgenfelder Hochmoor ist vom Moorlehrpfad, der vom Förderverein für die Natur des Osterzgebirges betreut wird, gut sichtbar. Das Moor ist noch bis Ende Oktober von 09:00 – 17:00 Uhr geöffnet.

Kontakt:
Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Abteilung Umwelt
Weißeritzstraße 7
01744 Dippoldiswalde  
Tel.: 03501 515-3401
birgit.hertzog@landratsamt-pirna.de

Aktuelle Informationen Wölfe in Sachsen Juli 2014

Presseinformation Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz" - 18.07.2014

Territorien der Wölfe in Sachsen

Wolfsterritorien in Sachsen im Fruehjahr 2014

Vier Welpen beim Spielen

Vier Welpen des Milkeler Rudels beim Spielen

In Sachsen sind aktuell 12 Wolfsrudel oder –paare bestätigt, von denen 10 ihre Territorien ganz (Daubitz, Nochten, Niesky, Dauban, Kollm, Milkel, Seenland, Königsbrück, Rosenthal, Laußnitzer Heide) und 2 überwiegend im Freistaat haben. Von letzteren ist das Spremberger Rudel grenzübergreifend mit Brandenburg und das Hohwald Rudel mit der Tschechischen Republik. In der Annaburger Heide, die hauptsächlich in Sachsen-Anhalt liegt, aber nach Brandenburg und Sachsen hineinreicht, lebt ebenfalls ein Wolfsrudel (siehe Karte).

Durch Genetikproben aus dem Biehainer Forst östlich von Niesky ist bekannt, dass das polnische Ruszow Rudel sein Territorium zum Teil auch auf sächsischer Seite hat (nicht auf der Karte dargestellt).

Ende Mai gab es in der Dübener Heide (Landkreis Nordsachsen) einen Fotonachweis eines einzelnen Wolfes. Es ist zurzeit unklar, ob sich das Tier weiterhin in diesem Gebiet aufhält oder weitergewandert ist.

Im Rahmen des Wolfsmonitorings konnte bisher in sieben sächsischen Rudeln Reproduktion nachgewiesen werden. Im Nieskyer-, Daubitzer-, Nochtener- und Seenland Rudel zeigen Fotofallenaufnahmen die jeweilige Wolfsfähe mit deutlichem Gesäuge. In drei weiteren Rudeln (Spremberg, Dauban, Milkel) gibt es bereits Film- und Fotoaufnahmen von Welpen. 

In den Sommermonaten liegt der Schwerpunkt des Wolfsmonitorings auf der Suche nach Welpenhinweisen. In den nächsten Wochen wird versucht, auch in den übrigen Territorien Welpen über dokumentierte Spuren, Fotos oder Filmaufnahmen zu bestätigen.

Herdenschutz:

2014 gingen vom 01.01.2014 bis zum 10.06.2014 17 Meldungen zu vermuteten Nutztierschäden durch Wolfsübergriffe im Freistaat Sachsen ein, davon konnte in 7 Fällen der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. nicht ausgeschlossen werden. Bei diesen sieben Fällen wurden insgesamt 10 Schafe getötet. In vier der sieben Fällen waren die Tiere nicht oder unzureichend geschützt.

Diese Vorfälle fanden alle innerhalb des sogenannten Fördergebietes (Wolfsgebiet + 30 km Umkreis) statt. Hier haben Nutztierhalter die Möglichkeit sich Herdenschutzmaßnahmen fördern zu lassen. Für Fragen zu Schutzmaßnahmen und zu Fördermöglichkeiten stehen Ihnen die Untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises und Herr Klingenberger vom Staatsbetrieb Sachsenforst unter andre.klingenberger@smul.sachsen.de zur Verfügung.

Tote Wölfe:

Bisher wurden 2014 vier tote Wölfe gefunden. Zwei Wölfe starben bei Verkehrsunfällen: ein junger männlicher Wolf auf der B156 südlich von Boxberg (Landkreis Görlitz) und ein männlicher Wolfswelpe auf der A4 (Görlitz – Dresden) zwischen den Anschlußstellen Niederseifersdorf und Weißenberg.

Zwei weitere Wölfe wurden illegal geschossen. Der Daubitzer Rüde wurde am 28.03.2014 bei Weißkeißel (Landkreis Görlitz) tot aufgefunden und am 13.07.2014 wurde eine Jährlingsfähe mit Schussverletzung im Bereich des Daubaner Territoriums gefunden. In beiden Fällen wurde Strafanzeige gegen unbekannt gestellt und die Polizei ermittelt (Kontaktbüro berichtete).

Bitte melden Sie Wolfshinweise (Spuren, Kot, Sichtungen, Risse) an das Landratsamt Ihres Landkreises, an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ (Tel. 035772/ 46762, kontaktbuero@wolfsregion-lausitz.de) oder an das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland (Tel. 035727/ 57762, kontakt@buero-lupus.de).

