
18.05.2011
170 Teilnehmer konnte der Beigeordnete des Landrates, Peter Darmstadt, am 11.05.2011 zum 4. fächerübergreifenden Symposium im Rahmen der Gesundheitswoche vom 7. bis 13. Mai 2011 in der Klinik Bavaria in Zscheckwitz begrüßen. Das Landratsamt des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Abteilung Gesundheit, hatte als Veranstalter Referenten unterschiedlicher Fachdisziplinen zum Thema "Gesundheit und Familie" geladen.
Herr Dr. Ralf Hickethier, pädagogischer Psychologe, machte mit seinen Ausführungen zum Thema "Starke Eltern-gesunde Kinder, starke Kinder-gesunde Eltern?" deutlich, dass Erziehung auf drei Grundsäulen basiert: Liebe, Vorbildwirkung, Führung. Er appellierte an die Zuhörer, Wertevermittlung als Fundament der Kinder zu sehen und weniger unsicher und ängstlich in der Erziehung der Kinder zu sein. Eltern müssen den Mut und die Stärke haben, ihre Kinder zu führen. "Weil ich es sage!", ist dann eine ausreichende Antwort auf die Warum-Frage der Kinder. Erziehung sollte in der "Ordnung der Liebe" erfolgen.
Über die Notwendigkeit von Kommunikation für die Hirnentwicklung sowie die organischen Grundlagen von Gedächtnis, Emotionen und Stressverarbeitung referierte Frau Dr. med. Ute Paul, stellvertretende Abteilungsleiterin der Abteilung Gesundheit und wissenschaftliche Leiterin des Symposiums. Zuwendung und geistige Aktivität, Sport und Ernährung unterstützen die Entwicklung von Nervennetzwerken in den Gedächtnis- und Emotionsverarbeitungszentren. Doch jede Förderung muss sich auch an den individuell gegebenen Grenzen orientieren, um wirksam und hilfreich zu sein.
Einen Moment der Stille und des Nachdenkens räumte Herr Dr. med. Alexander Horn, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I im Klinikum Pirna, während seines Vortrages zum Thema "Krankheit und familiäre Interaktion" ein. Der Gedanke an Krebs oder eine andere schwere Krankheit sollte bei den Zuhörern des Symposiums persönliche Emotionen wecken. Er sprach über das "Handwerkszeug" zur Angstbewältigung und über den Umgang mit dem Kranken in der Familie. "Die Auseinandersetzung mit einer Lebenskrise sei für jeden Menschen etwas Einzigartiges", so Dr. Horn.
Herr Dipl.-Soz.päd., Dipl.-Theol. Mathias Mader, Seelsorger im St.-Marien-Krankenhaus Dresden, stellte heraus, wie sich die Gewichtung von Last und Chance bei einer psychischen Erkrankung in der Familie darstellt. Neben emotionaler und manchmal auch finanzieller Belastung, Schuld- und Schamgefühlen, ist es bei einer psychischen Krankheit fast unmöglich, sich in die Gedankenwelt des Patienten einzufühlen. Die Erkrankung mit dem Patienten "auszuhalten" und eine große Portion Humor sind hilfreich. Jede schwere Erkrankung und jeder Schicksalsschlag bietet jedoch auch die Chance, ein Blick auf das Wesentliche zu lenken, sich zu besinnen und neue Entschlossenheit zu entwickeln.
Als stellvertretender Chefarzt des Neurologischen Reha-Zentrums für Kinder und Jugendliche, Klinik Bavaria, sprach Herr Dr. med. Dirk Heinicke darüber, ob tatsächlich jede Entwicklungsauffälligkeit bei Kindern behandelt werden muss. Er setzte in seinem Vortrag auf die Individualität in der Entwicklung und unterschied klar zwischen therapeutischem Auftrag und der Notwendigkeit zur Förderung in der Familie selbst. Kinder entwickeln sich unterschiedlich, auch mit Verzögerungen, in zeitlichen Korridoren. Bei schweren Auffälligkeiten sollte allerdings rasch Hilfe gesucht werden.
"Gesundheit und Familie" heißt auch, an einer lebendigen Paarbeziehung zu arbeiten. Das gesundheitliche Wohlbefinden der Partner sei eng an eine gute Kommunikation und eine stabile Basis gekoppelt, bei Männern stärker als bei Frauen. Frau Dipl.-Psych. Jaqueline Kral, Ehe-, Lebens- und Familienberaterin der Diakonie Dippoldiswalde, stellte in diesem Zusammenhang den "Führerschein für Paare" vor.
