
Der Saal war mit über 100 Teilnehmern bis auf den letzten Platz gefüllt. Regionalentwicklung ist also offensichtlich eine spannende Angelegenheit. Landrat Michael Geisler stellte sich fast provokant gleich am Anfang vor die Regionalentwicklung. Der ländliche Raum braucht Begleitung und ein Management, nicht nur, weil die "Rindviecher" auf den Weiden weniger werden, sondern weil die Anforderungen an die Land(wirt)schaft und damit die ländlichen Räume immer vielfältiger werden.
In den letzten 100 Jahren erlebte die Landwirtschaft einen rasanten Strukturwandel hin zur industriellen Landwirtschaft mit hochmoderner Technik und neuen Berufsbildern. Die Gestaltung der Landschaft durch die landwirtschaftliche Nutzung steht oft im Gegensatz zu einer gesunden und artenreichen Land(wirt)schaft . Die Referentenbeiträge haben es untermauert - die Vielfalt macht es, wie so oft im Leben. Kooperation zum gegenseitigen Vorteil kann im Großen wie im Kleinen Wirkung zeigen - entscheidend ist, dass alle Partner vor Ort vom Miteinander profitieren und Geld und Nutzen in der Region bleiben!
Die Pflege der Landschaft als wichtiges Potenzial spielt genau so eine wichtige Rolle wie die Produktion von Lebensmitteln oder Energieträgern - möglichst aus regionalen Grundstoffen. Das Erlebbarmachen der Landwirtschaft durch den Landtourismus schafft Akzeptanz und zugleich Einkommensquellen. Traditionelle Werte, typische Produkte und Vermarktung in der Region fördern die Identifikation nicht nur für Gäste, sondern auch für die Menschen vor Ort.
Die beiden Regionalmanagerinnen Ulrike Funke und Brigitte Dörfelt berichteten zu den Ergebnissen der Netzwerke in der ländlichen Entwicklung beider Regionen im Landkreis. Über 44 Mio. Euro reine Fördermittel wurden durch die engagierte Arbeit aller Gremien und Behörden in Projekte umgewandelt. Die Ziele für die kommenden Jahre sind gesteckt - nun hängt viel davon ab, wie sich EU, Bund und Länder im neuen Förderzeitraum zur ländlichen Entwicklung positionieren. Zumindest erfuhren die Gäste der Konferenz von EU- und Landesvertretern, dass aufgrund der erfolgreich umgesetzten Projekte am Förderansatz festgehalten werden soll. Wie für Sachsen die Karten genau gelegt werden können, erfahren die Akteure aber erst Ende 2012, wenn EU, Bund und Länder ihre Förderpolitik und die Haushalte abgeglichen haben.

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