Die Veröffentlichung des Fotos ist nur im Zusammenhang mit der Verbreitung der Inhalte dieser Pressemitteilung gestattet. Sie ist kostenfrei. An dem Foto ist der entsprechende Bildnachweis abzudrucken: „copyright Staatsbetrieb Sachsenforst / A. Klingenberger“

 

Bergwiesen im Gebiet des Naturschutzgroßprojektes

Bergwiese

Bergwiese

Die Bergwiesen im Gebiet unseres Naturschutzgroßprojektes stellen in jeder Jahreszeit ein eindrucksvolles Erlebnis dar. Optische und akustische Impressionen belegen dies beim Öffnen des folgenden Links.
 
http://www.bergwiesen-osterzgebirge.de/impressionen/panoramen/klengelsteigwiese/

Informationen Wolfsvorkommen

Presseinformation Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz" - 14.01.2014

Aktuell sind in der Lausitz 15 Wolfsfamilien oder -paare nachgewiesen; zehn davon in Sachsen (Daubitz, Nochten, Milkel, Niesky, Dauban, Seenland, Rosenthal, Kollm, Königsbrücker Heide und Hohwald). Vier Territorien (Welzow, Zschorno, Lieberose und Seese) befinden sich im brandenburgischen Teil der Lausitz. Das Spremberger Rudel hat sein Territorium sowohl auf brandenburgischem als auch auf sächsischem Gebiet.

In der Annaburger Heide, im Dreiländereck Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen, gibt es seit Herbst 2010 immer mal wieder bestätigte Hinweise auf einen Wolf. 2013 konnten dort Welpen nachgewiesen werden.
Im Jahr 2013 gab es zwei Neuetablierungen (Kollmer Rudel und Rosenthal-Paar) in Sachsen. Im Rahmen des Wolfsmonitorings wurde in zwölf Lausitzer Wolfsterritorien Nachwuchs bestätigt: Daubitz, Niesky, Nochten, Dauban, Milkel, Kollm, Seenland, Hohwald, Königsbrück, Spremberg, Welzow und Lieberose. Insgesamt konnten 45 Welpen nachgewiesen werden.

Das Lausitzer Wolfsgebiet, das sich von Sachsen bis in den Süden von Brandenburg erstreckt, umfasst aktuell eine Größe von etwa 4.500 km2. Wölfe sind territoriale Tiere, d.h. ein Wolfspaar verteidigt sein Revier gegenüber anderen Wölfen. Diese Reviere sind in der Regel zwischen 150 und 350 km2 groß.
Ein Wolfsrudel ist meist eine Kleinfamilie bestehend aus einem Elternpaar und dessen Nachkommen der letzten zwei Jahre (Welpen und Jährlinge). Die meisten Jungwölfe wandern im Alter von 1 bis 2 Jahren aus ihrem elterlichen Rudel ab, um ein eigenes Revier zu finden.
Durch diese Lebensweise verteilen sich vergleichsweise wenige Wölfe auf großer Fläche. Man geht von ca. 2-3 Wölfen pro 100 km2 aus; vergleichbare Zahlen sind aus anderen Wolfsgebieten in Mitteleuropa bekannt.

Herdenschutz:
2013 gingen 33 Meldungen von Nutztierschäden im Freistaat Sachsen ein, in 21 Fällen konnte der Wolf als Verursacher festgestellt bzw. nicht ausgeschlossen werden. Bei diesen 21 Fällen wurden insgesamt 50 Nutztiere getötet bzw. vermisst und sechs weitere verletzt. In 13 der 21 Fällen waren die Tiere nicht oder unzureichend geschützt. In 8 Fällen wurde Schadensausgleich gezahlt, insgesamt eine Summe von 3.135,38 Euro.
Voraussetzung für einen finanziellen Ausgleich im Schadensfall ist die Einhaltung eines entsprechenden Mindestschutzes durch den Tierhalter.

Für einen effektiven Schutz gegen Wölfe haben sich mindestens 90 cm hohe, handelsübliche Elektrozäune (z.B. Flexinetze oder Litzenzäune) bewährt. Litzenzäune sollten aus mindestens 5 Litzen bestehen. Der Abstand zwischen den Litzen bzw. der untersten Litze und dem Boden sollte dabei 20 cm nicht überschreiten.
Zusätzlich haben Nutztierhalter im Fördergebiet die Möglichkeit sich Herdenschutzmaßnahmen fördern zu lassen. Im Jahr 2013 wurden € 28.927,14 zur Förderung von Präventionsmaßnahmen gezahlt.
Für weitere Fragen zu den Schutzmaßnahmen und zu Fördermöglichkeiten stehen Ihnen die Untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises und Herr Klingenberger vom Staatsbetrieb Sachsenforst unter der Telefonnummer 0172/3757602 oder unter andre.klingenberger@smul.sachsen.de zur Verfügung

Tote Wölfe:
Im letzten Jahr wurden im Freistaat Sachsen 4 Wölfe überfahren und ein weiterer wurde illegal geschossen. Vier der Wölfe waren Welpen und in einem Fall handelte es sich um die ehemalige Nochtener Fähe „Einauge“, welche mit 12 oder 13 Jahren die bisher älteste freilebende Wölfin in Deutschland war.