Frau Dipl.-Psych. Silvia Bühn, Referatsleiterin des Sozialmedizinischen Dienstes im Landratsamt und organisatorische Leiterin der Veranstaltung, führte in bewährter Weise durch das Programm.
Das 4. fächerübergreifende Symposium bot damit eine breite und interessante Palette von Themen zum Thema Gesundheit in der Familie, Umgang mit Krankheit und Behinderung, Erziehung, Paarbeziehung mit und ohne Kindern sowie die Bedeutung von Kommunikation.
18.04.2011
Darüber hinaus werden innerhalb der Gesundheitswoche in der Region zahlreiche weitere Veranstaltungen und Projekte angeboten. Vom "Wandern auf dem Malerweg gegen Diabetes" über Aqua-Gymnastik bis hin zu Ernährungsberatungen und Erste-Hilfe-Kursen für Kinder ist für jeden etwas dabei.
Einen Überblick über alle Termine zum Thema Familie und Gesundheit hat die Regionale Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung im Landratsamt im folgenden Anhang zusammengestellt.
Interessierte sind herzlich eingeladen.
Kontakt:
Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge,
Abteilung Gesundheit
Weißeritzstraße 7
01744 Dippoldiswalde
Tel.: 03504 620-2414
E-Mail: gesundheit@landratsamt-pirna.de
06.04.2011
Es habe Zeiten gegeben, in denen "alles besser war": So hört und liest man es oft. Die Kinder waren glücklicher, gesünder und ausgeglichener, die Senioren integrierter, der Arbeitstag geregelter. Schaut man jedoch genauer hin, muss man dies bezweifeln.
Früher bewegten uns andere Probleme. Grundlegende Einflussfaktoren sind verschwunden, haben sich verändert, sind neu entstanden. Statt einer hohen Kindersterblichkeit, gesellschaftlicher Zwänge und begrenzter persönlicher Entfaltung beschäftigt uns heute das Ausschöpfen fast grenzenlos scheinender Entwicklungsmöglichkeiten. Nicht mehr die Unterbringung psychisch Kranker in geschlossenen Betreuungssystemen und -einrichtungen, sondern die Integration dieser Patienten in Familie, Gesellschaft und Arbeitswelt will bewältigt werden. Nicht die Sprach- und Hilflosigkeit oder die geringen Heilungschancen bei schweren und/oder chronischen Erkrankungen stehen im Zentrum der Aufmerksamkeit, sondern ein sinnvolles, erfülltes Leben, und das auch mit einer nicht heilbaren oder wiederkehrenden Erkrankung.
Gewachsene Ansprüche an Fördermöglichkeiten, Lebensglück und Integration erzeugen Herausforderungen, gerade im familiären Bereich. Diese schaffen zahlenmäßig zunehmende oder stärker wahrgenommene Befindlichkeitsstörungen und Krankheitsbilder. Darunter zählen die sogenannten "Zivilisationskrankheiten", wie Überforderungssyndrome, Erschöpfung, Angst, Depression oder Burnout-Syndrom. Trotz vieler Hilfsangebote und -möglichkeiten bleiben viele Menschen in dem Bewusstsein, dass es gerade für ihre Situation keine ausreichende oder passende Hilfe gibt. All dies beeinflusst die Familie. Entwicklungen und Veränderungen der "Lebensform Familie" beeinflussen wiederum auch Gesellschaft und Medizin.
Im Mittelpunkt des Symposiums am 11.05.2011 steht die Frage: "Was macht Familien krank - was erhält Familien gesund?"
14:00 Uhr wird Schirmherr Peter Darmstadt, Beigeordneter des Landrates und zuständig für Gesundheit und Soziales im Landratsamt, die Veranstaltung in der KLINIK BAVARIA Zscheckwitz (Kinderklinik) eröffnen. Bis gg. 18:00 Uhr referieren kompetente Fachleute zu Themen rund um Gesundheit und Familie.
Alle Interessenten sind herzlich eingeladen zum Zuhören und zum Mitreden im anschließenden Diskussionsforum.
| Montag: | 09:00 - 16:00 Uhr |
|---|---|
| Dienstag: | 09:00 - 18:00 Uhr |
| Mittwoch: | geschlossen |
| Donnerstag: | 09:00 - 18:00 Uhr |
| Freitag: | 09:00 - 13:00 Uhr |
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