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Foto-Impressionen aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

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Referat Forst

Aufgaben

Frühling im Wald

Frühling im Wald

Der Landkreis hat eine Waldfläche von rund 60.100 Hektar, davon sind 39.800 Hektar Staatswald und 20.300 Hektar Privat- und Körperschaftswald.

Der  Privat- und Körperschaftswald soll erhalten bleiben, vor Schäden bewahrt und fachgerecht bewirtschaftet werden. Insbesondere die Distriktleiter wachen darüber, dass die Vorschriften des Sächsischen Waldgesetzes eingehalten werden. Das Referat Forst sieht sich in erster Linie als Dienstleister für die Waldbesitzer. Dazu zählt auch die Information über den Borkenkäferbefall.

Die Spezialisten der Forstbehörde sind an zahlreichen Planungs- und Genehmigungsverfahren, die den Wald betreffen, beteiligt. Darüber hinaus ist die Abteilung Forst für einzelne Aufgaben nach anderen Rechtsvorschriften zuständig. So wird die Ernte von Saatgut der Waldbäume und die Anzucht der Forstpflanzen in Baumschulen überwacht.

Sturmholz und Borkenkäfer – wie kann eine massenhafte Vermehrung des Borkenkäfers vermieden werden?

Sturmschaden

Sturmschaden

Im Winterhalbjahr 2017/18 sind in den Wäldern viele Bäume den Stürmen zum Opfer gefallen. Die Waldbesitzer/innen stehen nun vor der Heraufforderung, dass Holz möglichst rechtzeitig aufzubereiten und eine Massenvermehrung von Borkenkäfern zu vermeiden.

Im Folgenden gibt Ihnen das Referat Forst einige Hinweise unter dem Blickpunkt des Waldschutzes.

Die Intensität der Sturmschäden im Landkreis ist unterschiedlich und reicht von einzelnen Brüchen und Würfen bis zu Teilflächen, auf denen die Bestockung komplett in Mitleidenschaft gezogen wurde. Betroffen sind Laub- und Nadelbäume, vom Stangenholz bis zu starken Bäumen. Da es schwierig ist, in allen Beständen das Sturmholz rechtzeitig aufzubereiten, müssen Prioritäten gesetzt werden.

Derzeit ist die Fichte am stärksten durch den Befall von Borkenkäferarten gefährdet. Deshalb muss das Sturmholz dieser Baumart vor den anderen Nadelbäumen aufbereitet werden. Bei der Schadensbeseitigung sollte mit Bruchholz (längere Baumstümpfe und abgebrochene Baumteile) begonnen werden. Im Anschluss kommen geworfene Bäume, bei denen ein Teil der Wurzeln noch im Boden verankert ist.

Weiterhin können folgende Erfahrungen genutzt werden:

- Starkholz vor Schwachholz

- Südhänge vor Nordhängen

- Tieflagen vor Hochlagen.

Im Idealfall sollte das Holz noch im April aufbereitet werden. Ansonsten ist ein Ausflug der jungen Käfer nicht zu vermeiden, was eine Aufarbeitung bis etwa Mitte Juni bedeutet. Es ist allerdings zu erwarten, dass die Borkenkäfer zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlicher Intensität das Sturmholz für eine erfolgreiche Brutanlage nutzen. Wenn die Arbeiten nicht im Frühjahr abgeschlossen werden können, ist an den betroffenen Bäumen bzw. Hölzern zu prüfen, ob Brutbilder zu finden sind und wie weit die Entwicklung (Ei / Larve / Puppe) vorangeschritten ist. Die Arbeitsschwerpunkte sind entsprechend zu setzen. Die Entwicklung von Jungkäfern ist unbedingt zu verhindern!

Bei Fichte und anderen Nadelbaumarten können auch Baumkronen und schwaches Holz vom Kupferstecher (einer Borkenkäferart) für die Brutanlage genutzt werden. Flächen mit erhöhtem Anfall von Schwachholz und Kronenteilen sind dann häufig Ausgangspunkt für einen Befall von gesunden Bäumen. Deshalb ist auch schwächeres Holz in die Schadenssanierung einzubeziehen.

