
Der Boden gehört, genauso wie Luft und Wasser zu den Kernbereichen unserer Umwelt. Er ist Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen, ein Teil des Naturhaushaltes mit seinen Wasser- und Stoffkreisläufen sowie prägendes Element von Natur und Landschaft und zeugt von der kulturhistorischen Entwicklung der Menschheit.
Boden spielt also eine wichtige Rolle für die Natur, den Wasser- und Stoffhaushalt und für den Klimaschutz. Zum anderen bedient sich der Mensch des Bodens und das in immer größerem Ausmaß, indem er Siedlungen errichtet, Verkehrswege anlegt, Landwirtschaft betreibt, Wälder pflanzt und nutzt oder Industrie und Gewerbe ansiedelt.
Durch diesen Eingriff des Menschen werden dem Naturhaushalt Flächen entzogen und die Struktur und Qualität des Bodens negativ verändert. Teilweise geschieht das in einem bereits nicht mehr tolerierbaren Ausmaß.
Boden erneuert sich nur sehr langsam. Schädigungen und Verunreinigungen des Bodens bleiben vielfach zunächst unbemerkt und werden daher oft erst festgestellt, wenn die Ursache dafür lange Zeit zurück liegt.
Deshalb liegt der Schutz des Bodens nicht nur im Interesse der jetzigen, sondern vor allem im Interesse nachfolgender Generationen. Damit ist der Bodenschutz eine gesellschaftliche Aufgabe und kann nicht isoliert angepackt werden, denn es müssen alle stofflichen Eintrittspfade in den Boden betrachtet werden. Dazu zählen Immissionen, Abfälle, störungsbedingte und unerlaubte Einträge aus der Wirtschaft.
Besonders wichtig im vorsorgenden Bodenschutz sind:
Täglich werden in Deutschland neue Flächen für Baumaßnahmen in Anspruch genommen, die dadurch dem Naturhaushalt verloren gehen. Dieser Verlust entspricht insgesamt einer Fläche von 113 Hektar pro Tag (Stand 2006), was ungefähr 160 Fußballfeldern gleichkommt.
Wenn hier eine Wende erreicht werden soll, muss das Wachstum der für Siedlungen und Verkehr in Anspruch genommenen Flächen drastisch reduziert werden. Die Zielsetzung der deutschen Regierung ist, die Inanspruchnahme von Flächen im Jahr 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren. Im Entwurf der Nachhaltigkeitsstrategie des Freistaates Sachsen ist die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme auf weniger als 2 Hektar pro Tag als Ziel aufgeführt.
Wege, den Bodenverbrauch zu vermindern und dem Versiegeln von Böden entgegen zu wirken, bestehen z.B. in der Wiedernutzbarmachung von Brachflächen (ehem. Siedlungs-, Industrie-, Militärflächen) oder in Ausgleichsmaßnahmen, wobei für eine mit der Baumaßnahme verbundene Versiegelung an einem Ort eine Entsiegelung an anderer Stelle vorgenommen wird. Dazu kann über eine Entsiegelungsbörse nach einem entsprechenden Objekt gesucht werden. (siehe Link unten)
Die Wahl eines solchen Weges sollte immer vor der Wahl der Inanspruchnahme wertvoller Böden stehen. Eben so wichtig ist, den Umfang des Flächenbedarfs auf den Prüfstand zu stellen.
Zu einem qualifizierten Umgang mit dem Boden gehört, die stofflichen Belastungen zu minimieren, den Boden vor Erosion durch Wind und Wasser und vor Verdichtung zu schützen und schonend mit Bodenaushub umzugehen.
Ebenso sind hier eine standort- und umweltgerechte Landwirtschaft (weg von dauerhafter Monokultur und einem Auslaugen der Böden) und eine naturnahe Waldbewirtschaftung zu nennen. Wenn sich Beeinträchtigungen des Bodens nicht vermeiden lassen, ist für eine entsprechende Kompensation zu sorgen.
Zusammengefasst erfolgt die Inanspruchnahme (ja teilweise Zerstörung) von Böden durch Rohstoffgewinnung und durch Baumaßnahmen. Noch vor Beginn dieser Maßnahmen sollen ökologisch orientierte Ausgleichsmaßnahmen und Maßnahmen zur nachfolgenden Rekultivierung und Renaturierung festgelegt werden.
Besonderes Augenmerk wird dabei gelegt, dass der Boden viele Funktionen zu erfüllen hat und diese nach Abschluss der Maßnahmen auch wieder erfüllen kann, ohne dass eine Gefahr von ihm ausgeht.
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