Am 02. Januar 2014 wurde auf der A4 (Görlitz – Dresden) zwischen den Anschlußstellen Niederseifersdorf und Weißenberg ein männlicher Wolfswelpe überfahren.

Der Welpe war für die Jahreszeit relativ klein und hatte Räude. Zurzeit gibt es in Sachsen nur im Nochtener Wolfsrudel Hinweise auf Räude bei den Wölfen. Noch ist unklar aus welchem Rudel das Tier stammt - dies müssen genetische Untersuchungen zeigen.

Bitte melden Sie Wolfshinweise (Spuren, Kot, Sichtungen, Risse) an das Landratsamt Ihres Landkreises, an das Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz" (Tel. 035772/ 46762, kontaktbuero@wolfsregion-lausitz.de) oder an LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland (Tel. 035727/ 57762, kontakt@buero-lupus.de).

Der Wolf im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Ansprechpartner, Telefonnummern und Informationen

In naher Zukunft ist mit der weiteren Ausbreitung des Wolfes in unserem Landkreis zu rechnen.

Im Hohwaldgebiet gibt es seit 2012 ein nachgewiesenes Wolfsrudel. Bei der unteren Naturschutzbehörde sind zwei Mitarbeiter als Wolfsbeauftragte benannt worden, die als erste Ansprechpartner fungieren und auch die Erstbegutachtung bei Schäden an Nutztieren, die evtl. auf den Wolf zurückzuführen sind, vornehmen.

Um ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander von Nutztier und Wildtier zu sichern, werden im Gebiet der Ausbreitung des Wolfes Präventionsmaßnahmen für die Schaf- und Ziegenhaltung über eine Anteilsfinanzierung nach der RL NE/2007 angeboten. Förderfähig sind Elektrozäune, Herdenschutzhunde, "Flatterbänder" sowie ein Unterwühlschutz bei Wildgehegen (Fördertatbestand A.4-Wolfsprävention, Fördersatz 60 % der förderfähigen Ausgaben). Antragsformulare und weitere Angaben finden Sie unter der u. a. E-Mail-Adresse.

Fragen zur Antragstellung beantwortet Andre Klingenberger, Sachbearbeiter Wolfsmanagement des Staatsbetriebes Sachsenforst. Die Annahme und Bewilligung der Förderanträge erfolgt durch das Sachgebiet Naturschutz der Außenstelle Kamenz.

Trotz Vorbeugemaßnahmen kann es jedoch zum Riss von Nutztieren durch den Wolf kommen. Schäden an Nutztieren, bei denen der Wolf als Verursacher nicht auszuschließen ist, werden innerhalb des Wolfsgebietes auf Grundlage des § 38 Abs. 7 SächsNatSchG finanziell ausgeglichen, sofern ein zumutbarer Schutz der Nutztiere realisiert worden ist. Im Schadensfall wenden Sie sich bitte innerhalb von 24 Stunden an die untenstehenden Ansprechpartner bei der zuständigen unteren Naturschutzbehörde.

An Wochenenden und Feiertagen kann die Polizei oder die Rettungsleitstelle weiterhelfen. Dort sind Ansprechpartner mit dem jeweiligen Bereitschaftsdienst hinterlegt.

Ansprechpartner für Fördermittelanträge zur Wolfsprävention:
LfULG
Außenstelle Kamenz
Sachgebiet Naturschutz
Nils Marten
Telefon: 03578/ 33-7473
E-Mail: nils.marten@smul.sachsen.de

Ansprechpartner im Schadensfall:
Untere Naturschutzbehörde
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Detlef Uhlig
Handy: 0175/ 9393705
Telefon: 03501/ 515 3438

Jens Abram
Handy: 0175/ 9393728
Telefon: 03501/ 515 3433

Sachbearbeiter Wolfsmanagement
Staatsbetrieb Sachsenforst
Andre Klingenberger
Handy: 0172/ 3757602
Telefon: 035932/ 36531

Weitere Informationen zum Wolf:
Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz
Telefon: 035772/ 46762

Der Herdenschutz im Freistaat Sachsen setzt Maßstäbe

Das Kontaktbüro als zentrale Informationsstelle zum Thema Wolf im Freistaat Sachsen informiert