Die Sturmholzaufarbeitung endet nicht im Bestand. Genauso wichtig ist der rechtzeitige Abtransport des Holzes aus den Wäldern. Unproblematisch ist es, wenn das Holz mindestens in 500 m Entfernung zum Wald (Nadelwald oder Mischwald mit Nadelbäumen) gelagert wird. Günstig ist auch, wenn das Sturmholz von Harvestern aufgearbeitet wird. Durch den Walzendruck und das teilweise Entfernen der Rinde finden die Borkenkäfer kaum geeigneten Brutraum. Wird das Holz verkauft, ist bei der Vertragsgestaltung auf Regelungen zur raschen Holzabfuhr zu achten.

Sturmholz von Laubbäumen ist derzeit unter Waldschutzgesichtspunkten weniger problematisch. Hier ist es eher die Frage der Holzentwertung, weshalb v. a. wertvolle Holzsortimente rechtzeitig vermarktet werden sollten. Ansonsten kann bei Laubholz auch die Gelegenheit zur Totholzanreicherung (und dem Verbleib von Nährstoffen im Wald) genutzt werden. 

Pflanzenschutzmittel sollten nur in Ausnahmefällen angewendet werden. Pflanzenschutz- und umweltrechtliche Vorschriften sind dabei zu beachten. Nur sachkundige Personen, die Inhaber einer Sachkundenachweiskarte Pflanzenschutz sind, dürfen diese Mittel im Wald einsetzen.

Das Referat Forst berät gern die Waldbesitzer/innen in Fragen des Pflanzenschutzes und insbesondere zur Vermeidung von Borkenkäferbefall.

Gefahr durch Borkenkäfer

Borkenkäferbefall

Borkenkäferbefall

Die  letzten Wochen  boten für die Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher ideale Bedingungen für ihre Entwicklung. Zunehmend werden in den Wäldern, aber auch in den Gemeinden, Absterbeerscheinungen an Fichten, Blaufichten und Omorikafichten sichtbar.

Trotz der Niederschläge in den letzten Tagen sind die Bäume weiterhin geschwächt und können sich kaum gegen einen Neubefall durch die ausfliegenden Jungkäfer wehren. Zur Reduzierung des Infektionspotentials werden die Waldbesitzer aufgefordert, ihre Waldbestände auf Borkenkäferbefall zu kontrollieren und diesen zu entseuchen. Dazu ist der erkannte Stehendbefall umgehend aufzuarbeiten, zu entrinden oder mindestens 500 m weit von gefährdeten Beständen zu lagern. Eine Behandlung mit Insektiziden sollte vermieden werden, ist aber statthaft.

 

 

Erkennungsmerkmale bei Borkenkäferbefall:

  • Kleinere Rindenabsprünge, abfallende Rindenteile auch großflächig (trotz grüner Krone)
  • Trockene und rot gefärbte Fichtenkronen, bei Blaufichte fahlgelb
  • Grüne Nadelteppiche unter befallenen und geschädigten Fichten
  • Harzen der Fichten beim Einbohren der Käfer als Abwehrverhalten.

Die Waldflächen sind jetzt bis Mitte September mindestens einmal wöchentlich zu kontrollieren. Bereits entseuchte Befallsherde oder alte Befallsnester sind verstärkten Kontrollen zu unterziehen. Diese Empfehlung gilt auch für Gartenbesitzer.

Für eine fachliche Beratung stehen die Mitarbeiter des Staatsbetriebes Sachsenforst und die Mitarbeiter der unteren Forstbehörde beim Landratsamt zur Verfügung.

 

Wer Pflanzenschutzmittel gegen Borkenkäfer im Wald anwenden will, muss auf dem Gebiet des Pflanzenschutzes sachkundig sein und eine „Sachkundenachweiskarte Pflanzenschutz“ besitzen. Diese Karte stellt das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) aus. Weiterhin müssen die Anwender innerhalb von drei Jahren eine vom LfULG anerkannte Fortbildung besuchen.

Es dürfen nur amtlich zugelassene Mittel gegen Borkenkäfer im Wald verwendet werden. Die Anwendungsbestimmungen der Insektizide sind unbedingt zu beachten.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kann aus Gründen des Schutzes der Natur, der Gewässer usw. weiteren Einschränkungen unterliegen. Für Anfragen steht das Referat Forst den Waldbesitzern gern zur Verfügung.

Informationen zur Pflanzenschutz-Sachkunde und über zugelassene Pflanzenschutzmittel

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