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18.06.2015 | 092/2015

Naturschutzgebiet "Gimmlitztal" wurde jetzt neu ausgewiesen

Gimmlitztal

Foto: Talausschnitt Gimmlitztal

Unterschutzstellung dient der Erhaltung des Artenreichtums 

Das landkreisübergreifende Naturschutzgebiet "Gimmlitztal" hat eine Größe von circa 258 Hektar. Das Naturschutzgebiet liegt südlich von Frauenstein und erstreckt sich entlang der Gimmlitz vom Quellbereich südlich Hermsdorf/Erzgebirge bis zur Staatsstraße S 208 nördlich Dittersbach. Es umfasst überwiegend die Talaue der Gimmlitz, bewaldete Seitenhänge, Offenlandbereiche sowie teilweise die Zuflüsse der Gimmlitz. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind Teile der Gemeinde Hartmannsdorf-Reichenau mit der Gemarkung Reichenau und der Gemeinde Hermsdorf/Erzgebirge mit der Gemarkung Hermsdorf betroffen.

Die Erschließung des Gimmlitztales erfolgte in Verbindung mit dem Abbau des Kalkvorkommens, das bereits 1540 erwähnt wurde und in dem seit dem 19. Jahrhundert im Bereich des heutigen Kalkwerkes intensiv Kalkstein gefördert wird. Die Talaue wurde zumindest seit dem 19. Jahrhundert dauerhaft als Wiese genutzt. Die basenreichen Ausbildungen der Bergwiesen über Kalk zählen zu den artenreichsten in Sachsen und stellen eine landesweite Besonderheit dar.

Erhaltung des überregional bedeutsamen Kerbsohlentales steht im Mittelpunkt

Die Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet dient der Erhaltung des überregional bedeutsamen typischen Kerbsohlentales eines weitgehend durchgängigen, naturnahen Mittelgebirgsbaches im oberen Osterzgebirge mit artenreichen Grünlandbiotopen und angrenzenden Waldbereichen. Gleichzeitig wird damit die Sicherung, Erhaltung, Pflege und einer teilweisen Rekonstruktion von artenreichen montanen Grünlandgesellschaften, insbesondere Bergwiesen, Borstgrasrasen, Feuchtwiesen-Gesellschaften, Kleinseggenrasen und Kalkflachmooren einschließlich ihrer Lebensgemeinschaften bezweckt.

Als besonders schützenswerte Pflanzenarten der montanen Wald- und Offenlandstandorte kommen im Gebiet beispielsweise Sumpf-Sitter (Epipactis palustris), Händelwurz (Gymnadenia conopsea), Bergwohlverleih (Arnica montana), Breitblättriges Wollgras (Eriophorum latifolium), Floh-Segge (Carex pulicaris), Sumpf- Herzblatt (Parnassia palustris), Sumpf-Dreizack (Triglochin palustre) und Bach-Greiskraut (Tephroseris crispa) vor.

Bekannt ist das Gimmlitztal nicht nur unter Botanikern, sondern auch durch seine zahlreichen Mühlen. Der "Förder- und Naturverein Oberes Gimmlitztal e. V." betreut außerdem den circa fünf Kilometer langen Naturerlebnispfad, auf dessen Terrain sich auch das "Grüne Klassenzimmer" auf der Fläche der ehemaligen Finsterbuschmühle befindet.

Verordnung des Landratsamtes Mittelsachsen zur Festsetzung des Naturschutzgebietes (NSG) "Gimmlitztal" am 14. Mai 2015 in Kraft getreten

Seit dem 14. Mai 2015 ist die Verordnung zur Festsetzung des Naturschutzgebietes (NSG) "Gimmlitztal" vom 20. März 2015 rechtskräftig und kann inkl. Karten während der Sprechzeiten beim Landratsamt Sächsische Schweiz in der Abteilung Umwelt, Referat Naturschutz, Weißeritzstraße 7, Zimmer 312 in 01744 Dippoldiswalde eingesehen werden.

Mehr Informationen zum NSG "Gimmlitztal" finden Sie unter dem unten stehenden Link.

Kontakt:
Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Referat Naturschutz
Weißeritzstraße 7 (Haus HG)
01744 Dippoldiswalde
Tel.: 03501 515-3439
E-Mail: david.braun@landratsamt-pirna.de 

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