Foto: Staatsbetrieb Sachsenforst - A. Klingenberger

Verschiedenen Zauntypen wurden auch in der Wolfs-Anlage des Wildgeheges Moritzburg erprobt

Seit Anfang 2012 erforscht eine Projektgruppe des Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverbandes e. V. im Auftrag des Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) die Verbesserung und Weiterentwicklung von Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsübergriffe. Ziel des Projektes ist es, den Herdenschutz in Sachsen noch effektiver zu gestalten. Das Herdenschutzprojekt setzt deutschlandweit Maßstäbe. Dabei werden verschiedene Zaunmaterialen und Zäunungsvarianten in Zusammenarbeit mit einem namenhaften Zaunhersteller erprobt.

Das Projekt wird in Abstimmung mit dem Sächsischen Wolfsmanagement durchgeführt und läuft voraussichtlich bis April 2013. Im Rahmen des Projektes werden unter anderem verschiedenen Zauntypen in 6 Schäfereien und zusätzlich im Wolfsgehege Moritzburg erprobt. Neben der Schutzwirkung gegen den Wolf wird auch die Praxistauglichkeit unter unterschiedlichen Witterungs-, Gelände- und Bewuchsverhältnissen und der Arbeitsaufwand für das Aufstellen der Zaunvarianten bewertet. Zudem werden im Rahmen des Projektes Informationen und Erfahrungen zu Züchtung, Einsatz und Umgang mit Herdenschutzhunden aus Sachsen aber auch aus dem europäischen Ausland zusammengetragen. Die so ermittelten Daten und Erfahrungen sollen nach Abschluß des Projektes in Form eines Leitfadens interessierten Schaf-  und Ziegenhaltern zur Verfügung gestellt werden.

Die in Sachsen bereits umgesetzten Maßnahmen  zur Schadensbegrenzung und Konfliktbewältigung haben für andere Bundesländer Vorbildfunktion. So hat der Freistaat Sachsen als erstes Bundesland in Deutschland rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen, um sowohl Hobbyhaltern als auch gewerblichen Tierhaltern Fördermittel für präventive Herdenschutzmaßnahmen zu gewähren. Förderfähig sind dabei für Wildgehegebesitzer die Installation von Unterwühlschutz und für Schaf-  und Ziegenhaltern die Anschaffung von Herdenschutzhunden und "Flatterband".

Darüber hinaus werden sogar herkömmliche Elektrozäune, die in der Schaf- und Ziegenhaltung allein aus Gründen der Hütesicherheit zur guten fachlichen Praxis gehören, bezuschußt. Im Freistaat Sachsen besteht zudem ein Rechtsanspruch auf Entschädigung für vom Wolf gerissene Haus- und Nutztiere, der im § 38 des Sächsischen Naturschutzgesetzes geregelt ist. Die Zuverlässigkeit der Begutachtung von Nutztierrissen ist staatlich garantiert, da die Rissgutachter geschulte Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltungen, in der Regel der Unteren Naturschutz- und Forstbehörden, sind.  Dadurch ist gewährleistet, dass die Begutachtung neutral und transparent nach festgelegten Kriterien erfolgt. Die Entschädigung von Nutztierrissen wird zudem kulant gehandhabt, indem z.B. auch in Fällen, bei denen unklar ist, ob ein Wolf oder ein Hund der Verursacher war, entschädigt wird. Die Richtlinien zur Ermittlung der Schadenshöhe sind in Einvernehmen zwischen dem LfULG und den jeweiligen Nutztierhalterverbänden abgestimmt.

Kontakt:
Vanessa Ludwig
Projektleiterin
Landkreis Görlitz, Landratsamt
Kreisforstamt/Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz"
Am Erlichthof 15
02956 Rietschen

Tel. 035772 / 46 76 2
Fax. 035772 / 46 77 1
E-Mail: kontaktbuero@wolfsregion-lausitz.de

Weitere Informationen

A A A
Favoriten Icon Briefumschlag geöffnet Icon drucken RSS Icon Facebook Icon Twitter Icon YouTube Icon

Unser Service für Sie

David Braun - Referent Naturschutz

Hausanschrift:
01744 Dippoldiswalde, Weißeritzstraße 7 (Haus HG)

Postanschrift:
01782 Pirna, Postfach 10 02 53/54

Telefon: 03501 515-3439
Fax: 03501 515-8-3439
E-Mail: E-Mail

Allgemeine Sprechzeiten

Montag: 08:00 - 12:00 Uhr
Dienstag: 08:00 - 12:00 Uhr und 13:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch: geschlossen
Donnerstag: 08:00 - 12:00 Uhr und 13:00 - 18:00 Uhr
Freitag: 08:00 - 12:00 Uhr